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Am Nordpol ist es derzeit 20 Grad wärmer als sonst. 

Ungewöhnlich warm

Nordpol: Momentan 20 Grad über Normaltemperatur

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Nordpol - Eigentlich herrschen am Nordpol zu dieser Jahreszeit zweistellige Minustemperaturen, im Moment ist es aber 20 Grad wärmer als normal. Was bedeutet das für uns?

Seit Wochen herrscht am Nordpol die Polarnacht. Wie welt.de berichtet, ist es derzeit - im Vergleich zum langjährigen Durchschnittswert - aber rund 20 Grad Celsius zu warm. 

Während der Polarnacht sind die Strahlen der Sonne nicht in der Lage, die Landmassen aufzuheizen. Dementsprechend sollten derzeit zweistellige Minustemperaturen herrschen, die die Eisdecke anwachsen lassen. Dass dem nicht so ist, hat Zack Labe, Student der Klimawissenschaften an der Universität Berkeley in Kalifornien, in einem Tweet veranschaulicht. Die Abnahme der Eismenge zeigt die Extremsituation in der Polarregion. 

James Richard beschäftigt sich seit Anfang Oktober mit den Auswirkungen warmer Luftmassen auf das arktische Meer. Seine Auswertungen stützt der US-Meteorologe auf die Messungen von 19 Polarstationen, der tiefste Wert der diesjährigen Kältesaison liegt bei gerade einmal -5,6 Grad Celsius. Zum Vergleich: Im Polarwinter von 1998, der als sehr warm galt, herrschten immerhin noch -9,5 Grad Celsius. 

Wie welt.de berichtet, war es bereits im Jahr 2012 verhältnismäßig warm. Noch nie war die Eisdecke geringer. Das Jahr 2016 wird die Messlatte wahrscheinlich sogar noch niedriger legen, das zeigt dieser Tweet von Labe. Am 19. November 2012 erstreckte sich die Eisdecke über 9,5 Millionen Quadratkilometer, am selben Tag dieses Jahres waren lediglich 8,6 Millionen Quadratkilometer gefroren. 

Im Interview mit der Washington Post hat Jennifer Francis, eine Arktis-Expertin der Rutgers-Universität, das Geschehen näher erläutert. Demzufolge seien die extrem niedrigen Eismassen und warme, feuchte Luftmassen aus südlichen Breitengraden für das Wärmephönomen am Nordpol verantwortlich. 

Diese bewege ein stark schwankender Jetstream, der in acht bis zwölf Kilometern Höhe von West nach Ost verläuft. Laut Francis sei dieser Luftstrom umso signifikanter, je mehr sich die Arktis im Verhältnis zum Äquator erwärmt. 

Die gegenwärtigen Verhältnisse sorgen auch im Osten Russlands für außergewöhnliche Temperaturen: In Sibirien ist es derzeit unverhältnismäßig kalt. Auch hier machen Experten den Jetstream verantwortlich. 

hb

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