Kollaps droht

Touristen überrennen kleines Dorf in Österreich - Bürgermeister: „Halten wir nicht mehr aus“

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Hallstatt in Österreich wird von Touristen regelrecht überrannt. Jetzt soll der Ort auch noch als Vorlage für einen Disney-Film gedient haben.

Hallstatt - Knapp 800 Menschen wohnen in Hallstatt - einem Dorf in Österreich. Dessen träumerische Idylle glatt auch aus einer Schneekugel kopiert sein könnte. Schließlich liegt eine kleine Kirche am Ufer eines kristallklaren Sees, der wiederum von den unendlichen Weiten der österreichischen Berge umzingelt wird. 

Eigentlich ein Ort der vollkommenen Entspannung wäre da nicht ein riesiges Problem: Die Touristen überfluten das Dorf. 

Österreich: Hallstatts Bürgermeister Scheutz besorgt: „Das halten wir nicht mehr aus“

Bis zu einer Million Schaulustige kommen jährlich. Zu viel für das hoffnungslos überlaufene Örtchen im Salzkammergut. Und ausgerechnet jetzt soll das Dorf noch als Vorlage für den Kino-Blockbuster "Die Eiskönigin 2" gedient haben. Demnach soll das Reich der Eiskönigin namens Arendelle unverkennbare Ähnlichkeiten aufweisen. 

Alexander Scheut z, der Bürgermeister von Hallstatt hat sich selbst ein Bild gemacht. "Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass das Ortsbild von Hallstatt die Vorlage für Arendelle gewesen sein soll", widerspricht Scheutz in einem Interview mit dem "Spiegel". Mittlerweile sind bereits mehrere Medien auf den Zug aufgesprungen. Zusätzliche Werbung für das „echte“ Hallstatt, das an die eigenen Grenzen des Machbaren stößt. „Das halten wir nicht mehr aus“, erzählt Scheutz. 

Das Hallstatt-Fieber hat längst China erreicht. Dort nimmt die Vorliebe bereits bizarrste Züge an. Das Alpendorf wurde in der Volksrepublik nachgebaut.  

Österreich/Hallstatt: Slot-System als Lösung 

Bereits imAugust besprach die Gemeinde erste Maßnahmen, um den Massentourismus einzudämmen. Demnach soll die Busgebühr auf150 Euro pro einfahrenden Bus erhöht werden. Zum Vergleich: In Venedig kostet die Tagesgebühr 240 Euro und in Florenz 360 Euro. Somit wäre die Preissteigerung wohl weiterhin im Rahmen. Darüber hinaus soll noch vor dem Sommer 2020 ein Slot-System für Busse in Kraft treten. 

Reiseunternehmen sollen somit fortan online einen festen Zeitraum über mindestens zweieinhalb Stunden buchen müssen. Damit soll der Ort mehr vom Tourismus profitieren. Kurze Stippvisiten sollen dann nämlich der Vergangenheit angehören. „Der Lärmpegel der Busse, die mit laufendem Motor parken, ist unüberhörbar und der Abgasausstoß enorm. Das Seeufer ist mit Bussen voll gestellt“, heißt es auf der Seite des Vereins „Bürger für Hallstatt“. 

Die Belästigung für die Bevölkerung soll dank jener Eingriffe zumindest erträglicher gemacht werden.  

Zweifelsohne zählt Hallstatt zu den schönen Flecken in Europa. Lonely Planet verkündete zuletzt die Top-Ziele in Europa. 

Rubriklistenbild: © dpa / Christian Bruna

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