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Corona-Doppelschlag: Zwei Regionen Österreichs kündigen erneuten Lockdown für alle an - auch Schulen dicht

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Von: Marcus Giebel

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Österreich bereitet sich auf den erneuten Gang in einen Lockdown vor. Der politische Plan für bestimmte Regionen betrifft auch Geimpfte.

Update vom 18. November, 16.45 Uhr: Wie Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer betont, müsste ein Lockdown laut Experten mindestens drei bis vier Wochen dauern, um zu wirken. Nach vier Wochen für der R-Wert - also die Reproduktionszahl - sinken, Impfungen könnten ihr übriges beitragen. Die Immunisierung möchte der ÖVP-Politiker mit Hilfe von monetären Anreizen vorantreiben.

In Salzburg haben ab Montag nur Supermärkte, Drogerien und Apotheken geöffnet. Der übrige Handel und die Gastronomie müssen schließen. Die Menschen dürfen ihr Zuhause nur für dringende Besorgungen, für Bewegung im Freien sowie für den Weg zur Arbeit oder aus medizinischen Gründen verlassen. „Wir müssen eine Perspektive bieten: Das ist die Chance, vor Weihnachten aufzumachen“, erklärte Haslauer, der den Lockdown möglichst bis Weihnachten beenden möchte.

Update vom 18. November, 16.00 Uhr: Auch Tirol soll über einen harten Lockdown nachdenken, der auch Geimpfte betrifft. Das berichtet oe24 unter Berufung au Landeshauptmann Günther Platter. Gleiches gelte für Kärnten und Vorarlberg. Vor diesem Schritt warnten jedoch die Vertreter von Handel und Tourismus in der Vorarlberger Wirtschaftskammer (WKV), die in einer Mitteilung betonten: „Ein erneuter Lockdown für alle hätte fatale Auswirkungen.“

Update vom 18. November, 13.40 Uhr: In Salzburg sollen vorerst auch die Schulen wieder schließen. Im „Mittagsjournal“ von Ö1 betonte Landeshauptmann Wilfried Haslauer, er sehe „keine andere Möglichkeit“. Nötig sei der Schritt, weil durch die vielen Neuinfektionen unter den Jüngeren auch deren Eltern gefährdet seien. Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) zeigte sich ebenfalls auf dem Sender skeptisch, doch Haslauer könnte die Schulschließungen selbst verordnen. Laut oe24 wären dann allerdings auch keine Betreuungsangebote an Schulen möglich.

Zwei österreichische Bundesländer gehen in Lockdown für alle

Erstmeldung vom 18. November: München - Die am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenen Regionen Österreichs wollen einen Lockdown für die Gesamtbevölkerung verhängen. Das gaben die Ministerpräsidenten von Salzburg und Oberösterreich am Donnerstag bekannt. Details sollten im Laufe des Tages bekanntgegeben werden.

Thomas Stelzer, Landeshauptmann von Oberösterreich, sagte im Landtag: „Wenn es zu keinem bundesweiten Lockdown kommt, werden Oberösterreich und Salzburg ab nächster Woche in den Lockdown gehen.“ Es gehe nun darum, „Gesundheit zu schützen, Leben zu schützen“, ergänzte der ÖVP-Politiker laut oe24: „Wir haben sehr, sehr wenig Spielraum.“ Der Lockdown solle mehrere Wochen andauern.

„Enorme Zahlenentwicklung lässt uns keine Alternative zum Lockdown“

Parteifreund Wilfried Haslauer, Landeshauptmann von Salzburg, betonte gegenüber der österreichischen Presseagentur APA: „Wir haben heute erneut eine enorme Zahlenentwicklung. Wir sehen keine Alternative zu einem Lockdown mit Beginn nächster Woche mehr.“

Weiter sagte der ÖVP-Politiker: „Ich habe darum gekämpft, dass wir nicht in einen Lockdown gehen. Bei diesen Zahlen ist aber eine Überlastung der Krankenanstalten absehbar.“ Zusätzliche Maßnahmen von Bund und Land Salzburg würden nicht so schnell greifen: „Wir brauchen auch Zeit, dass die gut laufenden Impfungen ihre Wirkung entfalten.“

Weitere bundesweite Maßnahmen zum Lockdown für Umgeimpfte sollen besprochen werden

Ob zusätzlich zum bestehenden Lockdown für Ungeimpfte in ganz Österreich noch weitere bundesweite Maßnahmen gesetzt werden, soll in Gesprächen zwischen Bund und Ländern am Freitag entschieden werden.

Ein Polizist steht mit dem Rücken zur Kamera vor fahrenden Autos und hält den rechten Arm als Stoppsignal nach oben
Österreich zieht wieder die Notbremse: In bestimmen Regionen soll der Lockdown für alle zurückkehren. © Gert Eggenberger/dpa

Am Donnerstag erreichte die Zahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden in Österreich mit 15.145 wieder einen Rekord. Die
Sieben-Tage-Inzidenz lag bei 989. (dpa, mg)

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