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Corona-Zoff in Österreich: Bundeskanzler Kurz wegen Lockdown-Aussage unter Beschuss

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Von: Josef Forster

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Sebastian Kurz
Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz bekommt für seine Corona-Politik Gegenwind © Jaroslav Nov/dpa

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz brachte mit seiner Lockdown-Aussage Wiens Bürgermeister Michael Ludwig gegen sich auf. Über die Lockerung von Maßnahmen wird gestritten.

Wien/München - Wiens Bürgermeister, Michael Ludwig (SPÖ) ist derzeit wohl schlecht auf Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) zu sprechen. Der Grund: Der Bundeskanzler will Corona-Maßnahmen lockern, die Sieben-Tage-Inzidenz als einziges Messinstrument der Pandemie abschaffen und eine Absage an einen zukünftigen Corona-Lockdown für Geimpfte erteilte der junge Kanzler ebenfalls - und untergräbt so Ludwigs Corona-Strategie, die der Sozialdemokrat in der Donau-Metropole umsetzt. „Wir sind in Wien keine nachgeordnete Dienststelle des Bundes. Ich bin kein Abteilungsleiter der Bundesregierung, sondern im Zuge des Föderalismus ein wichtiger Bestandteil dieser Republik“, zitierte das Nachrichtenportal oe24 den Bürgermeister. Die Aussage zeigt: Das Verhältnis zwischen Kurz und Ludwig ist angespannt.

Corona in Österreich: Bundeskanzler Kurz schließt Lockdown für Geimpfte aus

Für Geimpfte soll es in Österreich definitiv keinen Corona-Lockdown mehr geben. Dies kündigte Bundeskanzler Sebastian Kurz am 6. September im Fernsehen an. Zudem solle nicht mehr die Sieben-Tage-Inzidenz der Maßstab für etwaige Einschränkungen sein. Vielmehr solle die Bettenbelegung auf den Intensivstationen der neue Leitindex für Entscheidungen werden.

„Es wird sicherlich keine Lockdowns mehr geben für geimpfte Menschen“, sagte Kurz. Er wolle so wenig Freiheitsbeschränkungen wie möglich. Dies bedeute für ihn, „dass die Zeit der Lockdowns vorbei sein muss“. Einschränkungen solle es wenn nötig nur noch für Ungeimpfte geben - und zwar dann, wenn eine Überlastung der Krankenhäuser drohe. „Bevor ein Bereich ganz geschlossen wird, ist mir lieber, er bleibt für Geimpfte offen“, sagte Kurz.

Michael Ludwig (SPÖ)
Michael Ludwig (SPÖ) stört sich an der Corona-Strategie des österreichischen Bundeskanzlers Sebastian Kurz © Helmut Fohringer/dpa

Coronavirus in Österreich: Wien mit strengen Corona-Regeln

Wiens Bürgermeister Michael Ludwig fasste die Aussagen des Bundeskanzlers als Seitenhieb gegen die Corona-Maßnahmen in der Hauptstadt auf. „Es würde Sinn machen, auf Augenhöhe zu beraten, bevor man an die Öffentlichkeit geht“, klagte Ludwig. Die Strategie Kurz‘, sei „nicht ausreichend, um mit der Situation umzugehen“, behauptete der SPÖ-Politiker. In Wien setzt Michael Ludwig auf eine Maskenpflicht im gesamten Handel, verkürzte Gültigkeit negativer Corona-Tests und Begrenzungen von Besucherkapazitäten bei Veranstaltungen. „Die Pandemie ist auch für die Geimpften nicht vorbei“, erinnerte Michael Ludwig.

Ob in der österreichischen Hauptstadt demnächst die strengeren Corona-Maßnahmen gelockert werden, wird wohl am Mittwoch entschieden. Dann treffen die Regierungschefs der Bundesländer auf Kanzler Kurz. Zwischen dem Wiener Bürgermeister Michael Ludwig und Sebastian Kurz wird es Gesprächsbedarf geben. (jjf/AFP)

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