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Marte Deborah Dalelv ist nach der Begnadigung im Vergewaltigungs-Prozess in Dubai zurück in Norwegen.

"Ich bin sehr glücklich"

Begnadigtes Vergewaltigungsopfer wieder daheim

Oslo - Das knapp fünfmonatige Martyrium der Norwegerin Marte Dalelv ist vorbei. Die erschöpfte 24-Jährige ist nach der Begnadigung im Vergewaltigungs-Prozess in Dubai zurück in der Heimat.

Die in den Vereinigten Arabischen Emiraten wegen Sex außerhalb der Ehe verurteilte Norwegerin ist nach ihrer Begnadigung wieder zu Hause. Wie der norwegische Fernsehsender NRK meldete, landete Marte Deborah Dalelv am Mittwoch auf dem Flughafen Torp bei Sandefjord, rund 100 Kilometer südlich von Oslo. „Ich bin sehr glücklich, wieder zu Hause zu sein“, sagte die 24-Jährige.

Dalelv war nur knapp einer Gefängnisstrafe entgangen. Nachdem sie einen Kollegen wegen Vergewaltigung angezeigt hatte, war sie in der vergangenen Woche von einem Gericht in Dubai wegen Geschlechtsverkehrs außerhalb der Ehe und Falschaussage verurteilt worden. Der Fall hatte weltweit Empörung ausgelöst. Die norwegische Regierung hatte schwere Vorwürfe gegen die Rechtsprechung in den Vereinigten Arabischen Emiraten erhoben und von einen Verstoß gegen die Menschenrechte gesprochen. Am Montag war die Norwegerin schließlich begnadigt worden. Auch der mutmaßliche Täter kam frei.

"Willkommen zu Hause, Marte!"

Norwegens Außenminister Espen Barth Eide schrieb auf Twitter: „Willkommen zu Hause, Marte!“ Zugleich mahnte er, der Kampf für die Rechte der Frauen müsse weitergehen.

Bei ihrer Ankunft im elterlichen Tønsberg sagte die sichtlich erschöpfte Dalelv, die letzten Monate seien sehr hart gewesen. „Ich hatte in einen Modus geschaltet, in dem man einfach nur läuft, bis man alle ist“, erzählte sie dem Nachrichtensender TV2. Nun wolle sie einfach nur auf der Treppe vor ihrem Elternhaus sitzen und einen Kaffee trinken.

Marte Dalelvs früherer Chef in Doha bedauerte in einem Interview mit der Zeitung „Arabian Business“, dass man der Innenarchitektin gekündigt habe. „Es war falsch und absolut unnötig“, sagte der Schwede Thomas Lundgren von der Einrichtungsfirma The One. Er biete ihr an, in ihren Job zurückzukehren. Lundgren und seine Familie hatten nach Bekanntwerden des Urteils zahlreiche Hassmails bekommen, in denen unter anderem mit der Vergewaltigung seiner Töchter gedroht wurde.

dpa

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