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Missbrauchsfall Lügde: Auf einem Campingplatz im Kreis Lippe NRW sind über Jahre Kinder missbraucht worden.

Tatort Campingplatz

Missbrauch in Lügde: Zahl der Opfer steigt auf 40

Der Missbrauchsfall auf dem Campingplatz in Lügde nimmt immer erschreckendere Ausmaße an. Die Zahl der Opfer ist auf mindestens 40 gestiegen, weitere könnten folgen. Nun wurden neue Details bekannt.

  • Auf einem Campingplatz in NRW sollen Kinder über Jahre missbraucht und dabei gefilmt worden sein – Opferzahl auf 40 gestiegen.
  • Die Polizei hat vier Verdächtige festgenommen.
  • Sie werden des schweren Kindermissbrauchs und der Kinderpornografie beschuldigt.
  • Es sind wichtige Beweismittel in dem Fall verschwunden. Mehrere Sonderermittler wurden eingesetzt.
  • Der leitende Beamte der Polizeibehörde Lippe wurde suspendiert.

Update vom 4. April 2019: Der Missbrauchsfall in Lügde (NRW) hat schockierende Ausmaße angenommen. Inzwischen seien 40 Opfer festgestellt worden, teilt die Nachrichtenagentur dpa mit. Dazu kämen zwölf Verdachtsfälle. Die Zahl der Beschuldigten habe sich auf acht erhöht, heißt es weiter. 

Das habe Landesinnenminister Herbert Reul (CDU) am Donnerstag im Innenausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags mitgeteilt. 

Missbrauch in Lügde: „Die Eltern könnten Täter sein“ - weitere Kinder in Obhut

Update vom 21. März 2019: Im Fall des tausendfachen Kindesmissbrauchs in Lügde haben die Mitarbeiter des Jugendamtes den Hauptverdächtigen nach Angaben von Landrat Tjark Bartels (SPD) falsch eingeschätzt. „Dass dieser Mensch das getan haben soll, konnten sich viele nicht vorstellen“, sagte der Behördenchef am Donnerstag im Sozialausschuss des niedersächsischen Landtages in Hannover. Der 56-Jährige sei nur als „komischer Typ und ein bisschen verschroben“ beschrieben worden. Bartels räumte erneut den Fehler ein, dass das Jugendamt trotz dreier Hinweise auf Pädophilie und möglichen sexuellen Missbrauch 2016 ein kleines Mädchen bei dem Dauercamper weiter wohnen ließ und ihm sogar die Pflegschaft Anfang 2017 übertrug.

Update vom 20. März 2019: Das Jugendamt Lippe hat fünf weitere Kinder in Obhut genommen, berichtet der WDR. „Die Kinder sind auf alle Fälle Opfer. Die Eltern könnten Täter sein. Das wird ermittelt. Ein Kind lebte auch in einem Wohnwagen auf dem Campingplatz", sagte der Jugendamtsleiter Karl-Eitel John dem WDR. Es steht demnach auch der Verdacht im Raum, dass die Eltern die Kinder dem mutmaßlichen Tätern zum Missbrauch „zugeführt hätten“. Die Staatsanwaltschaft Detmold ermittelt offenbar gegen zwei Eltern.

Für Schlagzeilen sorgt nun auch ein Prozess in München. Justiz-Opfer Gustl Mollath fordert 1,8 Millionen Euro - und darf jetzt hoffen, wie Merkur.de berichtet. 

Missbrauch in Lügde: Jugendamtsmitarbeiterin löschte Akteneintrag kurz vor Beschlagnahmung

Update vom 19. März 2019: Im Fall des massenhaften Kindesmissbrauchs in Lügde hat das Jugendamt Hameln trotz mehrfacher Hinweise auf Pädophilie einen heute 56-Jährigen als Pflegevater für ein kleines Mädchen eingesetzt. Hamelns Landrat Tjark Bartels (SPD) räumte am Dienstag ein, dass schon im Jahr 2016 eine Jobcenter-Mitarbeiterin, ein anderer Vater sowie eine Kindergarten-Psychologin einen entsprechenden Verdacht äußerten. Diese Hinweise seien auch in den Akten vermerkt. In der Vergangenheit hatte der Landrat immer nur von Hinweisen auf die vermüllten Wohnverhältnisse gesprochen.

Landrat Bartels entschuldigte sich bei den Opfern. Zudem gab er bekannt, dass eine Jugendamtsmitarbeiterin kurz vor Beschlagnahmung der Akten durch die Staatsanwaltschaft einen Eintrag gelöscht hatte, den die Ermittler rekonstruieren konnten. Darin wurde dargestellt, dass der Mann immer wieder Kontakt zu jüngeren Mädchen suche und sie in ein Abhängigkeitsverhältnis bringe. Die Frau wurde vom Dienst freigestellt.

Update vom 14. März 2019: Der Missbrauchsfall von Lügde nimmt immer erschreckendere Ausmaße an. Die Zahl der Opfer sei auf mindestens 34 gestiegen, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Donnerstag im Innenausschuss des Landtags. Bei 14 weiteren Personen bestehe der Verdacht, dass auch sie Opfer des vielfachen Missbrauchs auf einem Campingplatz in Nordrhein-Westfalen geworden sein könnten. Reul rechnet daher mit noch mehr Opfern. Bislang waren die Ermittler von mindestens 31 Opfern ausgegangen.

