1. Startseite
  2. Welt

Nordkorea: Geschichte, Politik, Bevölkerung und Geografie

Erstellt:

Kommentare

Bronzestatuen der verstorbenen Führer Kim Il Sung (l) und Kim Jong Il
Menschen besuchen den Mansu-Hügel, um Blumen an den Bronzestatuen der verstorbenen Führer Kim Il Sung (l) und Kim Jong Il niederzulegen © picture alliance/dpa/AP | Jon Chol Jin

Nordkorea gehört zu den asiatischen Staaten, die häufig von Hungerkrisen betroffen sind. Diese werden vor allem durch Fehler des kommunistischen Regimes verursacht.

Pjöngjang – Am 9. September 1948 erfolgte die Ausrufung der Demokratischen Volksrepublik Nordkorea. Durch diese Proklamation wurde die Teilung von Südkorea besiegelt. Außerdem stellte sie die Geburtsstunde des Staates Nordkorea dar.

Nordkorea: Die Geschichte des Landes von der Teilung bis zur Begründung der Verfassung

Vor dem Zweiten Weltkrieg stand Korea als Ganzes unter japanischer Kolonialmacht. Nordkoreas Geschichte als eigenständiger Staat begann mit der Abteilung von Südkorea, die nach dem Zweiten Weltkrieg stattfand. Zu dieser Zeit stand der nördliche Teil Koreas unter sowjetischer Herrschaft, die USA hatten den südlichen Landesteil besetzt. Die Aufteilung des Landes wurde exakt auf dem 38. Breitengrad vorgenommen.

Aus geo-strategischen Überlegungen heraus hatte die Sowjetunion den Plan, in Nordkorea einen kommunistischen Staat als Puffer gegenüber dem Westen, insbesondere gegenüber Japan zu errichten. Die Sowjet-Herrscher wollten Nord-Korea zu einem nach marxistisch-leninistischen Prinzipien organisierten Arbeiter- und Bauernstaat umgestalten. In dieser Epoche fand eine starke Migration von Volks-Koreanern nach Nordkorea statt, die zuvor auf dem Gebiet der Sowjetunion gelegt hatten. Die Sowjets bestimmten Kim Il-sung zum Vorsitzenden der koreanischen kommunistischen Partei. Er nahm auch den Vorsitz des provisorischen Volkskomitees ein. Zum damaligen Zeitpunkt waren die kommunistischen Parteiorgane in ganz Korea tätig, wurden jedoch anschließend von den US-Besatzern nach Nordkorea vertrieben. Schließlich vereinigten sich verschiedene kommunistische Parteien Koreas zur Partei der Arbeit Koreas. Kim Il-sung wurde auch Vorsitzender dieser Organisation.

1946 wurde eine umfassende, kommunistische Bodenreform durchgeführt. 1947 ernannte der Kongress des zuvor in unfreien Wahlen gewählten Volkskomitees Kim Il-sung zum ersten Regierungschef Nordkoreas. Im gleichen Jahr erhielt der Staat eine von Moskau abgesegnete Verfassung.

Nordkorea: Der Koreakrieg

Fünf Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zogen die USA und die Sowjetunion ihre Truppen aus Korea zurück. Am 25. Juni 1950 griff Nordkorea sein südliches Nachbarland an und überschritt die gemeinsame Grenze. Kim Il-sung plante, Korea durch die Integration Südkoreas in seinen kommunistischen Staat wiederzuvereinigen. Das Vorhaben war zunächst militärisch erfolgreich, Nordkorea konnte nahezu die gesamte Fläche Südkoreas innerhalb kurzer Zeit einnehmen.

Doch dann eilten UNO-Truppen und die US Airforce Südkorea zu Hilfe und drängten die nordkoreanische Armee zurück. Gemeinsam mit den südkoreanischen Truppen marschierten sie in Nordkorea ein. Daraufhin entschloss sich auch China zum Eingreifen und machte den Konflikt damit de facto zu einer Auseinandersetzung zwischen China und den USA. Die US-Army führte einen Vernichtungskrieg gegen Nordkorea, dem rund eineinhalb Millionen Menschen, darunter eine große Anzahl an Zivilisten zum Opfer fielen. Schließlich einigten sich die Parteien auf ein Waffenstillstandsabkommen, das am 27. Juli 1953 unterzeichnet wurde. Die Grenze auf dem 38. Breitengrad wurde darin als Demarkationslage vereinbart.

Nordkorea: Der Aufstieg und die Alleinherrschaft von Kim Il-sung

In den 50er-Jahren gelang es Kim Il-sung, seine Herrschaft immer weiter auszubauen. Er eliminierte zwischen 1957 und 1962 seine moskautreuen Gegner unter den Parteifunktionären. Im Rahmen dieser Säuberungsaktion ließ der Diktator zahlreiche unliebige Parteigenossen als vermeintliche US-Spione hinrichten.

Nachdem Kim Il-sung zum uneingeschränkten Alleinherrscher Nordkoreas aufgestiegen war, ließ er sich ab Mitte der 60er-Jahre als „Großer Führer“ ansprechen. Mit der Unterstützung der Sowjetunion und von China gelang es ihm, die Wirtschaft zu stabilisieren. Die Industrieproduktion erreichte in dieser Epoche der Geschichte wieder das Niveau der Vorkriegszeit.

