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Schwere Unwetter in Österreich: Gemeinde weiter isoliert – „Schäden sind enorm“

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Von: Patrick Huljina

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Starke Regenfälle und Hagel haben in Kärnten zu vielen Murenabgängen geführt. Die Schäden sind enorm. Am Tag danach laufen die Aufräumarbeiten.

Update vom 30. Juni, 15.47 Uhr: Nach der verheerenden Unwetternacht arbeiten sich die Einsatzkräfte im Katastrophengebiet Meter für Meter voran. Der Kärntner Polizeihubschrauber ist nach eigenen Angaben im Dauereinsatz. Auch drei Hubschrauber des Bundesheeres fliegen teilweise in geringer Höhe. Der Zivilschutzalarm in der Unwetterregion in Kärnten bleibt zunächst weiter bestehen. Die beiden Gemeinden Arriach und Treffen sind dort besonders betroffen. Schlamm, Geröll und Felsen sind überall. Viele Straßen sind einfach weggerissen. Ein provisorischer Hilfsweg wurde am Donnerstag von Arrich angelegt, berichtet MeinBezirk.at.

Wie viele Menschen in der Region durch vermurrte Straßen in den Häusern festsitzen, ist zunächst weiterhin unklar. Am Mittwoch wurden neun Menschen von zwei Familien ausgeflogen und in Sicherheit gebracht. Es gibt keinen Strom und auch die Wasser, die Menschen werden aus der Luft versorgt.

Es sei eine der schlimmsten Katastrophen, die Kärnten je erlebt habe, sagte Landeshauptmann von Kärnten Peter Kaiser (SPÖ) auf einer Pressekonferenz am Donnerstag in Treffen. Viele Menschen haben alles verloren. Die Politik hat finanzielle Hilfe zugesagt.

Schwere Unwetter in Österreich: Gemeinde weiter isoliert – „Schäden sind enorm“

Update vom 30. Juni, 12.15 Uhr: Am Donnerstag gehen die Aufräumarbeiten nach dem Jahrhundert-Unwetter in Kärnten weiter. In Treffen am Ossiacher See starb ein Mann bei einem Murenabgang. Die Gemeinde Arriach ist laut ORF weiterhin von der Außenwelt abgeschnitten. Alle Zufahrtsstraßen sind unpassierbar. Hunderte Menschen sind laut heute.at weiterhin von der Strom- und Wasserversorgung abgeschnitten.

Die Helfer vor Ort sind im Dauereinsatz. Eines steht allerdings jetzt schon fest: „Das wird kein Sprint, sondern ein Marathon. Die Aufräumarbeiten werden Monate dauern“, sagte Kärntens Katastrophenschutzreferent, Daniel Fellner, dem Kurier.

Die Aufräumarbeiten in den Unwetter-Gebieten in Kärnten werden wohl Monate dauern.
Die Aufräumarbeiten in den Unwetter-Gebieten in Kärnten werden wohl Monate dauern. © IMAGO/B&S/Bernd März

Während die Unwetter-Opfer in Kärnten teils immer noch in ihren Häusern festsitzen, haben seit Mittwochabend Sturm und starker Regen auch in Oberösterreich Schäden angerichtet. In der nördlichen Gemeinde Freistadt wurden laut Nachrichtenagentur APA mehrere Dächer teils komplett abgedeckt. Verletzt wurde den Angaben zufolge niemand. In Linz und Umgebung sowie in der nahe gelegenen Gemeinde Perg war die Feuerwehr dem Bericht zufolge vor allem wegen überfluteter Keller im Einsatz.