Aktuell werden Reul zufolge fast 3,3 Millionen sichergestellte Bilder und fast 86 300 Videos ausgewertet. Insgesamt 24 Spezialisten werteten in Bielefeld die IT-Beweismittel aus. Die Durchsuchungen wurden auf weitere Objekte ausgedehnt. Anfang März sei das Elternhaus eines Mitbeschuldigten untersucht worden. Unterlagen und CDs seien im Keller sichergestellt worden. Außerdem gebe es Hinweise auf eine weitere „tatrelevante Parzelle“ auf dem Campingplatz.

Auch der Polizeiskandal infolge zahlreicher Ermittlungspannen in dem Fall weitet sich aus. So wurde ein zeitweiliger Leiter der Ermittlungskommission in Lippe vorläufig vom Dienst suspendiert. Der Beamte des Kriminalkommissariats Bad Salzuflen habe die Kommission von Mitte Dezember bis Anfang Januar geführt, sagte Reul. Gegen ihn bestehe in einem anderen Sexualstraffall der Verdacht der Strafvereitelung im Amt. Wie auch im Fall Lügde seien Beweismittel in jenem Fall nicht mehr auffindbar gewesen. Gegen den Beamten seien Strafanzeige gestellt und ein Disziplinarverfahren eröffnet worden.

Update vom 27. Februar 2019: Trotz des sich ausweitenden Skandals um den massenhaften sexuellen Missbrauch auf einem Campingplatz bei Lügde in Ostwestfalen hält die Staatsanwaltschaft Detmold an ihrem Zeitplan fest. „Die Anklage soll noch vor Mai stehen“, sagte Oberstaatsanwalt Ralf Vetter der Deutschen Presse-Agentur. Ein möglicher Prozess könnte dann im Juni beginnen. Bislang sitzen drei Männer aus Lügde, Steinheim und Stade in Niedersachsen im Alter von 33 bis 56 Jahren in Untersuchungshaft. Ihnen werfen die Ermittler schweren sexuellen Missbrauch von Kindern und den Besitz von Kinderpornografie vor.

Update vom 27. Februar 2019: Auf einem Campingplatz bei Lügde in Nordrhein-Westfalen hat die Polizei am Mittwoch erneut nach Hinweisen auf einen massenhaften sexuellen Missbrauch von Kindern gesucht. Spezialisten durchkämmten dabei den Tatort und sicherten Spuren, wie die Polizei Bielefeld am Nachmittag der Deutschen Presse-Agentur sagte. Dabei sei auch ein Spürhund eingesetzt worden, der auf die Suche nach Datenträgern spezialisiert ist, sagte eine Sprecherin. Zu möglichen Ergebnissen der Suche wollte sich die Polizei zunächst nicht äußern.

Das waren die News vom 26. Februar 2019

Update vom 26. Februar 2019, 21.58 Uhr: Am Dienstagabend wurde eine einschneidende Konsequenz für die zuständige Kreispolizei bekannt: Auf Anweisung des NRW-Innenministeriums werde der Polizeidirektor an das Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten versetzt, teilte Landrat Axel Lehmann (SPD) mit. Den Posten übernimmt kommissarisch bis Mai 2019 eine Beamtin aus dem Landeskriminalamt. Der Landrat hatte bereits vorige Woche einen anderen Beamten, den Leiter der Direktion Kriminalität, von seinen Aufgaben entbunden.

NRW/Lügde: Missbrauch auf Campingplatz - vierter Verdächtiger festgenommen

Update vom 26. Februar 2019, 16.08 Uhr: 

Im Missbrauchsskandal von Lügde gibt es einen vierten Tatverdächtigen. Der Minderjährige soll im Besitz von Kinderpornografie gewesen sein, wie das Polizeipräsidium Bielefeld am Dienstag mitteilte. Er befinde sich so wie drei andere Tatverdächtige auf freiem Fuß.

Nach einem Bericht des Westdeutschen Rundfunks handelt es sich bei dem Verdächtigen um einen 16-Jährigen. Die bei ihm gefundenen Kinderpornos sollen auf dem Campingplatz entstanden sein. Unklar sei, ob der aus der Region stammende Heranwachsende sich in der Vergangenheit persönlich auf dem Campingplatz befunden habe.

Wie die Ermittler weiter mitteilten, blieb die Zahl der identifizierten Opfer bei 31, darunter 27 Mädchen und vier Jungen. Die zuständige Ermittlungskommission sei auf 60 Beamte vergrößert worden.

Update vom 26. Februar 2019, 11.30 Uhr: Im Skandal um die Panne im Missbrauchsfall auf dem Campingplatz in Lügde wird am heutigen Dienstag weiter nach dem verschwundenen Videomaterial gesucht. Mit einer groß angelegten Suche in den Polizeiwachen Lemgo, Blomberg und Bad Salzuflen soll endlich der verschwundene Metallkoffer mit den für die Ermittlungen wichtigen Datenträgern gefunden werden, wie Bild berichtet. 

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Demnach hätten die verschwundenen Beweismittel in einen extra eingerichteten Asservatenraum umgelagert werden sollen. Dabei fiel dann offenbar das Fehlen der Datenträger auf. 

Nach den Pannen im Skandal am Campingplatz gibt es erste personelle Konsequenzen

16.54 Uhr: Im Skandal um die bei der Polizei verschwundenen Beweismittel im Missbrauchsfall Lügde hat es am Freitag erste personelle Konsequenzen gegeben: Der Landrat des Kreises Lippe und Behördenleiter der Polizei, Axel Lehmann (SPD), teilte am Freitag in Detmold mit, er habe den Leiter der Direktion Kriminalität in der Behörde "von der weiteren Wahrnehmung seiner Aufgabe entbunden".

