Nordirland vor gemeinsamer Regierung

Dublin: - Dublin/London - Die Katholiken-Partei Sinn Fein hat mit einem Bekenntnis zur Unterstützung der Polizei in Nordirland die letzte Hürde vor einer gemeinsamen Regionalregierung mit den Protestanten überwunden.

Die große Mehrheit von 900 Delegierten eines Sinn-Fein-Parteitages stimmte damit am Sonntag in Dublin der Beteiligung an den Sicherheitsorganen einer weitgehend autonomen Region Nordirland zu.

Die gemeinsame Sicherung von Recht und Ordnung durch Sinn Fein und die protestantische pro-britische Partei DUP (Democratic Unionist Party) gilt als wesentliche Voraussetzung für einen dauerhaften Frieden in Nordirland. Sie ist zugleich eine Bedingung für die Gewährung der Selbstverwaltung der Provinz durch die Regierung in London.

Der Sinn-Fein-Führer Gerry Adams erklärte, seine Partei zeige, dass sie «die Vision, die Entschlossenheit und die Fähigkeit hat, ein neues Irland aufzubauen». Premierminister Tony Blair begrüßte den Beschluss der Sinn Fein, die viele Jahre als politischer Arm der katholischen Untergrundbewegung Irisch-Republikanischen Armee (IRA) galt.

Jetzt komme es darauf an, dass die Sinn Fein ihrem Parteitagsbeschluss auch Taten folgen lasse, erklärte der DUP- Vorsitzende Ian Paisley. «Die DUP hat Sinn Fein gedrängt, sich zur Unterstützung der Polizei und von Recht und Ordnung zu bekennen, denn es kann keinen anderen Weg geben.»

Die IRA hatte im Juli 2005 die endgültige Einstellung ihres bewaffneten Kampfes um die Abspaltung Nordirlands von Großbritannien sowie ihre Auflösung erklärt. Im vergangenen Jahr verständigten sich die Konfliktgegner mit den Regierungen Irlands und Großbritanniens auf die Schaffung einer gemeinsamen Autonomieregierung bis Ende März 2007. Seit Nordirland 1921 britische Provinz geworden war, hatten die katholisch-republikanischen Gruppierungen die Polizei als Feind betrachtet und bekämpft.

Auch interessant

Kommentare