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Novavax und Valneva: Neue „Totimpfstoffe“ sorgen noch vor Zulassung für Aufruhr - und haben je ein Problem

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Von: Clara Marie Tietze

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Während die Impfquote in Deutschland nur ganz leicht steigt, liegen viele Hoffnungen auf den Impfstoffen von Novavax und Valneva.

München - Zu Beginn der Coronavirus-Pandemie sagten zahlreiche Virologen voraus: Bevor ein Impfstoff auf dem Markt ist, wird sich an der Situation kaum etwas verbessern. Nun sind seit bald einem Jahr mehrere Impfstoffe in Deutschland zugelassen, trotzdem liegt die landesweite Impfquote bei gerade einmal 70 Prozent. Einige Ungeimpfte argumentieren, dass sie sich nur mit der traditionellen Methode eines Totimpfstoffes impfen lassen wollen. Inzwischen stehen zwei solcher Impfstoffe vor der Zulassung in der EU und die Börse freut sich.

Denn obwohl die Impfstoffe wahrscheinlich erst im kommenden Jahr zugelassen werden, stiegen die Aktien des US-amerikanischen Herstellers Novavax und des französischen Pharmakonzerns Valneva maßgeblich. Allein die Novavax-Aktie ist seit Beginn der Pandemie um knapp 1350 Prozent gestiegen. In 2021 hat die Aktie um die 65 Prozent zugelegt.

Novavax und Valneva: Totimpfstoffe kurz vor Zulassung

Novavax: Totimpfstoff oder etwa doch nicht?

Der Impfstoff des US-amerikanischen Herstellers Novavax wird in der öffentlichen Debatte oft fälschlicherweise als Totimpfstoff bezeichnet. Eigentlich handelt es sich hierbei jedoch um einen proteinbasierten Impfstoff. Gesundheitsminister Karl Lauterbach erklärt dazu auf Twitter, dass Novavax zwar kein Totimpfstoff sei, „aber weil so viele Ungeimpfte nur Totimpfstoff wollen, warum auch immer, wird bald erhältliches Novavax als solcher bezeichnet.“

Eine genauere Erklärung der Hintergründe und Wirkungsweise des rekombinanten Proteinimpfstoffs von Novavax lesen Sie hier.

Die Valneva-Aktie konnte nicht ganz so extrem in die Höhe schießen wie der Kontrahent aus den USA, verzeichnet aber trotzdem einen stolzen Anstieg von knapp 750 Prozent seit Beginn der Pandemie. Im Jahresvergleich von 2021 schlägt der französische Impfstoff Novavax jedoch haushoch: Hier konnte Valneva einen Zuwachs von satten 205 Prozent generieren.

Aktienwerte schießen in die Höhe: Novavax und Valneva kurz vor Zulassung

Dieses Wachstum könnten beide Pharmakonzerne im kommenden Jahr mit der Zulassung ihrer Impfstoffe ausbauen. So planen beide Unternehmen mehrere Milliarden Impfdosen auszuliefern. Mit fast 2,6 Milliarden Dollar Vorsteuergewinn und 4,8 Millionen Dollar Umsatz, würde Novavax fast viermal so viel Geld umsetzen, wie noch in diesem Jahr. Auch Valneva rechnet mit einem weitaus höheren Umsatz im kommenden Jahr: von 103 Millionen Euro soll dieser auf 540 Millionen Euro gesteigert werden. An Vorsteuergewinn übrig bleiben sollen davon knapp 177 Millionen Euro.

Was den beiden Unternehmen jedoch einen Strich durch die Rechnung machen kann: Bei Novavax hapert es aktuell bei der Produktion und Valneva hat Probleme mit der Wirksamkeit seiner dritten Impfung. Die zuletzt attestierte schlechtere Wirksamkeit bei der Booster-Impfung erklärt der französische Hersteller mit einem unzureichenden Studiendesign. Bleibt abzuwarten, ob die beiden Unternehmen hier schnell genug nachbessern können.

Sorge bereitet aktuell auch die sich immer stärker ausbreitende Omikron-Variante des Coronavirus. Ein Mediziner klärt nun über die Gefahren auf.

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