Zugleich entschuldigte sich Lehmann bei den Betroffenen des Missbrauchsfalls für die offenkundigen Ermittlungspannen bei der Polizei. "Dass gravierende Fehler gemacht worden sind, ist unstreitig", sagte der Landrat mit Blick auf die 155 verschwundenen Datenträger. Welche Fehler gemacht worden seien, werde nun "komplett aufgeklärt". Lehmann sprach in diesem Zusammenhang von einer "eklatanten Fehlleistung" bei der Polizei Lippe, die ihn "fassungslos" mache.

Missbrauch in Lügde: Ein Polizist in Ausbildung als Verantwortlicher

15.52 Uhr: Im Fall des vielfachen Kindesmissbrauchs auf einem Campingplatz in Lügde ist wichtiges Beweismaterial verschwunden. Die Staatsanwaltschaft Detmold hat derzeit keine Hinweise darauf, dass die Dateien gestohlen wurden. "Bis zum jetzigen Zeitpunkt geht die Staatsanwaltschaft - wie auch die Sonderermittler - davon aus, dass die Asservate aufgrund nachlässigen Umgangs nicht auffindbar sind und nicht entwendet wurden", teilte die Behörde am Freitag mit.

Natürlich werde aber auch die Möglichkeit eines Diebstahls der 155 Datenträger nicht ausgeschlossen, erklärte die Behörde weiter. "Bislang haben sich dafür allerdings zureichende tatsächliche Anhaltspunkte nicht ergeben." Es handelt sich dementsprechend lediglich um einen Prüfvorgang, kein Ermittlungsverfahren.

Des weiteren wurde nun bekannt, dass in Polizist in Ausbildung mit der Auswertung von sichergestelltem Datenmaterial beauftragt wurde. Es handele sich um einen Kommissaranwärter, sagte eine Sprecherin des nordrhein-westfälischen Innenministeriums. „Dieses Vorgehen verstößt zwar nicht gegen Dienstvorschriften, ich halte es aber trotzdem für unverantwortlich - gerade in einem derart anspruchsvollen und sensiblen Fall“, sagte Landesinnenminister Herbert Reul (CDU) der „Rheinischen Post“.

Skandal in Lügde: Sonderermittler im Einsatz

7.10 Uhr: Im Skandal um verschwundene Beweisstücke zum Kindesmissbrauchs in Lügde ist ein Sonderermittler im Einsatz. Mit Unterstützung durch LKA-Mitarbeiter soll er den Verbleib von 155 Datenträger klären, die in der Kreispolizeibehörde Lippe mit Sitz in Detmold verschwunden sind. Innenminister Herbert Reul (CDU) sprach am Donnerstag von „Polizeiversagen“ und „Debakel“. Der Bund Deutscher Kriminalbeamter stufte das Verschwinden von Beweisstücken als eine „Katastrophe“ für das Ansehen der Polizei ein.

Der Skandal dürfe an diesem Freitag auch im Landtag in Düsseldorf zur Sprache kommen. Auf der Tagesordnung steht bereits seit längerem ein Antrag der Regierungsfraktionen von CDU und FDP, wie der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Missbrauch verbessert werden kann. Die SPD-Opposition sieht im Lügder Ermittlungsskandal nun bereits genug Stoff für einen weiteren parlamentarischen Untersuchungsausschuss.

Reul hatte am Donnerstag angekündigt, dass der Sonderermittler und LKA-Mitarbeiter „keinen Stein auf dem anderen“ lassen werden, um den Verbleib der Datenträger aufzuklären.

Missbrauch auf Campingplatz in Lügde: Wichtige Beweismittel weg - „Polizeiversagen“

Update vom 21. Februar 2019, 17.51 Uhr: NRW-Innenminister Herbert Reul spricht von einem Polizeiskandal. Bei den Untersuchungen zum Kindesmissbrauch in Lügde ist offenbar wichtiges Beweismaterial abhanden gekommen. Einige Datenträger mit kinderpornografischem Material seien aus den Büros der Beamten spurlos verschwunden, berichtet RTL-West.

Demnach wird seit Wochen ein Koffer mit rund 155 CDs und DVDs vermisst. Reul hat inzwischen Sonderermittler nach Detmold geschickt, um den Fall aufzuklären. Bei den Missbrauchsfällen in Lügde gab es mindestens 31 Opfer. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Zahl noch steigen könnte.

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Update vom 21. Februar 2019, 17.47 Uhr: Im Fall des vielfachen Kindesmissbrauchs auf einem Campingplatz im nordrhein-westfälischen Lügde sind wichtige Beweismittel verschwunden. Landesinnenminister Herbert Reul (CDU) hat nach dem Verschwinden mehrere Sonderermittler eingesetzt. Ein Koffer und eine Hülle mit etwa 155 Datenträgern würden seit dem 20. Dezember in der Kreispolizeibehörde Lippe vermisst, teilte Reul am Donnerstag in Düsseldorf mit.

Das Fehlen der Asservate sei erst am 30. Januar bemerkt worden. Nur drei CDs davon seien bisher ausgewertet worden. Ob auf den Datenträgern mit 0,7 Terabyte Speicherplatz auch kinderpornografisches Material war, sei daher unklar. „Man muss hier klar von Polizeiversagen sprechen“, sagte Reul. Der größte Teil von 15 Terabyte Filmmaterial war von der Polizei aber bereits gesichert worden.