Viele Haushalte ohne Strom: Ausmaß der Katastrophe in Österreich noch nicht klar

Update vom 29. Juni, 21.42 Uhr: Bis zum Abend sei es nur schwer möglich gewesen, sich einen Überblick über das Ausmaß der Überschwemmungen zu verschaffen, so Bezirkshauptmann Bernd Riepan gegenüber dem ORF. „Wie viele Häuser betroffen sind, kann man wohl erst morgen oder überhaupt erst in den nächsten Tagen abschätzen. Was man allerdings schon jetzt sagen kann: Die Schäden sind enorm.“

Etwa zehn bis fünfzehn Menschen seien mithilfe des Hubschraubers aus ihren vermurten Häusern in Arriach gerettet worden. Wie viele Menschen in der Region insgesamt festsaßen, könne man nur schätzen, so Riepan. Notquartiere seien derzeit offenbar nicht nötig. Der Fokus der Helfenden liege momentan darauf, die Hauptverkehrsverbindungen wieder befahrbar zu machen, um Trinkwasser zu den Menschen zu bringen, sagt Riepan.

Unwetter im südlichen Österreich
Zahlreiche Feuerwehrleute helfen, die Ortschaften im Bezirk Villach-Land von den Schäden zu befreien. © picture alliance/dpa/APA/Gert Eggenberger

Laut dem Energieversorger Kelag waren am Nachmittag noch rund 2000 Kundenanlagen ohne Strom, so das ORF weiter. Bezirkshauptmann Riepan teilte mit, dass man am morgigen Donnerstag Kelag-Monteure zu den Schadstellen im Netz fliegen werde.

Ein Toter nach Murenabgang: 82-Jähriger kann in Treffen nur noch tot geborgen werden

Update vom 29. Juni, 14.49 Uhr: Zwei Hubschrauber und rund 100 Soldaten sind samt schweren Gerät in Kärnten im Einsatz. Viele Straßen sind wegen Schutt und Geröll unpassierbar. Die Gemeinde Arriach im Bezirk Villach-Land ist derzeit von der Außenwelt abgeschnitten. Ein vermisster Mann (82) konnte am Mittwochmittag nur noch tot geborgen werden. Von einem vermissten Autofahrer, der sich gegen vier Uhr noch selbst bei der Landesalarm- und Warnzentrale gemeldet hatte, gibt es laut ORF noch keine Spur.

Angesichts der Zerstörung meldete sich der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen via Twitter zu Wort. Er appelliert an die Bevölkerung: „Passen Sie auf sich & Ihre Mitmenschen auf. Schauen wir aufeinander!“

Update vom 29. Juni, 13.36 Uhr: Ein schweres Unwetter hat im österreichischen Bundesland Kärnten eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Nachdem bereits in den Gemeinden Treffen am Ossiacher See und Arriach der Zivilschutzalarm wegen Erdrutschen und reißender Bäche ausgerufen wurde, gilt nun auch in Tamsweg im Bezirk Salzburg diese Warnstufe. Dort droht laut ORF der Leißnitzbach über die Ufer zu treten. Die Bevölkerung wird aufgefordert, in den Häusern zu bleiben, Tiefgaragen und Keller nicht zu betreten und sich von Ufern sowie Brücken fernzuhalten.

Unwetter in Österreich: Zivilschutzalarm wegen Erdrutsch-Gefahr und große Gefahr durch reißende Bäche

Laut ORF konnten inzwischen mehrere eingeschlossene Menschen mittels Hubschrauber gerettet werden. Allerdings gibt es wohl auch einen ersten Todesfall. Wie meinbezirk.at berichtet, konnte ein 82-Jähriger in Treffen nur noch tot geborgen werden. Der Mann sei bereits mehrere Stunden gesucht worden. Nähere Informationen waren zunächst nicht bekannt.

Unwetter im südlichen Österreich: Die Schäden in Treffen am Ossiacher See sind gewaltig.
Die Schäden in Treffen am Ossiacher See sind gewaltig. © Gert Eggenberger/dpa

Schwere Unwetter in Österreich: „Häuser meterhoch mit Schlamm verschüttet“

Erstmeldung vom 29. Juni: München/Villach - In der Nacht zum Mittwoch (29. Juni) haben im österreichischen Bundesland Kärnten schwere Unwetter gewütet. Starke Regenfälle und Hagel hatten zahlreiche Murenabgänge zur Folge. Häuser wurden teils bis zum ersten Stock verschüttet. Die Lage ist unübersichtlich. Für die Gemeinden Treffen am Ossiacher See und Arriach im Bezirk Villach-Land wurde sogar der Zivilschutzalarm ausgelöst. Laut ORF waren am Mittwochmorgen noch 7.500 Haushalte rund um Villach und im Gegendtal ohne Strom.

