+
In Senden wurde ein Toter nach acht Jahren in seiner Wohnung gefunden (Symbolbild)

Tragischer Fall in Senden (NRW)

Frührentner und Hund verwesen acht Jahre in Wohnung - Frau schildert rätselhafte Begegnung auf der Straße

In Nordrhein-Westfalen wurde in einer Wohnung vor einigen Tagen eine Leiche gefunden. Der Fall wirft Fragen auf. 

Update vom 7. Oktober: Offenbar ist es doch nicht so, dass der Frührentner nicht vermisst wurde. Wie „RTL“ berichtet, habe eine Bekannte, die im Haus nebenan wohne, sogar bei der Gemeinde nachgefragt. „Ich hatte gefragt, ob der tot ist oder noch lebt. Ja, und das durften sie mir dann nicht sagen", wird die Frau zitiert.

Senden: Bekannte schildert mysteriöse Begegnung  

Update vom 6. Oktober: Der Fall eines unbemerkt in seiner Wohnung zu Tode gekommenen Mannes sorgt in Senden (NRW) sorgt in Deutschland für Bestürzung. Eine Bekannte des Verstorbenen hat nun einem RTL-Reporter von einer mysteriösen Begegnung berichtet. Nachdem sie den Frührentner längere Zeit nicht mehr gesehen hatte, habe sie einen Mann mit dessen Hund spazieren gehen gesehen. Dieser habe sich als ein Freund vorgestellt, der aus Münster komme. Sie habe sich nach dem 59-Jährigen erkundigt. Es gehe ihm gut, er nehme den Hund jetzt mit nach Münster, soll der Unbekannte damals geantwortet haben. Doch auch der Mischling wurde tot in der Wohnung des Frührentners aufgefunden.

Spaziergänger haben in einem Bach bei Monheim einen menschlichen Unterarm gefunden. Sie riefen die Polizei zu dem grausigen Fund.

Senden: Polizei mit neuem Detail 

Update vom 5. Oktober: Rätsel gibt weiterhin die Frage auf, warum der tote Frührentner so lange unentdeckt bleiben konnte. Es gebe Hinweise darauf, dass sich bereits vor Jahren Nachbarn an die Polizei gewandt hätten, berichtet RTL. Im elektronischen System der Ermittler könnten aber nur Einsätze aus den vergangenen fünf Jahren abgefragt werden. „Es ist leider so, dass aus datenschutzrechtlichen Gründen unsere Einsatzprotokolle gelöscht werden müssen", wird die Polizeisprecherin in Coesfeld zitiert. 

Frührentner und Hund verwesen acht Jahre in Wohnung

Update vom 3. Oktober: 8.16 Uhr: Laut RTL wurde der Frührentner inzwischen obduziert, es gebe bislang keine Hinweise für eine nicht natürliche Todesursache. Der Todeszeitpunkt könne auf Ende 2011 eingegrenzt werden. Damals sei der Tote 59 Jahre alt gewesen. Man habe auch sein Auto gefunden. Es habe seit Jahren unbenutzt und völlig vermoost auf dem Parkplatz vor dem Haus gestanden. 

Auch in Österreich fand die Polizei eine Leiche, die in einem Kellerabteil verweste. Der Mieter gab nach seiner Festnahme an, es handele sich dabei um seinen Freund, den er in Plastik verpackt und dort gelagert habe

Update vom 2. Oktober, 6.30: Nach Informationen der „Bild“-Zeitung hat der Frührentner einen Bruder, der als Direktor eines Gymnasiums arbeitet. Der Verstorbene habe „mit ihm schon ewig nichts mehr zu tun. Er hielt ihn für einen komischen Kauz, einen Akademiker“, zitiert das Blatt eine Bekannte des Frührentners. Dessen ungeachtet müsse sich der Bruder nun wohl um die Angelegenheiten des Toten kümmern, hieß es. „Wir werden uns bezüglich der Bestattung mit den Angehörigen in Verbindung setzen“, wird ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes in Senden zitiert.

Nach acht Jahren gefunden: Frührentner verweste in Wohnung - Hund verhungert

News vom 1. Oktober: Senden - Es ist eine traurige Geschichte, die sich in einem Hochhaus im nordrhein-westfälischen Senden ereignet hat. Alleine, nur im Beisein seines Hundes, starb dort vor acht Jahren ein Frührentner. Doch seine Leiche wurde erst im September dieses Jahres gefunden. Sein Hund verhungerte neben der verwesenden Leiche. Wie konnte das passieren?

Wie die Bild berichtet, gab es am 20. September in dem Haus, in dem der Frührentner lebte, einen Kellerbrand. Alle Hausbewohner sollten das Gebäude verlassen - es wurde komplett evakuiert. Doch in der Wohnung des 59-Jährigen öffnete niemand die Tür. Daher mussten die Feuerwehrleute, so die Zeitung, die Wohnung gewaltsam öffnen. Dort stießen sie auf die Leiche des 59-Jährigen. Acht Jahre lang soll der Mann in der Wohnung gelegen haben.

Senden: Warum blieb der Tod so lange unentdeckt?

Wie Nachbarn der Zeitung erzählten, lebte der Mann alleine mit seinem Hund in der Wohnung im zweiten Stock. Es sei mit der Zeit zu bemerken gewesen, dass er sich veränderte. Er nahm stark ab und man sah ihn kaum noch, so die Nachbarn. Während mit dem Hund zunächst noch ein Bekannter Gassi ging, wurde auch das mit der Zeit weniger. So sah man nach einiger Zeit wohl sowohl den Hund als auch sein Herrchen nicht mehr.