Opferzahl im Fall Lügde weiter gestiegen

Update vom 11. Februar 2019: Die Opferzahl im Skandal um den massenhaften sexuellen Missbrauch von Kindern auf einem Campingplatz im nordrhein-westfälischen Lügde ist auf 31 gestiegen. Dabei handelt es sich um 27 Mädchen und vier Jungen, wie die Ermittler am Montag in Bielefeld mitteilten. Die Kinder waren bei den Sexualstraftaten meist zwischen vier und 13 Jahre alt. Zuletzt hatten die Behörden von 29 identifizierten Opfern berichtet.

Die Missbrauchsserie auf dem Campingplatz "Eichwald" in Lügde war vor knapp zwei Wochen bekannt geworden. Der Hauptverdächtige, ein 56 Jahre alter Stammgast auf dem Campingplatz, sowie zwei weitere Männer im Alter von 48 und 33 Jahren sitzen in Untersuchungshaft.

Missbrauch auf Campingplatz: Polizei erhält zahlreiche Hinweise

Update vom 06. Februar 2019: Rund eine Woche nach Bekanntwerden des massenhaften sexuellen Missbrauchs von Kindern auf einem Campingplatz nahe Detmold sind bei der Polizei zahlreiche weitere Hinweise eingegangen. 

Bis zum Mittwochmorgen waren es nach Angaben der Ermittler 49. „Der größte Teil davon hat uns direkt am Donnerstag und Freitag nach der Pressekonferenz erreicht“, sagte ein Sprecher der Bielefelder Polizei der Deutschen Presse-Agentur. Die Hinweise würden derzeit noch ausgewertet. Zum Inhalt der Hinweise und zu ihrem Wert für die Ermittlungen äußerte sich der Sprecher nicht.

Missbrauch auf Campingplatz: Jetzt wird die Arbeit des Jugendamts unter die Lupe genommen

Update vom 5. Februar 2019: Nach dem Kindesmissbrauch auf einem Campingplatz in Lügde in Nordrhein-Westfalen hat der benachbarte niedersächsische Landkreis Hameln-Pyrmont umfassende Aufklärung zu den Jugendamtsentscheidungen über ein betroffenes Pflegekind angekündigt. Es sei derzeit aber noch völlig unklar, ob seine Behörde einen Fehler gemacht habe, sagte Landrat Tjark Bartels (SPD). Eines der missbrauchten Mädchen lebte jahrelang als Pflegekind bei einem Verdächtigen auf dem Campingplatz. Die Ermittler gehen davon aus, dass der 56-Jährige das Mädchen auch als Lockvogel missbraucht haben könnte, um an andere Kinder heranzukommen.

Die Unterbringung bei dem Mann, der inzwischen in Untersuchungshaft sitzt, sei auf Wunsch der Mutter erfolgt und sieben Monate lang geprüft worden, betonte Bartels. Sie wohnt im Kreis Hameln-Pyrmont. Ob Hinweise von Zeugen auf einen möglichen sexuellen Missbrauch des Pflegekindes 2016 in seinem Jugendamt geprüft worden seien, könne er im Moment nicht sagen. „Die Akten liegen bei der Staatsanwaltschaft.“

Missbrauch auf Campingplatz: NRW-Innenminister rechnet mit noch mehr Opfern

Update vom 3. Februar 2019: Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) rechnet damit, dass die Zahl der Opfer des jahrelangen Kindesmissbrauchs auf einem Campingplatz in Lügde noch steigt. „Bisher haben wir 29 Opfer, und die Wahrscheinlichkeit ist relativ hoch, dass das mehr sein werden“, sagte Reul am Sonntag im Deutschlandfunk. Die Ermittler müssten 13.000 Dateien mit Kinderpornografie auswerten. Das Landeskriminalamt NRW helfe dabei mit. Reul räumte schwere Fehler der Polizei in dem Fall ein. „Das ist Behördenversagen an allen Ecken und Kanten“, sagte er. Deswegen sei auch gegen Polizisten Strafanzeige gestellt worden, die im Jahr 2016 Hinweisen nicht nachgegangen seien. „Wir prüfen jetzt ganz genau, woran das gelegen hat, um daraus auch Konsequenzen zu ziehen“, sagte der Innenminister.

Missbrauch auf Campingplatz: Ekel-Aussage des Haupttäters blieb folgenlos  

Update vom 2. Februar 2019: In dem unsäglichen Missbrauchsfall auf dem Campingplatz Eichwald kommen immer mehr unglaubliche Details ans Licht. So berichtet jetzt der Spiegel, dass es bereits 2016 konkrete Aussagen zu dem mutmaßlichen Haupttäter Andreas V. und seiner Pflegetochter gegeben habe. Eine Mitarbeiterin des Jobscenters Blomberg habe sich mit einem schriftlichen Gedächtnisprotokoll an die Polizei in Lippe gewandt. In dem Protokoll habe die Mitarbeiterin von Äußerungen des Mannes und des Kindes berichtet. Das Mädchen soll demnach gesagt haben, es ekele sich vor dem Geruch von Männern. Andreas V. habe erzählt, das Kind würde ihn "heiß machen" und dann plötzlich nicht mehr wollen. So seien halt Frauen. Für Süßigkeiten würde das Mädchen "alles machen". Die Anzeige der Jobcenter-Mitarbeiterin habe sich jedoch auf den Verdacht der Verwahrlosung eines Kindes bezogen, nicht auf sexuellen Missbrauch.

