1. Startseite
  2. Welt

Novavax-Durchbruch: Lauterbach nennt Starttermin für „Quasi-Totimpfstoff“ - „dürfte gut wirken“

Erstellt:

Von: Felix Durach

Kommentare

Der proteinbasierte Corona-Impfstoff von Novavax wird mit Spannung erwartet. Konzernchef Erck kündigte nun 69 Millionen Dosen für die EU in der ersten Jahreshälfte an.

Berlin - Der Impfstoff des US-amerikanischen Pharmakonzerns Novavax war Ende des vergangenen Jahres als fünfter Corona-Impfstoff überhaupt von der europäischen Arzneimittelbehörde EMA zugelassen worden. Das Vakzin basiert anders als die bisher zugelassenen mRNA-Impfstoffe von Moderna und Biontech oder die Vektorimpfstoffe von AstraZeneca und Johnson&Johnson auf Proteinen. Es besteht dabei aus virusähnlichen Partikeln, gegen die das Immunsystem nach der Impfung spezifische Antikörper und T-Zellen aufbaut.

Novavax-CEO Stanley Erck verkündete jetzt auf der „JP Morgan Healthcare Conference“: Die ersten Dosen des Vakzins werden in Kürze ausgeliefert

Novavax bald verfügbar: Der Impfstoff für Impf-Skeptiker?

Erck rechnet mit einem „sehr geschäftigen und produktiven Jahr“ für den Konzern, wie das Handelsblatt berichtet. Auch wenn der Novavax-Impfstoff erst über ein Jahr nach den mRNA-Vakzinen auf den Markt kommt, sieht der Konzernchef dennoch ein großes Potenzial für das eigene Produkt. Erck rechnet damit, dass in der näheren Zukunft etwa zwölf Milliarden Dosen Impfstoff weltweit benötigt werden. Knapp fünf Milliarden alleine in den Industrieländern. Ein enormer Bedarf, den Novavax vor allem auch bei Impf-Skeptikern mit abdecken will.

Der Hintergrund: Aufgrund des anderen Ansatzes im Vergleich zu den eher jungen mRNA-Technologie wird das Vakzin von Novavax auch als Alternative für diejenigen angesehen, die einer Impfung bisher noch skeptisch gegenüberstanden. Auch, wenn es sich bei Novavax nicht um einen Totimpfstoff im klassischen Sinne handelt.

Novavax: EU erhält 69 Millionen Dosen im ersten Halbjahr - vier Millionen für Deutschland

Bisher habe der Konzern Lieferverträge für zwei Milliarden Dosen Impfstoff abgeschlossen, die nun zum Teil noch produziert und ausgeliefert werden müssen, hieß es. Erck kündigte an, dass man die Verträge werde erfüllen können, auch wenn das Unternehmen in den vergangenen Wochen immer wieder mit Produktionsproblemen zu kämpfen hatte.

Etwa die Hälfte der Dosen haben sich dabei die Impfstoffinitiativen Gavi und Covax gesichert, um sie in ärmeren Ländern einzusetzen. 600 Millionen Dosen sollen wiederum an die Industrieländer geliefert werden. Auch die EU hatte bereits im vergangenen August Verträge mit Novavax abgeschlossen und darf jetzt in den ersten zwei Quartalen des neuen Jahrs mit circa 69 Millionen Dosen rechnen. Weitere Lieferungen bis in 2023 hinein sollen darüber hinaus möglich sein. Für Deutschland seien zunächst 4 Millionen Dosen eingeplant, die bereits im Januar ausgeliefert werden könnten.

„Quasi ein Totimpfstoff“: Lauterbach nennt Start-Termin für Deutschland - „Dürfte gut wirken“

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) zeigte sich am Freitag etwas zurückhaltender: Die erste Lieferung von 1,75 Millionen Dosen soll ab dem 21. Februar zur Verfügung stehen, meinte er. Genaue Termine für weitere 3,25 Millionen Dosen, die gekauft wurden, stünden noch nicht fest. Er hoffe auf Lieferung noch im Februar. Lauterbach erläuterte, das Präparat, das „quasi ein Totimpfstoff“ sei, solle denjenigen besonders zur Verfügung stehen, die diese Art der Impfung bevorzugten. Er selbst könne die Wertigkeit für die Omikron-Variante nicht gut einschätzen. Er gehe aber davon aus, dass der Impfstoff gut wirken dürfte. Impfungen damit würden empfohlen.

Verimpft werden kann das Vakzin dann erst einmal nur an über 18-Jährige. Der Konzern arbeitet jedoch derzeit an Studien mit zwölf bis 17-Jährigen, um auch für diese Altersgruppe eine Zulassung zu erhalten. Nach Angaben von CEO Erck konnte in verschiedenen Laborstudien eine signifikante Erhöhung der Antikörperspiegel auch bei Virusmutationen festgestellt werden, wenn die Probanden eine Booster-Impfung mit dem Novavax-Vakzin erhalten haben. (fd/fn)

Auch interessant

Kommentare