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Novavax kommt: Was der neue Impfstoff kann - und was nicht

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Von: Kathrin Reikowski

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Eine Schale mit aufgezogenem Novavax-Impfstoff.
Der Impfstoff von Novavax wird in Großbritannien bereits verimpft © Kirsty O'connor/Kirsty O‘connor/PA Wire/dpa

Der von Skeptikern gegenüber mRNA-Technologie bevorzugte Impfstoff „Novavax“ kommt: Was ist ein Totimpfstoff? Wo liegen die Vor- und Nachteile von Nuvaxovid?

München - Direkt nach Freischaltung der Registrierung erlebt Rheinland-Pfalz einen Ansturm auf Novavax: Innerhalb von fünf Tagen ließen sich 9000 Menschen für eine Corona-Impfung mit dem als „Totimpfstoff“ bekannt gewordenen Vakzin anmelden.

In Deutschland verfügbar ist der Impfstoff von Novavax ab dem 21. Februar. Er heißt Nuvaxovid (NVX-CoV2373). Die ersten 130.000 bis 140.000 Impfdosen sollen vor allem für die Impfung von Beschäftigten etwa in Kliniken und Pflegeheimen genutzt werden. 

Novavax kommt: Ist Novavax ein „Totimpfstoff“?

Der Begriff „Totimpfstoff“ bezieht sich auf den Unterschied zu „Lebendimpfstoffen“, die beispielsweise gegen Masern, Mumps und Röteln verimpft werden. Lebendimpfstoffe enthalten geringe Mengen vermehrungsfähiger Krankheitserreger, die aber die Krankheit selbst nicht mehr auslösen können. In Totimpfstoffen sind keine vermehrungsfähigen Erreger enthalten, nur abgetötete Erreger oder Bestandteile davon. Sie bringen den Körper dazu, bei einem zweiten Kontakt mit dem Erreger dagegen anzukämpfen.

Die auf der mRNA-Technologie beruhenden Impfstoffe (von Moderna und Biontech) verpacken mRNA in Fetthüllen, die die menschlichen Zellen dazu anregt, selbst eine Immunantwort zu produzieren. Vektorimpfstoffe (wie Johnson&Johnson) nutzen harmlose Viren statt Fetthüllen.

Impfstoffe gegen Covid-19 (Stand: 20.12.2021)
Totimpfstoffe, mRNA und vektorbasierte Technik: So wirken die verschiedenen Corona-Vakzine © dpa-infografik GmbH

Novavax kann zwar als Totimpfstoff bezeichnet werden, enthält aber keine abgetöteten Erreger. Er enthält zwar keine vermehrungsfähigen, lebenden Viren. Doch die im Impfstoff enthaltenen Viren wurden mithilfe von Gentechnik, auf Proteinbasis hergestellt.

Novavax: Wie wird der Impfstoff dosiert? Kann man sich mit Novavax boostern lassen?

Das Nuvaxovid-Vakzin wird in zwei Dosen mit Abstand von 14 Tagen verimpft. Während die europäische Arzneimittelnbehörde (EMA) den Impfstoff seit 20. Dezember 2021 zugelassen hat, steht eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) noch aus. Laut Bundesgesundheitsministerium kann der Impfstoff aber in Absprache mit den Impfwilligen trotzdem verimpft werden. Es sollen 16,3 Millionen Dosen zur Verfügung stehen

Der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens hat eine Entscheidung dafür gegenüber ntv bis Ende Februar angekündigt. Erst ab dann könne man auch sagen, ob ein Booster mit Novavax möglich sein wird.

Novavax: Was kann der Impfstoff - und was nicht?

Die Wirksamkeit des Impfstoffes wird vom Hersteller mit 90 Prozent angegeben - damit wäre das Vakzin den mRNA-Impfstoffen gleichzusetzen. Allerdings entwickelte Novavax den Impfstoff gegen die Alpha-Variante des Virus. Wie gut er gegen Omikron wirkt, ist bisher nicht bekannt. Als Nebenwirkungen seien bisher keine Fälle von schweren Thrombosen bekannt - Übelkeit, Kopfschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen könnten aber auftreten.

Der Frankfurter Virologe Dr. Martin Stürmer beurteilt den Impfstoff als Booster etwas schwächer. „Die mRNA-Impfstoffe sind als Booster stärker, weil hier der Körper das Spike-Protein selbst nachbauen muss. Der Reiz ans Immunsystem ist größer und scheint auch effektiver zu wirken“, sagte er gegenüber Bild.de. „Je natürlicher das Protein dem Abwehrsystem präsentiert wird, umso besser ist die Immunabwehr. Bei Novavax sehen die Zellen nur den synthetisch nachgebauten Proteinbestandteil.“ (kat)

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