„Man kann sich das schwer vorstellen. Die Häuser sind meterhoch mit Schlamm verschüttet, Autos wurden weggerissen. Die Menschen stehen unter Schock“, erklärte Wasserretter Michael Siter dem österreichischen Nachrichtenportal Kurier. Er sei seit 20 Jahren bei der Wasserrettung und habe etwas Vergleichbares noch nicht erlebt. Bislang sei unklar, wie viele Verletzte es gebe. „Wir haben bisher sieben Personen und einen Hund ausgeflogen“, berichtete Siter.

Unwetter im südlichen Österreich: In Treffen am Ossiacher See sind ganze Straßen vom Schlamm und Hochwasser bedeckt.
In Treffen am Ossiacher See sind ganze Straßen vom Schlamm und Hochwasser bedeckt. © Gert Eggenberger/dpa

Laut Kurier zählte der Wasserretter zu den Einsatzkräften, die am Morgen bereits mit einem Hubschrauber in die betroffenen Gebiete geflogen wurden. Die übrigen Wege seien „zu gefährlich“ und „zu vermurt“, so die Polizei. Unter den Einsatzkräften sind auch 24-Stunden-Pflegekräfte. Sie sollen pflegebedürftige Personen vor Ort unterstützen. Zudem sind unter anderem die Feuerwehr, die Bergrettung, das Bundesheer und auch Suchhunde im Einsatz. Sie sollen möglicherweise verschüttete Personen aufspüren.

Schwere Unwetter in Österreich: Zivilschutzalarm ausgelöst – „hundertjährliches Hochwasser“

Besonders schwer betroffen waren ersten Meldungen zufolge die beiden Gemeinden Treffen am Ossiacher See und Arriach im südlichen Österreich. Für Treffen wurde gegen 3.30 Uhr in der Nacht eine Zivilschutzwarnung ausgelöst, die später zu einem Zivilschutzalarm erweitert wurde. Die Menschen wurden laut ORF angewiesen, sich im ersten Stockwerk ihrer Häuser in Sicherheit zu bringen und abzuwarten, bis sich die Situation entspannt.

Durch die extremen Regenfälle traten mehrere Bäche an verschiedenen Stellen über die Ufer. Johannes Moser vom hydrologischen Dienst sprach gegenüber dem ORF von einem „hundertjährlichen Hochwasser“. Treffens Bürgermeister Klaus Glanznig erklärte, dass ein Krisenstab eingerichtet wurde. Viele Straßen seien mit Schlamm und Steinen bedeckt und derzeit nicht befahrbar.

Österreich: Arriach von der Umwelt abgeschnitten

In der Gemeinde Arriach wurde um 5.30 Uhr ebenfalls eine Zivilschutzwarnung ausgegeben, die gegen 6 Uhr zu einem Zivilschutzalarm ausgeweitet wurde. Gerhard Hohenwarter von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) sagte laut APA, in Arriach und anderen Orten in der Region habe es „in nur wenigen Stunden so viel geregnet wie in einem durchschnittlichen gesamten Juni.“

Arriach ist laut ORF derzeit von der Umwelt abgeschnitten. Das Bundesheer versucht demnach, sich einen Weg durch die verschütteten Straßen zu bahnen. Polizeihubschrauber führen währenddessen Erkundungs- und Evakuierungsflüge durch. Bezirkshauptmann Bernd Riepan erklärte, es gebe auch Meldungen von vermissten Personen. „Wir versuchen, mit dem Hubschrauber einen Überblick über die Lage zu bekommen, um schnellstmöglich allfällige Menschenrettungen vornehmen zu können“, sagte er. (ph)

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