Das Schloss Schönbrunn steht in Wien
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Das Schloss Schönbrunn in Wien ist nur eine von vielen Sehenswürdigkeiten in Österreich

Die Alpenrepublik im Überblick

Österreich: Geschichte, Politik, Bevölkerung und Geografie

Österreich teilt sich seine Grenzen im Norden mit Deutschland und Tschechien. Im Osten grenzt der Staat an der Slowakei und Ungarn, im Süden an Slowenien und Italien. Die Schweiz und Liechtenstein bilden die Grenzen im Westen. Bundeskanzler und Regierungschef ist Sebastian Kurz von der ÖVP (Österreichische Volkspartei).

  • Die heutige Republik Österreich entstand 1918 nach dem Ersten Weltkrieg.
  • Wien wurde 1920 zur Hauptstadt ernannt.
  • Die Bezeichnung Österreich entstand aus dem althochdeutschen Wort Ostarrichi.

Wien – Neun Bundesländer gehören zu Österreich. Mehr als 62 Prozent der Landesfläche sind alpin, dazu kommen weite Tiefebenen. Die Hauptstadt ist Wien. Der demokratische Staat blickt wie das ganze Land auf eine bewegte Geschichte zurück: Die Spuren menschlicher Besiedlung gehen auf die Zeit der Neandertaler vor rund 200.000 Jahren zurück.

Österreich: Geschichte und Entwicklung

Erste Besiedlungen Österreichs stammen aus der Altsteinzeit. In der Steiermark, insbesondere in der Repolusthöhle, sowie in Niederösterreich finden sich bis heute Spuren der frühesten Besiedlung. Bis in die Kupferzeit entwickelte sich der heutige Staat von einer Kultur der Jäger und Sammler zu bäuerlichen Dorfgemeinschaften.

Erste Vorläufer von Städten entwickelten sich rund um wichtige Rohstoffabbaugebiete. So entstanden etwa um Hallstatt im Salzburger Land große Handelszentren.

Um 15 v. Chr. besetzten die Römer weite Teile des heutigen Österreichs. Den Niedergang des Römischen Reichs läutete die Verbreitung des Christentums um das Jahr 200 n. Chr. ein; bis 700 besiedelten erst die Goten, dann die Bajuwaren und Alemannen, Slawen und Awaren die Ländereien.

Im Jahr 1156 begann die Geschichte Österreichs als Territorium des Heiligen Römischen Reiches. Es war insbesondere von Macht und Einfluss der Habsburger geprägt. Das europäische Adelsgeschlecht dehnte sein Herrschaftsgebiet bis zum Jahr 1526 sukzessive aus und vergrößerte damit auch das Staatsgebiet Österreichs deutlich. So erwarb man etwa die heutigen Bundesländer Kärnten und Tirol.

Zahlreiche Angriffe des Osmanischen Reichs wehrte Österreich erfolgreich ab. Im Jahr 1683 führte die zweite Belagerung der Türken in Wien dazu, dass Österreich zur Großmacht wurde.

Österreich in der Kaiserzeit

Franz II. fungierte von 1792 bis 1806 als letzter Kaiser des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation. Er gründete 1804 das Kaisertum Österreich, das insgesamt bis 1918 bestehen bleiben sollte – von 1867 bis 1918 als Doppelmonarchie Österreich-Ungarn. Das Kaiserreich war ein Vielvölkerstaat, in dem außer Deutsch zahlreiche Sprachen vorherrschten: Ungarisch, Italienisch, Tschechisch, Polnisch, Kroatisch, Serbisch und Slowakisch gehörten unter anderem dazu.

Eine Blütezeit der Künste und Wissenschaften erlebte das Kaiserreich unter Franz Joseph I. (1848 bis 1916). Unter seiner Herrschaft löste die Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien am 28. Juli 1914 den Ersten Weltkrieg aus. Letzter Kaiser von Österreich wurde nach Franz Josephs Tod 1916 Karl I. Er verzichtete zwei Jahre später auf alle Staatsgeschäfte. Am 12. November 1918 wurde Österreich zur Republik ausgerufen.

Österreich im Zweiten Weltkrieg

Die Weltwirtschaftskrise und politische Unruhen prägten die 1920er- und 1930er-Jahre in Österreich und führten in eine tiefe Krise. Der österreichische Patriotismus erstarkte und immer mehr Stimmen sprachen sich für eine Angliederung an das Deutsche Reich aus. Unter anderem war Bundeskanzler Engelbert Dollfuß, Amtsinhaber von 1932 bis 1934, federführend in der Abschaffung der Demokratie. Er rief am 1. Mai 1934 im Rahmen der sogenannten Maiverfassung den diktatorischen Bundesstaat Österreich aus.

In der Folge verstärkte das Deutsche Reich den Druck auf einen Anschluss Österreichs; durchgesetzt wurde dies nach Einmarsch deutscher Truppen im März 1938.

Nach 1945 wurde Österreich erneut unabhängiger Staat. Bereits am 27. April 1945 trat Karl Renner als Kanzler einer provisorischen Staatsregierung an. Bis 1955 war Österreich wie Deutschland in Besatzungszonen aufgeteilt. Durch die Unterzeichnung des österreichischen Staatsvertrages im Mai 1955 erhielt der Staat seine vollständige Souveränität zurück. Im Dezember desselben Jahres wurde Österreich Mitglied der UNO. Seit 1995 gehört es zur Europäischen Union.

