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Österreichs „Freedom Day“ auf der Kippe? Kanzler Nehammer muss seinen Plan relativieren

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Von: Martina Lippl

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Österreichs Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) hält an Lockerungen der Corona-Maßnahmen am 5. März fest.
Österreichs Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) hält an Lockerungen der Corona-Maßnahmen am 5. März fest. © Martin Juen/imago

In Österreich geht es seit dem Samstag wieder etwas lockerer zu. Doch der „Freedom Day“ scheint in der Alpenrepublik auf wackligen Füßen zu stehen.

Wien – Der Lockerungs-Plan für Österreich steht. Ab dem 5. März sollen fast alle Corona-Maßnahmen fallen. Es gibt viel Kritik. Die Infektionszahlen seien aktuell viel zu hoch. Die Öffnungsschritte der Regierung viel zu riskant.

Österreich: Bundeskanzler Nehammer kontrollierter Prozess bis zum 5. März

Österreichs Kanzler Karl Nehammer (ÖVP) verteidigt seine Öffnungsstrategie im Interview mit dem österreichischen Radiosender Ö1. Nehammer schließt zudem eine Neubewertung bis zum „Freedom Day“ am 5. März nicht aus. Steht der Tag also auf der Kippe? Die Regierung habe gemeinsam mit den Expertinnen und Experten der GECKO (gesamtstaatlichen Covid-Krisenkoordination) „einen gesicherten Prozess entwickelt“, so Nehammer. Der sehe eine „schrittweise und sorgsame Öffnung“ vor.

„Wir öffnen ja auch nicht heute, morgen oder übermorgen“

Österreichs Kanzler Nehammer

„Es ist ja so, dass bis zum 5. März noch immer die Maskenpflicht gilt, 3G und dass der Prozess aber gleichzeitig so klar ist, dass die Menschen sich auch daran orientieren können“, sagt Nehammer. „Wir öffnen ja auch nicht heute, morgen oder übermorgen“, so Nehammer weiter, „sondern kontrolliert in einem Prozess bis hin zum 5. März“. Das sei ein Beobachtungszeitraum. Bis dahin könnte die Situation auch neu evaluiert werden. Eine Neubewertung der Öffnungsschritte ist also möglich.

„Wir wollen den Menschen die Freiheit zurückgeben, die ihnen das Virus genommen hat“, betont Nehammer. Mit Omikron sei ein Paradigmenwechsel in der Pandemie eingetreten. Diese hohen Omikron-Infektionszahlen seien in die Prognose eingeflossen. Aktuell sind die Infektionszahlen in Österreich sehr hoch. Am Samstag lagen um 13 Uhr noch keine aktuellen Coronainfektionszahlen vor. Kanzler Nehammer geht trotzdem davon aus, dass Österreich am 5. März öffnet. Zudem hält er an der Impfpflicht weiter fest. Bis zum 8. März gibt die Impfpflicht-Kommission dazu eine Empfehlung ab. Nehammer wolle sich nach dieser Empfehlung richten, betonte er im Ö1-Interview.

Corona in Österreich: Erst 3G und dann ab 5. März „Freedom Day“

Corona-Lage in Österreich - Chaos mit den Daten

Die 7-Tage-Inzidenz liegt aktuell in Österreich bei 2.297,3 (Stand: Freitag, 14 Uhr). Am höchsten ist der Wert in Wien (2.259,8) Oberösterreich (2.484,2) und Vorarlberg (2.423,1). Am niedrigsten ist der Wert in Salzburg (1.921,7) und im Burgenland (1.657,7). Zum Vergleich: In Deutschland ist die Inzidenz auf 1.350,4 gesunken. Allerdings ist für die hohen Infektionszahlen in Österreich Experten zufolge bereits die neue Omikron-Subvariante BA.2 mit verantwortlich.

An diesem Samstag liegen um 13 Uhr noch keine aktuellen Zahlen der Neuinfektionen vor. Es gebe ein Problem mit der Schnittstelle, berichten Medien mit Berufung auf das Innenministerium. Zunächst ist noch unklar, wann die Corona-Zahlen vorliegen werden.

Scharfe Kritik aus Wien

Wien bleibt bei den Lockerungen weiter auf der Bremse. Die 2G-Regel in der Gastronomie bleibt. Auch für Fitnesscenter oder Sporthalle. Ausnahme in Wien: „Als Zuschauer einer Indoor-Sportveranstaltung gilt die Regelung des Bundes – 3G plus FFP2-Maske.“

Kritik aus Wien kam von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) im ZIB2-Interview: „Die Frage ist nicht, ob, die Frage ist, wann“, so Hacker. Im März werden die Zahlen wohl aller Voraussicht nach zurückgehen, äußerte Hacker weiter. Doch: „Wir sollten aus dem Auto aussteigen, wenn es steht, nicht wenn wir noch mit Höchstgeschwindigkeit unterwegs sind.“(ml)

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