Kurze Zeit danach kam es zu einem wirtschaftlichen Einbruch, gekennzeichnet durch folgende Merkmale:

In der Folge verarmte ein großer Teil der nordkoreanischen Bevölkerung. Nach dem Tod Stalins im Jahr 1953 lief Nordkorea Gefahr, zum Spielball der daraufhin beginnenden Auseinandersetzungen zwischen der Sowjetunion und China zu werden. Nach einigem Schwanken stellte sich Kim Il-sung auf die Seite von China. Dies hatte eine weitere Zunahme der wirtschaftlichen Not in Nordkorea zur Folge: Die Sowjetunion stellte ihre Unterstützung für das asiatische Land komplett ein. China konnte diese nicht ersetzen, da sich das Land durch seine Kultur-Revolution selbst in einer existenziellen ökonomischen Krise befand.

Zum Ende der 60er-Jahre näherte sich der nordkoreanische Diktator wieder vorsichtig an Moskau an. Innenpolitisch nahm der Personenkult größere Ausmaße an und gipfelte 1972 in einer neuen Verfassung, in der Kim Il-sung zum Präsidenten deklariert wurde.

Nordkorea: Die Herrschaft von Kim Jong-il

Der erste Diktator Nordkoreas starb 1994. Daraufhin wurde eine dreijährige Staatstrauer ausgerufen und sein Sohn Kim Jong-il zu seinem Nachfolger erklärt. Allerdings wurde er nur zum Generalsekretär der Partei der Arbeit Koreas ernannt: Der Posten des Präsidenten sollte für alle Zeit von Kim Il-sung als „Ewigem Präsidenten“ besetzt bleiben.

Die Herrschaft von Kim Jong-il währte bis zu dessen Tod im Jahr 2011. Diese Zeit war vom Bemühen gekennzeichnet, am bisherigen Regierungsstil festzuhalten. Während die Sowjetunion zusammenbrach und sich ihre ehemaligen Vasallen-Staaten komplett vom Kommunismus abwandten, hielt Nord-Korea daran fest. Kim Jong-il lehnte auch Chinas Weg in eine kapitalistische Wirtschaftsordnung ab. Diese Kontinuität verstärkte die internationale Isolation des asiatischen Landes. Durch diese Entwicklung und schweres Missmanagement kam es in den 90er-Jahren zu Hungerkatastrophen, denen bis zu drei Millionen Nordkoreaner zum Opfer fielen.

Nordkorea: Die Herrschaft von Kim Jong-un

Nach dem Tod seines Vaters übernahm Kim Jong-un, der Enkel des nordkoreanischen Staatsgründers, 2011 die Macht. Seinem Bestreben, Nordkorea als Atommacht zu etablieren, ordnet er alle anderen politischen Ziele unter. Gleichzeitig bemühte sich der neue Diktator verstärkt um eine Annäherung an Südkorea. Die Atompläne Nordkoreas bewirkten eine Verschärfung von UN-Sanktionen und eine Verschlechterung der Beziehungen zu den USA. Trotz des bestehenden Embargos gelang es Kim Jong-un, Teile und Werkstoff für sein Atomprogramm im Ausland zu beschaffen.

Nordkorea: Das politische System

Nach den Buchstaben der Verfassung ist Nordkorea eine demokratische sozialistische Volksrepublik. Tatsächlich handelt es sich beim nordkoreanischen System um eine Diktatur mit diesen typischen Merkmalen:

Nordkorea: Geografie und Bevölkerung

Das Land Nordkorea erstreckt sich über eine Fläche von rund 120.000 Quadratkilometern und ist damit um ungefähr ein Fünftel größer als Südkorea. Das Land grenzt im Norden an China, außerdem hat Nordkorea eine knapp 20 Kilometer lange Grenze zu Russland.

Die Grenze zwischen dem südlichen und nördlichen Land auf der koreanischen Halbinsel hat eine Länge von knapp 250 Kilometern. Sie reicht vom Gelben Meer bis zum Japanischen Meer. Teilweise ist der Grenzbereich als demilitarisierte Zone organisiert.

Die Geografie des Landes ist von der Küstenlage und dem gebirgigen Landesinneren gekennzeichnet. Die Besiedelung konzentriert sich auf die Küstenregionen. Mit einer Bevölkerungsdichte von etwa 200 Einwohnern pro Quadratkilometer ist der Staat relativ dünn besiedelt. Zum Vergleich: In Südkorea liegt dieser Wert bei über 500. In Nordkorea leben circa 25 Millionen Einwohner. Dabei handelt es sich nahezu ausschließlich um in dem Staat geborene Menschen, da ein Zuzug von Ausländern nicht geduldet wird.

Nordkorea unterhält eine sehr große Armee und strebt seit vielen Jahren an, zur Atommacht aufzusteigen. Nach Schätzungen ist jeder 20. Bewohner des Landes ein Militärangehöriger.

Nordkorea: Sprache und große Städte

In der Hauptstadt Pjöngjang wohnen rund 3,2 Millionen Bürger. Darüber hinaus haben die Städte Hamhung und Chongjin mehr als eine halbe Million Einwohner. Wie in Südkorea ist auch in Nordkorea Koreanisch die vorherrschende Sprache.

Auch interessant

Kommentare