Die News vom 1. Februar 2019,  15.38 Uhr: Die Zahl der bislang bekannten Opfer von schwerem sexuellen Missbrauch auf einem Campingplatz in Lügde ist von 23 auf 29 gestiegen. Das teilte die Bielefelder Polizei am Freitag mit. Nach der Pressekonferenz zu dem Fall am Mittwoch gab es nach Angaben der Ermittler Informationen auf mögliche neue Opfer. Die Auswertung führte dann zu weiteren Betroffenen. Weitere Details wie Altersangaben wollte die Polizei nicht nennen.

14.56 Uhr: Jens R. erhob bereits vor wenigen Tagen schwere Vorwürfe. Der 56-Jährige Familienvater meldete einen möglichen Missbrauch seiner beiden Töchter bereits vor zwei Jahren, trotzdem wurde der unglaubliche Missbrauchsfall in Lügde erst im Dezember aufgedeckt. Im Interview mit der Bild konkretisiert Jens R. nun seine Vorwürfe. Demnach habe es immer wieder auffällige Situationen gegeben, die auf ein unnormales Verhalten des Verdächtigen hingewiesen hatten. 

Jens R. und der aktuell Beschuldigte hätten sich zur damaligen Zeit gekannt, Andreas V. habe ihm dann angeboten, auf seine Kinder aufpassen zu können. Das Angebot habe der Frührentner aber abgelehnt. Mit der Zeit sei ihm dann ein seltsames Verhalten bei dem Dauercamper aufgefallen. „Wenn er die Kinder hochgehoben hat, hat er Ihnen in den Schritt gefasst. Das habe ich ihm bei meinen eigenen beiden Kindern untersagt“, berichtet der Familienvater. 

Doch es sei sogar noch schlimmer gekommen, Jens R. berichtet im Interview mit der Bild von einem schockierenden Vorfall. „Einmal trug er meine Tochter auf der Schulter, sagte zu ihr, dass sie ihren Rock hochheben soll“, erklärt der 56-Jährige. Als ihn der Familienvater auf das ungewöhnliche Verhalten anspricht, antwortete V. sinngemäß, dass ihm das gefalle. „Da habe ich ihm eine gezimmert“, so der Vater der beiden Mädchen. 

Missbrauch auf Campingplatz: Polizei Bielefeld übernimmt Ermittlungen

13.49 Uhr: Im Fall des jahrelangen Missbrauchs auf einem Campingplatz in Lügde hat das Polizeipräsidium Bielefeld die Ermittlungen übernommen. Der Fall habe eine solche Dimension angenommen, dass jetzt Bielefeld als übergeordnete Behörde den Fall an sich gezogen habe. „Das hat Kapazitätsgründe“, sagte ein Sprecher des NRW-Innenministeriums am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Zusätzlich zu den Ermittlungen gegen die Tatverdächtigen und mehrere Jugendämter steht auch die Polizei in der Kritik. Bereits 2016 sollen zwei Hinweise auf sexuellen Missbrauch bei der Polizei Lippe eingegangen sein. Nach Telefongesprächen mit den Zeugen leiteten die Beamten die Hinweise an das Jugendamt weiter. Weitere Schritte blieben aber aus.

Die Staatsanwaltschaft Detmold hatte am Donnerstag bestätigt, dass auch gegen die Polizei ermittelt werde. Da Polizeibeamte bei Verdachtshinweisen laut Strafprozessordnung zur Verfolgung verpflichtet seien, sei diese Überprüfung jetzt folgerichtig, sagte ein Ministeriumssprecher.

Missbrauch auf Campingplatz: Jetzt wird auch gegen die Polizei ermittelt

Update vom 1. Februar 2019, 11.54 Uhr: Das Entsetzen über den Missbrauch von mindestens 23 Kindern auf einem Campingplatz in Lüdge hält Deutschland weiter fest im Griff, offenbar gab es bereits vor zwei Jahren erste Hinweise auf einen möglichen Missbrauch. Für viele unverständlich: dem dringend Tatverdächtigen wurde sogar eine Pflegetochter in Obhut gegeben. Seit 2016 habe das Mädchen bei dem Hauptbeschuldigten auf dem Campingplatz gelebt, auf ausdrücklichen Wunsch der Kindsmutter, wie der Kreis Hameln-Pyrmont im Gespräch mit Bild erklärt. 

Obwohl die Wohnsituation „sicherlich nicht optimal“ gewesen sei, wurde das Mädchen in die Obhut des Mannes gegeben. „Weder der Gesundheitszustand, die finanzielle Lage noch das erweiterte Führungszeugnis des Mannes gaben Grund zur Beanstandung. Entscheidend war die gute Bindung des Kindes zu dem Pflegevater, sein Einsatz für das Kind und erkennbare deutliche Verbesserungen des Entwicklungszustandes des Kindes, die auch durch Berichte aus den betreuenden Einrichtungen belegt wurden“, so die Erklärung. 

Obwohl ein wöchentlicher Jugendhilfeträger im Einsatz gewesen sei und die Situation im Dezember 2017 erneut geprüft worden sei, habe es keinerlei Beanstandungen im Verhältnis gegeben. 

Das waren die News vom 31. Januar 2019

18.03 Uhr: Die Staatsanwaltschaft Detmold ermittelt in dem Fall der massenhaften Vergewaltigung jetzt auch gegen die Polizei des Kreises Lippe. Nach Auskunft von Oberstaatsanwalt Ralf Vetter gab es bereits 2016 Hinweise von zwei Zeugen zum möglichen sexuellen Missbrauch eines Pflegekindes durch den Hauptbeschuldigten.

