+

Makaberer Grund

Oberstes US-Gericht stoppt umstrittene Hinrichtung

Washington - Hinrichtungen mit einem Giftcocktail werden in den USA zum Problem. Jetzt sagt sogar der Oberste Gerichtshof Nein. Der Grund ist allerdings makaber.

Das oberste US-Gericht hat die erste geplante Hinrichtung nach der qualvollen Exekution eines Häftlings vor einigen Wochen gestoppt. Der Supreme Court entschied am Mittwochabend (Ortszeit), dass der Mörder Russell Bucklew vorerst nicht exekutiert werden darf. Zunächst müsse ein niedrigeres Bundesgericht den Fall prüfen, begründete der Supreme Court sein Votum nach Angaben des TV-Senders ABC. Der Fall dürfte die Debatte um die Todesstrafe in den USA weiter anheizen - derzeit erlauben 32 der 50 Bundesstaaten das Töten von Schwerverbrechern.

Der Supreme Court bestätigte damit die Entscheidung eines Einzelrichters vom Vortag, die nur eine Stunde vor der geplanten Exekution ergangen war. Der 46-Jährige Bucklew sollte im Bundesstaat Missouri mit einer Giftspritze hingerichtet werden. Er hatte aber gesundheitliche Probleme angeführt, die eine Exekution mit einem Giftcocktail quälend und schmerzhaft machen könnten.

Russell Bucklew

Der Todeskandidat bezog sich dabei auch auf eine Exekution Ende April in Oklahoma-City, bei der das Gift nicht richtig gewirkt hatte. Der Todeskandidat Clayton Lockett starb damals erst nach qualvollen 43 Minuten und extremen Schmerzen. Wegen eines Venenproblems hatten nicht alle Chemikalien die Blutbahn erreicht. Der Mann erlag schließlich den Folgen eines Herzinfarkts. Augenzeugen sprachen von grausigen Szenen.

Der Fall hatte landesweites Aufsehen erregt und Millionen Amerikaner empört. Präsident Barack Obama kündigte darauf eine Prüfung der Hinrichtungsmethoden an.

Hintergrund der Probleme sind Nachschubprobleme der USA bei den zur Tötung eingesetzten Substanzen. Europäische Hersteller der Chemikalien weigern sich, sie für Hinrichtungen zur Verfügung zu stellen. Eine Reihe von US-Staaten greift jetzt auf neue Mischungen aus obskuren Quellen zurück. Kritiker werfen vielen Behörden vor, sie hielten die Zusammensetzung des Gifts geheim.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Gewürgt und vergewaltigt: Mann vergeht sich an FKK-Besucherin (49)
Schreckliche Szenen in einem Freizeitbad: Eine Frau liegt am FKK-Strand, als sie plötzlich von einem Mann angefallen wird. 
Gewürgt und vergewaltigt: Mann vergeht sich an FKK-Besucherin (49)
Zwei Kinder am Strand nahe New York von Haien gebissen
New York (dpa) - Zwei Kinder im Alter von 12 und 13 Jahren sind an einem Strand nahe New York von Haien gebissen worden. Ein 13-jähriger Junge befand sich auf der Insel …
Zwei Kinder am Strand nahe New York von Haien gebissen
Ein Bärenschädel per Luftpost
München (dpa) - Zöllner haben am Münchner Flughafen den präparierten Schädel eines Braunbären beschlagnahmt. Das Paket mit dem Schädel sollte von Kanada per Luftpost an …
Ein Bärenschädel per Luftpost
War es ein Verbrechen? Seniorin treibt tot in ihrem Pool 
Eine Rentnerin konnte nur noch tot aus dem Pool ihres Hauses geborgen werden. War es ein Verbrechen?
War es ein Verbrechen? Seniorin treibt tot in ihrem Pool 

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.