4 Euro für heißes Wasser

Herzlos: Starbucks zockt Obdachlosen ab

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Hamburg - Vorweihnachtlicher Skandal um die weltgrößte Kaffeekette: Ein Obdachloser musste bei Starbucks vier Euro für einen Liter heißes Wasser bezahlen.

Nicht nur die Regale in deutschen Supermarktketten werden wieder von reich bestückten Spekulatius-, Zimstern- und Lebkuchen-Paletten dominiert - auch die berühmteste Kaffeekette der Welt wirbt schon wieder fleißig mit alljährlichen Weihnachtsspecials samt passender Becher.

In einer Filiale in Hamburg scheint der Geist der Weihnacht allerdings noch nicht so ganz übergesprungen zu sein: Dort ließ man nämlich sämtliche christliche Grundwerte wie Nächstenliebe und Barmherzigkeit außer Acht und verlangte von einem Obdachlosen vier Euro für nichts als heißes Wasser. 

Der obdachlose Viktor T. zahlte überrascht 

Viktor T. stammt ursprünglich aus der Slowakei, lebt gemeinsam mit seiner Hündin Alina erst seit ein paar Wochen auf einer Fußgängerbrücke in Hamburg. Der 38-Jährige spricht kein Deutsch und kaum Englisch - auch deshalb bezahlte er widerstandslos, als man in der besagten Filiale vier Euro von ihm einforderte, nachdem er um heißes Wasser gebeten hatte, um seine Thermoskanne nachfüllen zu können. Nicht mal nach einem Teebeutel hatte er gefragt.

Als der Obdachlose einer ehrenamtlichen Helferin der Hamburger Obdachlosen-Hilfs-Organisation „Engel in den Straßen“ von seinem Erlebnis bei Starbucks erzählte, reagierte die fassungslos. „Für einen knappen Liter Wasser haben sie ihm vier Euro abgenommen“, erzählte die 40-Jährige der „Hamburger Morgenpost“. 

Starbucks spricht von „verletzten Werten“

Die milliardenschwere Kaffeekette zeigte sich auf Nachfrage der Hamburger Tageszeitung ungewohnt einsichtig und schuldbewusst: „Wir werden detaillierte Nachforschungen zu dem Vorfall anstellen", versprach eine PR-Sprecherin der Starbucks-Zentrale in München. Das beschriebene Verhalten widerspreche den Werten des Unternehmens, zu denen sie vor allem „Menschlichkeit“ zähle.

Auch die betroffene Filiale hat sich mittlerweile per Facebook zu den massiven Vorwürfen geäußert. „Wir verstehen, dass ihr enttäuscht seid, und wir bitten um Entschuldigung für den Eindruck, wir würden in unseren Coffee Houses Geld für heißes Wasser verlangen. Selbstverständlich ist dem nicht so“, heißt es in dem Post.

Das angekratzte Image der Filiale kann das aber wohl auch nicht mehr retten: Die meisten Nutzer machen ihrer Empörung und ihrem Ärger mit wütenden Kommentaren Luft. So schreibt beispielsweise die Userin Nicole G.: „So lange braucht ihr für ein so lasches Statement? Unfassbar und (für mich) nicht akzeptabel.“ Der Nutzer Stephan M. setzt noch einen drauf: „Euer scheinheilige Gesülze hier ist das Allerletzte.“

Zumindest ein Gutes hat der Starbucks-Skandal für Viktor T.: Durch die mediale Aufmerksamkeit wurde die Bäckerei Allwörden aufmerksam auf seine Geschichte und bot ihm an, zukünftig so viel heißes Wasser auszuschenken wie nötig - kostenlos versteht sich.

Rubriklistenbild: © dpa

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