Österreich: Politik und Parlament

Die Politik Österreichs basiert auf den Grundsätzen der Demokratie. Die Republik ist eine semipräsidiale parlamentarische Demokratie. Wahlen finden nach dem Verhältniswahlrecht statt. Eine Folge davon ist, dass in der Regel Koalitionen zur Regierungsbildung eingegangen werden müssen.

Von 2017 bis zur sogenannten Ibiza-Affäre 2019 regierte in Österreich eine Koalition aus den Parteien ÖVP und FPÖ unter Bundeskanzler Sebastian Kurz. Der Skandal führte zum Bruch der Koalition und in der Folge zum Misstrauensvotum gegenüber Kurz. Kurzfristig fungierte Brigitte Bierlein als Bundeskanzlerin. Nach den Nationalratswahlen am 29. September 2019 wurde Kurz erneut zum Regierungschef des Staates in einer Koalition aus ÖVP und Grünen.

Österreich: Bevölkerungsstruktur

Österreich zählte mit Stand 1. Januar 2020 rund 8,9 Millionen Einwohner. Rund 23 Prozent oder zwei Millionen Menschen von ihnen haben einen Migrationshintergrund. Auf dem Gebiet der Hauptstadt Wien lebt mit rund 20 Prozent der Großteil der Bevölkerung Österreichs.

Die Einwohnerzahlen wachsen seit Ende des Ersten Weltkriegs kontinuierlich. Aufgrund von Kriegsverlusten und Rückwanderungen lebten 1919 nur noch 347.000 Menschen in Österreich. Bis 1939 wuchs die Zahl auf 6,65 Millionen, im Jahr 1946 zählte man rund sieben Millionen Einwohner. Ein Teil dieser Zahl machten Flüchtlinge aus, die bis Mitte der 1950er-Jahre zum großen Teil in ihre Heimat zurückkehrten, sodass die Einwohnerzahl kurzfristig sank.

Eine hohe Geburtenrate in den 1970er-Jahren sowie verstärkte Zuwanderung in den 1980er-Jahren ließen die Bevölkerung erneut stark wachsen.

Österreich: Geografie und Landschaften

In west-östlicher Richtung erstreckt sich das Staatsgebiet von Österreich über eine Ausdehnung von bis zu 575 Kilometern. Die Nord-Süd-Ausprägung beträgt rund 294 Kilometer. Der Staat teilt sich in fünf geografische Landschaftsgebiete auf:

  • Ostalpen
  • Alpen- und Karpatenvorland
  • Randgebiet des Pannonischen Tieflands
  • Mittelgebirgsland der Böhmischen Masse
  • Wiener Becken

Circa 70 Prozent des Staatsgebiets von Österreich liegen in den Bergen. Weite Ebenen befinden sich im Osten des Landes entlang der Donau, im Alpenvorland, in der südlichen Steiermark und im tiefer gelegenen Wiener Becken.

Österreich ist in neun Bundesländer gegliedert:

  • Burgenland
  • Kärnten
  • Niederösterreich
  • Oberösterreich
  • Salzburg
  • Steiermark
  • Tirol
  • Vorarlberg
  • Wien

Österreich: Die wichtigsten Städte

Die Hauptstadt Wien ist die mit Abstand größte in Österreich. In der Metropolregion leben circa 2,8 Millionen Menschen (Stand 2019) und damit rund ein Viertel der gesamten Bevölkerung. Weitere große Städte sind:

  • Graz (Landeshauptstadt der Steiermark)
  • Linz (Landeshauptstadt von Oberösterreich)
  • Salzburg (Landeshauptstadt des Bundeslands Salzburg)
  • Innsbruck (Landeshauptstadt von Tirol)
  • Bregenz (Landeshauptstadt vom Vorarlberg)
  • Klagenfurt (Landeshauptstadt von Kärnten)
  • Villach in Kärnten
  • St. Pölten (Landeshauptstadt von Niederösterreich)

Insgesamt haben 201 Gemeinden in Österreich Stadtrecht.

Österreich: Sprachen

Erste Amtssprache in Österreich ist Deutsch. Das österreichische Deutsch ging, ebenso wie das Deutsch der Bundesrepublik Deutschland und das Schweizer Hochdeutsch, aus der sächsischen Kanzleisprache hervor, auch Meißner Kanzleideutsch genannt. Sie entstand zur Zeit des Humanismus im 15. Jahrhundert und bildete die Basis für ein Standarddeutsch, das den Dialekten übergeordnet sein sollte.

Die österreichische Sprache verfügt über einen spezifischen Wortschatz, der sich zum Teil von dem der BRD unterscheidet. Auch die Grammatik, teilweise die Rechtschreibung und die Aussprache weisen Unterschiede auf.

Neben der Hochsprache sprechen viele Österreicher einen von zahlreichen oberdeutschen Dialekten. Sie stammen aus dem Alemannischen – im Vorarlberg und in Teilen von Tirol – oder aus dem Baierischen.

Neben Deutsch gibt es in Österreich drei weitere regionale Amtssprachen:

  • Kroatisch
  • Slowenisch
  • Ungarisch

Bürger mit entsprechenden Wurzeln haben in einigen Regionen Anspruch auf muttersprachlichen Unterricht und Behördenverkehr. Dies betrifft Kroaten im Burgenland, Slowenen in der Steiermark und in Kärnten sowie Ungarn im ganzen Land.

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