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Corona-Lage in Österreich verschärft sich: Alarmierende Zahlen auf Intensivstationen - neue Regeln greifen

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Von: Sophie Marie Unger

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Die Intensivstationen haben sich wieder gefüllt.
Die Intensivstationen in Österreich haben sich wieder gefüllt. © Jean-Francois Badias/AP/dpa

Gerät die Pandemie-Situation in Österreich außer Kontrolle? Die Anzahl der Corona-Intensivpatienten stieg am vergangenen Wochenende deutlich an.

Österreich - Zum Herbstbeginn zeichnet sich in einigen Teilen Europas erneut ein heikles Corona-Bild ab. In Österreich scheint die Situation besonders alarmierend. Am vergangenen Wochenende stieg die Anzahl der Corona-Patienten in Kliniken auf insgesamt 191 Personen und damit signifikant an. Allein zum 13. September kamen im Vergleich zum Vortag sieben neue Intensiv-Patienten in 24 Stunden hinzu. Rund 13 Prozent der verfügbaren Intensiv-Betten werden zurzeit von Corona-Patienten in Anspruch genommen. Die Covid-Kommission des Landes prognostiziert laut oe24.de einen weiteren Anstieg der Belegungszahl. Laut der Nachrichtenseite seien allerdings mehr als 90 Prozent der intensivbetreuten Coronapatienten ungeimpft.

Von Samstag auf Sonntag registrierten die österreichischen Behörden insgesamt 1.857 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Die Inzidenz liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 159,4. In der Bundeshauptstadt Wien, aber auch in den Bundesländern Vorarlberg und Niederösterreich ist die Situation besonders prekär. Die Corona-Situation scheint sich in Österreich zu verschlimmern - trotz neuer Maßnahmen.

Kommen Österreichs neue Corona-Maßnahmen zu spät?

Österreichs türkis-grüne Bundesregierung hatte vergangene Woche neue Maßnahmen angekündigt. Ein sogenannter „Stufen-Plan“ soll die Basis dafür bilden. Je nach Auslastung der Intensivbetten in den Krankenhäusern treten unterschiedliche Maßnahmen in Kraft. Am Sonntag wurde aufgrund der prekären Situation auf den Intensivstation bereits Stufe 1 erreicht. Ab 15. September sind in Österreich Antigentests somit nur noch 24 Stunden gültig, die 3-G-Regel gilt bereits für das Zusammentreffen ab 25 Personen. Zudem wird die FFP2-Masken-Pflicht wieder ausgedehnt. Extra-Maßnahmen gibt es außerdem für Ungeimpfte: Sie müssen auch im Handel, wo für Geimpfte auch bei Stufe 1 das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ausreichend ist, eine medizinische Maske aufsetzen.

Corona-Regeln in Österreich: So weit, so gut - oder eben doch nicht?

Die vermeintlich klaren Ansagen der österreichischen Bundesregierung stiften trotzdem Unmut. Denn so ganz klar sind einige Dinge dann eben doch wieder nicht. Wer nämlich die Einhaltung der außerordentlichen FFP2-Masken-Regel für Ungeimpfte kontrollieren wird, ist mehr als fraglich. Die Handelsvertreter verwiesen auf die Polizei, diese meinte, sie habe Besseres zu tun. Auch sickert die politische Botschaft nur tröpfchenweise durch. Die umstrittene neue Masken-Maßnahme für Ungeimpfte soll jene zur Impfung bewegen. Doch klar kommuniziert wird das meist nicht. Es entsteht daher der Eindruck, dass die österreichische Regierung jedem gefallen möchte. Dazu gehörte zuletzt auch eine Aussage von Bundeskanzler Sebastian Kurz. Dieser betonte nämlich, dass es für Geimpfte keinen Lockdown mehr geben wird. Selbst die Stadt Wien wurde daraufhin stutzig und reagierte empört.

Corona-Lage in Österreich verschärft: „Das Problem liegt beim Intensiv-Personal“

Nachdem sich die Corona-Situation in Österreich trotz Maßnahmen allmählich wieder verschärft, wird die Frage nach dem eigentlichen Problem laut. Und die österreichische Generaldirektorin für öffentliche Gesundheit, Katharina Reich, hat im Ö1-Morgenjournal eine mögliche Antwort gegeben. Es brauche ja nicht nur ein Bett und eine Decke, sondern auch Personal, das langwierig ausgebildet werden müsse, sagte Reich: „Das fällt nicht vom Himmel.“ Mit dieser Erklärung steht Reich nicht alleine da. Kollegen pflichten ihr bei und merken an, dass Fachkräfte im Intensivbereich bereits seit Jahren fehlen. Dieses Defizit scheint in Corona-Zeiten jedoch verheerend.

Der Flaschenhals ist beim Personal - Betten, Maschinen und Räume haben wir mehr als genug!

Christoph Hörmann, Primar der Intensivmedizinischen Abteilung der Universitätsklinik St. Pölten

Impfen gegen Corona: Deutschland mit richtungsweisender „Aktionswoche“?

In Deutschland läuft es derzeit besser. Hier startet die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angekündigte „Impfaktionswoche“. Mindestens fünf Millionen weitere Menschen sollen zum Impfen animiert werden. Dabei sollen Verbände, Promis und viel Reklame wichtige Rollen spielen.

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