„Ein Zeuge hatte sich im August 2016 telefonisch an die Polizei, das Jugendamt und den Kinderschutzbund gewandt“, sagte Vetter am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Die Polizei habe den Hinweis auch an das Jugendamt Lippe weitergeleitet. Polizeiliche Ermittlungen habe es aber nicht gegeben. „Wir prüfen jetzt, ob die Polizei nicht weitere Schritte hätte einleiten müssen“, sagt Vetter.

Video: Männer sollen auf Campingplatz 23 Kinder missbraucht haben

Im November 2016 erfolgte eine weitere Meldung durch eine Mitarbeiterin des Jobcenters Blomberg an die Polizei und das Jugendamt Lippe. Dabei ging es laut Vetter um Äußerungen des Pflegevaters, die auf sexuellen Missbrauch des Kindes hindeuten konnten. Auch in diesem Fall reichte die Polizei den Hinweis an das Jugendamt weiter. Weitere Ermittlungen oder ein Hinweis an die Staatsanwaltschaft erfolgten nicht. 

16.43 Uhr: Bei den Ermittlungen wegen des massenhaften sexuellen Missbrauchs von mindestens 23 Kindern auf einem Campingplatz in Nordrhein-Westfalen hat die Polizei neue Hinweise bekommen. Eine neue Opferzahl gebe es aber nicht, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag. Details zu den Hinweisen nannte er nicht. „Wir müssen weiter ermitteln“, betonte der Sprecher. Die Polizei hoffe auf weitere Hinweise.

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18-Jährige berichtet: "Er hat mich vergewaltigt"

15.13 Uhr Mindestens 23 Kinder soll Andreas V. auf dem Campingplatz missbraucht haben, nun spricht eines seiner möglichen Opfer. Die heute 18-jährige Jana sei über Jahre hinweg missbraucht worden. „Damals habe ich noch nicht verstanden, was das ist“, erzählt das Mädchen im Interview mit RTL. Dann erhebt die 18-Jährige schwere Vorwürfe, im Alter von acht Jahren habe Andreas V. sie zum ersten Mal vergewaltigt. „Er hat mich dann tatsächlich vergewaltigt. Er hat wirklich tatsächlich mit mir Geschlechtsverkehr gehabt“, so die junge Frau.

„Wir haben sehr vieles unternommen. Wir sind in Freizeitparks gefahren, in Schwimmbäder und haben auf dem Campingplatz gespielt“, so die heute 18-Jährige. Um an die Kinder heranzukommen, habe der 57-Jährige mit Spielzeug gelockt: „Er hat uns immer sehr viel geholt und sehr viel gekauft. Er hat uns sogar ein eigenes Pferd gekauft.“ Der Missbrauch habe jahrelang angehalten, für die junge Frau heute unvorstellbar: „Es war jedes Wochenende so. Ungefähr im Alter von acht bis elf Jahren, bis ich realisiert habe, was da vorgefallen ist.“

Auch owl24.de* berichtet ausführlich über den Missbrauchs-Fall in NRW.

Mindestens 23 Opfer: Vater meldete Missbrauch bereits vor zwei Jahren

11.42 Uhr: Mindestens 23 Kinder sollen jahrelang auf dem Campingplatz in Lügde missbraucht worden sein, nun meldet sich der Vater zweier betroffener Mädchen zu Wort. Im Gespräch mit der Lippischen Landes-Zeitung (LZ) erhebt Jens R. schwere Vorwürfe. Der 57-Jährige sei bereits 2016 zur Polizei, dem Jugendamt und Kinderschutzbund gegangen, da Dauercamper Andreas V. seine beiden Töchter unsittlich berührt habe. Als sich die Ämter nach einigen Wochen bei ihm meldeten, seien die Vorwürfe nicht ernst genommen worden. 

„Sie sicherten mir zu, dass beim Dauercamper alles in Ordnung sei. Ich solle vorsichtig sein mit meinem Äußerungen, da ich auch wegen Rufmordes und übler Nachrede angezeigt werden könnte“, so der Familienvater. Wie Oberstaatsanwalt Ralf Vetter der Zeitung bestätigt, seien die Aussagen des Vaters aus dem Jahr 2016 bekannt. 

Als wären die Vorwürfe des 57-Jährigen nicht heftig genug, vermutet der Familienvater noch weitere Opfer: „Er hat mir erzählt, dass er auch in einem Kinderdorf und in Schwimmbädern mit Kindern gearbeitet hat.“ Nun werde geprüft, ob Behörden in der Aufarbeitung der Vorwürfe Fehler gemacht hätten. 

10.49 Uhr: Bei den Ermittlungen wegen des massenhaften sexuellen Missbrauchs von mindestens 23 Kindern auf einem Campingplatz in Nordrhein-Westfalen hat die Polizei neue Hinweise bekommen. Eine neue Opferzahl gebe es aber nicht, sagte ein Polizei-Sprecher am Donnerstagmorgen zum Geschehen in Lügde bei Detmold. Details zu den Hinweisen nannte er nicht. „Wir müssen weiter ermitteln“, betonte der Sprecher. Die Polizei hoffe auf weitere Hinweise. Am Mittwoch hatten die Ermittler Details in einer Pressekonferenz mitgeteilt.

