Neue Zahlen zur Immunisierung

Österreichs Kanzler Kurz freut sich über RKI-Entscheidung - Schock-Corona-Prognose für Wien

  • Franziska Schwarz
    vonFranziska Schwarz
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Trotz Impfung und Maßnahmen: In Österreichs Hauptstadt wird sich die Corona-Lage laut Experten verschärfen.

Wien - „Ich freue mich, dass das Ende der Kontrollen nun offiziell ist“: Das schrieb Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) in einer Stellungnahme, nachdem das RKI das Bundesland Tirol am Freitag von der Liste der Virusvariantengebiete gestrichen hatte.

Kurz wertete dies als Zeichen, dass die Maßnahmen in Tirol gegen die Südafrika-Mutante des Coronavirus gegriffen hätten. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen habe zum Erfolg beigetragen, betonte er. Mit Hilfe der EU waren zusätzliche Impfdosen an den Tiroler Bezirk Schwaz geliefert worden, um den Erreger mit einer Massenimpfung zurückzudrängen.

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) dankt in der Corona-Krise EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen

Corona in Österreich: Experten warnen vor Verschärfung - trotz Impfung

In Österreich publiziert das „Covid-Prognose-Konsortium“ regelmäßig einen Lagebericht zu der Pandemie in dem Land. Der jüngste von dieser Woche warnt vor einem bisherigen Höchststand der Intensivbetten-Belegung in:

  • Wien
  • Dem Burgenland
  • Niederösterreich

Der stärkste Anstieg werde für Wien von aktuell 168 auf 260 innerhalb der nächsten zwei bis vier Wochen erwartet. Damit wäre der bisherige Höchststand vom November 2020 überschritten. Die Experten schreiben dazu, dass sie Faktoren wie Impfungen oder geänderte Umweltbedingungen (Anm. Red: etwa das Wetter) in dieser Prognose berücksichtigen, und dennoch mit dieser Zunahme rechnen.

Im Klinikalltag würde dies zum Beispiel bedeuten, dass weitere nicht lebensnotwendige Operationen verschoben werden müssen und die Regelversorgung für andere Patienten beeinträchtigt wird. Im Lagebericht ist aber auch zu lesen, dass durch Impfung oder überstandene Infektion bereits 15 bis 30 Prozent der Bevölkerung immunisiert seien. Die Experten werten dies als „messbaren Effekt auf die Infektionsdynamik“.

Corona in Österreich: Stadt Wien setzt auf Gurgel-Massentests für zu Hause

In dieser nicht einfachen Lage setzt Wiens Stadtregierung nun auch auf Selbsttests: Österreichs Hauptstadt will Hunderttausende Menschen pro Woche mit hochwertigen Gratistests zur Corona-Kontrolle bewegen. Ab kommender Woche sollen allen Bewohnern Gurgel-Testkits für zu Hause angeboten werden.

Diese PCR-Tests liefern besonders im Frühstadium einer Covid-Erkrankung zuverlässigere Ergebnisse als Antigen-Tests. Pro Woche sollen in der 1,9-Millionen-Stadt rund 1,2 Millionen Kits ausgeliefert und täglich bis zu 200.000 Proben ausgewertet werden.

Die Tests werden in rund 150 Drogerien angeboten und können dort sowie in Hunderten Supermärkten zur Auswertung abgegeben werden. Das Projekt solle bis zur ausreichenden Durchimpfung „eine Art Schutzschild für die Bevölkerung etablieren“, sagte der sozialdemokratische Bürgermeister Michael Ludwig.

Die Stadt möchte die Heimtests nach Ostern zudem als Eintrittskarte für Geschäfte etablieren. Antigentests in Teststraßen und Apotheken sollen wie bisher auch weiterhin gratis angeboten werden. (frs mit Material der dpa)

Rubriklistenbild: © Helmut Fohringer/dpa

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