Eine Nachbarin habe sich Sorgen gemacht, berichtet die Bild (Artikel hinter der Bezahlschranke). Sie bemerkte nach eigenen Angaben einen seltsamen Gestank im Flur und wandte sich sowohl an die Hausverwaltung als auch an die Polizei. Beide konnten nichts feststellen. Nachdem ein Nachbar angab, der Frührentner sei nicht im Haus, sondern bei einem Freund, wurde offenbar nicht weiter ermittelt.

Die Nachbarin kontaktierte aufgrund weiterer Auffälligkeiten - wie einem überquellenden Briefkasten - noch weitere Personen und Versicherungen. Allerdings wohl ohne Erfolg.

Senden: Die Ermittlungen wegen Leichenfund laufen

Nach dem Fund der Leiche des 59-Jährigen laufen nun die Ermittlungen. Die Polizei versucht zu klären, warum die Hinweise auf den Tod des Mannes lange nicht erkannt und verfolgt wurden. Die Staatsanwaltschaft ließ die Leiche in der Zwischenzeit obduzieren. Es gebe keine Spuren auf Fremdeinwirkung, schreibt bild.de.

Doch dass Leichen viele Jahre unentdeckt bleiben, ist keine Seltenheit. In München gab es erst im August einen Fall, bei dem eine Leiche erst nach zwei Jahren auftauchte, berichtet Merkur.de*. In den USA dagegen machte ein Amerikaner eine erschreckende Entdeckung. Er fand auf Google Earth eine Leiche.

chd

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

„Gesundheitliche Beeinträchtigung kann nicht ausgeschlossen werden“: Rückruf von Fischprodukten 
Die Firma HMF Food Production hat ein Fisch-Produkt zurückgerufen. Besonders die Supermärkte Edeka und Marktkauf sind dabei betroffen.
„Gesundheitliche Beeinträchtigung kann nicht ausgeschlossen werden“: Rückruf von Fischprodukten 
Goldener BMW abgeschleppt - Diesem Star gehört die Angeber-Karre
Alles andere als glänzend, fand die Polizei in Düsseldorf einen SUV. Der BMW gehört nicht einfach nur einem Tuning-Fan, sondern ist bereits im Netz bekannt.
Goldener BMW abgeschleppt - Diesem Star gehört die Angeber-Karre
Gefährlicher Asteroid nimmt Kurs auf Erde - Forscher der ESA sind alarmiert 
Ein Asteroid wurde entdeckt, wie er direkt auf die Erde zurast. Wird unser Planet in naher Zukunft von einem Himmelskörper getroffen?
Gefährlicher Asteroid nimmt Kurs auf Erde - Forscher der ESA sind alarmiert 
Deutschland-Wetter: Wettererscheinung zieht über Deutschland - und das ist ziemlich ungerecht
Das Wetter in Deutschland: Der Sommer-Oktober legt eine Pause ein - zumindest in Teilen Deutschland. Dafür sorgt Sturmtief „Thilo“. Alle Infos im Wetter-Ticker.
Deutschland-Wetter: Wettererscheinung zieht über Deutschland - und das ist ziemlich ungerecht

Kommentare

Rauchendes_GNUAntwort
(0)(0)

Nicht "automatisch", aber durchaus dann, wenn sie von Nachbarn darauf hingewiesen werden. Ich finde es erschütternd, daß man in einem Hochhaus, mithin unter vielen anderen Menschen, so unbemerkt und unbeachtet sterben kann - Mensch und Hund - daß es jahrelang nicht auffällt, nur weil diejenigen, die das Recht und die Möglichkeiten hätten, die Lage zu klären, sich vor dieser Aufgabe drücken. Lieber einmal zu oft nachgesehen, als einmal zu wenig. Deutschland ist so dicht besiedelt, und trotzdem sterben mitten unter uns völlig vereinsamt Menschen. Ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft - bzw. in diesem Fall für Polizei und Hausverwaltung.

Radln? nein DankeAntwort
(0)(0)

Leider kenne ich Häuser (Soziales Wohnen) , indenen soviel Hass und Missgunst herrschen.

Indenen (einzelne) Mieter regelrecht bekämpft werden (Der gehört nicht zu UNS);
indenen einfache Geister um Macht,bzw Vorherrschaft kämpfen , das von friedlichem Zusammenleben keine Rede mehr sein kann.
Ist in solchen Häusern erst mal "der Wurm" drin, kann oft niemehr etwas daran geändert werden. Verwaltungen/Vermieter kämpfen gegen Ignoranz .
Neue werden sogleich "abgecheckt" und klassifiziert -oft ohne zu wissen was eigentlich los ist- Oft wird gemauschelt und gemobbt und gelogen, nur um die "Hirarchie" bestehen zu lassen.

Wenn dann beiläufig wahrgenommen wird, das einer/eine keine üblichen Lebenszeichen mehr von sich gibt dann ist das EGAL.....Denn einfache Geister lieben es, Macht über Andere zu haben...

Radln? nein Danke
(0)(0)

Ist nicht so ganz einfach, einen Nachbarn als "wo ist der, lebt der noch?" zu melden.
Die Polizei kann entweder mit der Feuerwehr anrücken und die Wohnungstüre gewaltsam öffen .
Davor scheuen dann doch einige zurück....

Oder sonst: Nichts machen....