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Coronavirus in Österreich: Coronavirus-Skandal um Post-Zentren spitzt sich zu.

Enormes Ausmaß in Österreich

Post: Corona-Infizierte Mitarbeiter ignorieren Quarantäne - Die Folgen sind jetzt gravierend

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Österreich hat weiter mit der Coronavirus-Pandemie zu kämpfen. In zwei Logistikzentren der Post kommt es zu Corona-Ausbrüchen. Nun gibt es neue Fakten. 

  • Österreich kommt in der Corona-Krise* trotz Eindämmung der Covid-19-Pandemie* nicht zur Ruhe.
  • In einem Post-Verteilerzentrum bei Wien wurden Dutzende Coronavirus-Infektionen festgestellt. 
  • Stellten Mitarbeiter trotz Sars-CoV-2-Infektion die Post zu? Soldaten des Bundesheeres müssen nun die Aufgaben übernehmen.

Corona-Skandal in Österreich: Trotz Quarantäne - Post-Mitarbeiter gingen zur Arbeit  

Update vom 19. Mai 2020, 12.20 Uhr: Das österreichische Bundesheer sortiert in einem Postverteilungszentrum in Hagenbrunn Päckchen. Seit Sonntag unterstützen 250 Soldaten die Post, berichtet das Orf.at. In dem Verteilerzentrum in Hagenbrunn in Niederösterreich ist es zu einem Corona-Ausbruch gekommen (s.u.). Mitarbeiter haben sich angesteckt. Auch für den Wiener Standort Inzersdorf habe die Post laut Orf.at  jetzt Unterstützung angefordert. 

Die Corona-Ausbrüche entwickelt sich zu einem Skandal. Vorwürfe um mangelnde Kontrolle der Heimquarantäne gegen die Stadt Wien werden laut. Viele der in Hagenbrunn tätigen Arbeiter würden in Wien leben. 63 davon wurden positiv auf das Coronavirus getestet. 

Wie oe24.at berichtet, hätten vier Corona-Kranke die Quarantänemaßnahmen ignoriert. Trotz Infektion haben sie im Postverteilungszentrum in Hagenbrunn einfach weitergearbeitet. Die Folgen seien gravierend. Mittlerweile gibt es demnach schon 158 Corona-Fälle.  

Die Stadt Wien verzichte auf Vor-Ort-Kontrollen bei Quarantäne. Die Gesundheitsbehörden schicken nur SMS, die von überall beantwortet werden könnten, heißt es.            

Coronavirus-Skandal um Post-Zentren: Stellten Dutzende Infizierte Briefe und Pakete zu?

Erstmeldung vom 16. Mai 2020:

München/Wien - Österreich* hat nach Ischgl seinen nächsten Skandal in der Coronavirus-Pandemie. Und das trotz weitreichender Schutzmaßnahmen wie Maskenpflicht* und zwischenzeitlicher Erfolge in der Corona-Krise.

Konkret geht es um die Post im deutschen Nachbarland, und deren zwei größte Logistik-Zentren in Ost-Österreich: Hagenbrunn und Wien-Inzersdorf.

Corona-Skandal bei der Post in Österreich: „In höchstem Maße dramatisch“

„Die Situation ist in höchstem Maße dramatisch“, erklärte ein hochrangiger Insider der Post AG laut Nachrichtenportal oe24.at. Dem Bericht zufolge wurden in den Logistikzentren bis Samstagnachmittag (16. Mai) 138 Coronavirus-Infektionen festgestellt.

Video: Kontrollen an den Grenzen zu Österreich, Frankreich und der Schweiz werden gelockert 

In Hagenbrunn, das 20 Kilometer nördlich der österreichischen Hauptstadt liegt, gab es demnach unter 650 Mitarbeitern 68 positive Corona-Fälle. 

In Inzersdorf im Südwesten der Metropole wurden bei ebenso vielen Mitarbeitern bislang 70 Corona-Fälle festgestellt. Beide Logistikzentren waren zwischenzeitlich völlig lahmgelegt.

Coronavirus-Skandal bei österreichischer Post: Soldaten müssen helfen

Das österreichische Bundesheer musste in Hagenbrunn anrücken. Das Kompetenzzentrum für die Bekämpfung von atomaren, biologischen und chemischen Bedrohungen „dekontaminierte“ die dortigen Gebäude laut Behördenangaben. 

Soldaten und Soldatinnen sollen nun einen Notbetrieb aufrechterhalten, um Pakete, Zustellungen und Briefe zu verteilen.

Laut krone.at soll eine Leiharbeiterfirma verantwortlich sein, die Mitarbeiter in die Verteilerzentren brachte. Demnach sei davon auszugehen, dass das mit dem Erreger Sars-CoV-2 infizierte Personal noch nach den Infektionen weiterarbeitete. Unklar sei, ob die Firma und die Post davon gewusst hätten, hieß es.

Corona-Fälle auch in deutschem Paket-Zentrum bei Heinsberg

Krone.at zufolge wurden zudem sechs Corona-Fälle in der Logistikzentrale eines großen Möbelhauses in Floridsdorf festgestellt. In dem nördlichsten Wiener Gemeindebezirk leben über 165.000 Bürger. 

Markant: Auch in der Corona-Krise in Deutschland* wurde nahe dem Hotspot Heinsberg ein Paketzentrum mit 400 Mitarbeitern wegen neuer Corona-Fälle unter Quarantäne gestellt. Entstehen in Logistikzentren neue Corona-Herde?

Trotz des Bundesheer-Einsatzes droht laut oe24.at ein tagelanges Chaos in der Post-Zustellung in der Alpenrepublik. Und nachdem erste Grenzöffnungen zu Bayern* vereinbart wurden, zeigen die Beispiele, dass die Covid-19-Pandemie in Österreich längst nicht vollends eingedämmt ist.

pm

*merkur.de und tz.de sind Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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