Update 31. Januar, 6.50 Uhr:

Nach dem sexuellen Missbrauch von mindestens 23 Kindern auf einem Campingplatz in Nordrhein-Westfalen hat der zuständige Beauftragte der Bundesregierung seine Forderung nach einer Meldepflicht für Internet-Anbieter bekräftigt. Wenn diese auf kinderpornografisches Material stießen, sollten sie es dem Bundeskriminalamt (BKA) melden, sagte Johannes-Wilhelm Rörig dem „Westfalen-Blatt“ (Donnerstag).

Der Missbrauchsbeauftragte hatte schon im vergangenen Juni die Einführung einer Meldepflicht für Internet-Provider verlangt. Bisher kämen in Deutschland Meldungen zu Missbrauchsdarstellungen vor allem vom US-Zentrum für vermisste und ausgebeutete Kinder (National Center for Missing and Exploited Children, NCMEC), weil in den Vereinigten Staaten eine gesetzliche Meldepflicht gelte, erklärte er damals. Auch deutsche Anbieter sollten gesetzlich verpflichtet werden, Verdachtsfälle auf Kinder- und Jugendpornografie an eine zentrale Stelle - zum Beispiel beim BKA - zu melden, hatte Rörig gefordert.

Missbrauch von 23 Kindern auf Campingplatz – Polizei ermittelt auch wegen Kinderpornografie

Update: 15.15 Uhr: Im Fall des sexuellen Missbrauchs von Kindern auf einem Campingplatz in Nordrhein-Westfalen ermittelt die Staatsanwaltschaft auch gegen die Jugendämter des Kreises Lippe und des Landkreises Hameln-Pyrmont in Niedersachsen. „Wir überprüfen, ob die Behörden Fehler gemacht haben“, sagte der Detmolder Oberstaatsanwalt Ralf Vetter.

Über einen Zeitraum von zehn Jahren sollen zwei Männer mindestens 23 Kinder sexuell missbraucht und kinderpornografisches Material hergestellt haben. Ein dritter Mann fungierte nach Ermittlerangaben als Auftraggeber. Es gehe um mehr als 1000 Einzeltaten. Die Verdächtigen - ein 56-Jähriger aus Lügde, ein 33-Jähriger aus Steinheim bei Höxter und ein 48-Jähriger aus Stade in Niedersachsen - seien in U-Haft.

Das Jugendamt des Kreises Lippe erfuhr nach eigenen Angaben Ende 2018 von einer Strafanzeige wegen Kindesmissbrauchs. Das betroffene Pflegekind, ein Mädchen, habe bei dem 56-Jährigen auf dem Campingplatz gelebt, sagte eine Kreissprecherin am Mittwoch. Das Mädchen sei „noch am selben Tag in Obhut genommen“ worden, hieß es.

Bereits Ende 2016 sei bei dem Jugendamt eine Kindeswohlgefährdung angezeigt worden. „Diese Anzeige bezog sich auf den Verdacht der Verwahrlosung eines Kindes - nicht eines möglichen Missbrauchs.“ Das Jugendamt habe „umgehend“ die Situation vor Ort geprüft. „Die Einschätzung der Mitarbeiter ergab: Das Kind lebte in keinem verwahrlosten Umfeld, sodass das Jugendamt das Kind nicht in Obhut nahm.“ Die Behörde habe aber empfohlen, die Unterbringung und häusliche Situation auf Dauer zu verändern.

Diese Einschätzung und der Hinweis auf eine latente Kindeswohlgefährdung sei an das zuständige Jugendamt im Landkreis Hameln-Pyrmont weitergeleitet worden mit der Bitte, die Unterbringung des Mädchens zu überprüfen. Die Mutter wohnt nach Behördenangaben in Hameln-Pyrmont. Durch eine Entscheidung des dortigen Jugendamtes habe das Kind bei dem 56-Jährigen gelebt. Sie sollen verwandt sein.

Drei Tatverdächtige wurden seit Dezember 2018 im Fall in Lügde festgenommen

Update: 12.30 Uhr: Heute Vormittag gab die Polizei Lippe eine Pressekonferenz zu den Ereignissen auf dem Campingplatz in Lügde. Dort wurden, neuesten Aussagen zufolge, seit 2008 circa 23 Kinder über Jahre sexuell missbraucht. Im Dezember 2018 konnte die Polizei die Vorgänge beenden.

Damals wurde der 56-jährige Hauptverdächtige festgenommen. Im Januar folgten zwei weitere Verhaftungen eines 48-Jährigen aus Stade und eines 33-Jährigen. Zum jetzigen Zeitpunkt werden zwei der drei Tatverdächtigen des schweren Kindesmissbrauchs beschuldigt. Ein Teilgeständnis des Mannes aus Stade liegt den Behörden bereits vor. Gegen den 33-jährigen Mann wird weiter ermittelt.

Lügde: Mindestens 23 Kinder wurden auf dem Campingplatz missbraucht

Die Täter sollen im Zeitraum von 2008 bis 2018 circa 23 Kinder im Alter von vier bis dreizehn Jahren sexuell missbraucht haben. Es wird allerdings angenommen, dass die Zahl der Opfer im Laufe der Ermittlungen noch weiter steigen wird. Bei den bisher bekannten Geschädigten handelt es sich nicht nur um Mädchen, auch Jungen sind unter den Opfern. Die Polizei geht dabei von mehr als 1000 Einzeltaten aus, die sich größtenteils auf dem Campingplatz in Lügde ereigneten.

Dauercamper auf dem Campingplatz Eichwald haben mindestens 23 Kinder über Jahre missbraucht.

Die drei Tatverdächtigen werden der Kinderpornografie beschuldigt

Zudem sollen alle drei Tatverdächtige kinderpornografische Videos angesehen oder selbst gedreht haben. Besonders der 56-jährige Hauptdächtige steht im Verdacht Kinderpornografie selbst erstellt zu haben. Den Behörden liegen im Zuge dessen momentan mehr als 13.000 Dateien vor. Weitere müssen noch analysiert werden. Fest steht jedoch, dass einige kinderpornografische Videos im Zuge des momentan untersuchten Missbrauchs entstanden.

Die drei Männer, die momentan in Untersuchungshaft sitzen, kannten sich durch das Internet. Über Darknet kommunizierten sie und konnten sich austauschen. Im realen Leben sollen sie sich nie gesehen haben. 

Missbrauch am Campingplatz Lügde: Weiteres Vorgehen der Polizei

Im Folgenden wird die Polizei Befragungen durchführen. Die misshandelten Kinder müssen dabei als Zeugen vernommen werden. Allerdings werden die Beamten, so die Sprecher bei der Pressekonferenz, auf ein besonders sensibles Verfahren achten. Es ist geplant die betroffenen Kinder in speziellen Kindervernehmungsräumen anzuhören, um eine angenehmere Atmosphäre zu schaffen und den Kindern die Befragung etwas zu erleichtern.

Zudem stehen nun umfangreiche Ermittlungen an, aber auch der Schutz und die Betreuung der Opfer ist für die Polizei sehr wichtig. „Das ist auch für uns nichts Alltägliches“, sagte ein Pressesprecher der Polizei.

Ermittler gaben weitere Details in einer Pressekonferenz bekannt

Update: 11.22 Uhr: Die Polizei gibt zum jetzigen Zeitpunkt eine Pressekonferenz zu genauen Details des Verbrechens am Campingplatz in Lügde. 

Owl24.de* berichtet im Ticker über die Pressekonferenz: Newsticker: 20 Kinder missbraucht – Behörden geben weitere Details bekannt

Missbrauch am Campingplatz: 56-Jähriger Hauptverdächtiger

Update: 30. Januar 2019, 10.09 Uhr: Über mehrere Jahre hinweg haben drei Täter auf einem Campingplatz bis zu 20 Kinder sexuell missbraucht. Eines der Opfer war offenbar die Pflegetochter eines 56-jährigen Täters. 

Nun ist bekannt: Der 56 Jahre alte Dauercamper gilt als Haupttäter, laut bild.de soll er über seine Pflegetochter an weitere Opfer gekommen sein. Über 30 Jahre lebte er auf dem Campingplatz Eichenwald in Lügde in einem Bretterverschlag, in dem laut bild.de auch die meisten der Verbrechen passierten. Nun ist die Gartenlaube gesperrt. Die Polizei riegelte das Gelände um die Laube ab.

Der Täter selbst zog vor 30 Jahren mit seinen Eltern auf den Campingplatz und lebte seit deren Tod auch weiter in dem Verschlag. Der Campingplatz-Betreiber Frank Schäfsmeier, auf dessen Platz die Laube steht, berichtete der Bild über den 56-Jährigen. Er verhielt sich komplett normal: „Der Mann war immer freundlich, hilfsbereit, völlig unauffällig.“

Ursprüngliche Meldung aus Lügde: 20 Kinder auf Campingplatz missbraucht

Detmold -  Ein 56-jähriger Mann aus dem nordrhein-westfälischen Kreis Lippe und zwei weitere Täter sollen nach WDR-Informationen über mehrere Jahre hinweg etwa 20 Kinder im Alter zwischen vier und 13 Jahren missbraucht haben. 

Kindermissbrauch im Campingwagen in Lügde

Tatort soll ein Campingplatz in Lügde gewesen sein, wie der Sender am Dienstag berichtete. Die Polizei und die Staatsanwaltschaft Detmold wollen am Mittwoch Einzelheiten zu dem Fall mitteilen.

Die Behörden sprachen in einer Einladung zu einer Pressekonferenz von einer "Vielzahl von Taten, bei denen Kinder schwer sexuell missbraucht wurden". In diesem Zusammenhang habe es drei Festnahmen gegeben. Weitere Details nannten die Ermittler zunächst nicht.

Tatort Campingplatz: Pflegetochter unter den Opfern

Laut WDR soll eine Mutter einem Dauercamper auf dem Platz in Lügde spätestens 2016 ihre Tochter überlassen haben. Kurz darauf gab es demnach Anzeigen, weil sexueller Missbrauch vermutet wurde. Doch die Ermittlungen von Jugendamt und Polizei brachten nichts Belastbares zu Tage, wie der Sender berichtete.

Trotz der Wohnsituation des Dauercampers und der vorliegenden Anzeigen habe das Jugendamt in ein Pflegeverhältnis eingewilligt - das Kind sei dem Dauercamper anvertraut geblieben. Seit der Festnahme des Mannes 2018 ermittele die Polizei. Nach WDR-Recherchen erstrecken sich die Ermittlungen auch auf das angrenzende Ausland, da auf dem Campingplatz auch Urlauber unter anderem aus den Niederlanden ihre Ferien verbringen.

AFP

Für Schlagzeilen sorgte vergangenes Jahr ein Missbrauchsfall in Freiburg: Ein Kind wird über Jahre von seiner Mutter und deren Freund missbraucht und Männern gegen Geld zur Vergewaltigung überlassen. 

Acht Jugendliche filmten Missbrauch von 13-Jähriger im Wald

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