In Österreich sind die Corona-Zahlen weiter hoch. In der Hauptstadt Wien (Foto) liegt die Inzidenz bei 84,5.
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In Österreich sind die Corona-Zahlen weiter hoch. In der Hauptstadt Wien (Foto) liegt die Inzidenz bei 84,5.

Vierte Corona-Welle nimmt Fahrt auf

Österreich: Neue Regeln gelten seit Sonntag - Skischulen setzen auf Impfpflicht

  • Martina Lippl
    VonMartina Lippl
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In Österreich sind die Corona-Zahlen weiter hoch, besonders in der Hauptstadt Wien. Der Österreichische Skischulverband beschließt jetzt eine Impfpflicht, die nicht allen gefällt.

Wien - In den vergangenen 24 Stunden sind in Österreich 774 Corona-Neuinfektionen verzeichnet worden. Zuletzt wurde ein derart hoher Wert am 10. Mai vermeldet, berichten österreichische Medien. Vor einer Woche am Montag (9. August) waren es noch 450 Neuinfektionen gewesen. Am Sonntag waren sogar 891 Neuinfektionen gemeldet worden, berichtet das ORF.

Die 7-Tage-Inzidenz lag am Sonntag bei 63,2 (Stand: 15. August, 14 Uhr), wie aus den AGES-Daten (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) hervorgeht. Demnach müssen 170 Covid-19-Patienten momentan in Krankenhäusern behandelt werden, davon 51 auf einer Intensivstation.

Neue Corona-Regeln in Österreich

Österreich hat seine Corona-Regeln ab dem 15. August geändert. Erst eine vollständige Impfung gilt jetzt als Nachweis einer geringen epidemiologischen Gefahr. „Der Nachweis wird ab dem Tag der 2. Impfung ausgestellt“, heißt es vonseiten der Behörden. Die Regelungen für Personen mit einer Johnson & Johnson Corona-Impfung, sowie für Genesene und Getestete bleiben unverändert.

Die sogenannten 3-G-Corona-Regeln (geimpft, getestet, genesen) gelten mit der neuen Regel für Geimpfte weiter. Ende August laufen diese Corona-Regeln jedoch aus. Dann müssen neue Regeln her. Eine Unterscheidung zwischen Geimpften und Ungeimpften seien laut dem österreichischen Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) zu diesem Zeitpunkt kein Thema. Die Einschränkung des öffentlichen Lebens für Nichtgeimpfte halte er „bundesweit derzeit für nicht spruchreif“, sagte Mückstein im ORF. Allerdings sieht der Minister Österreich am Beginn einer vierten Welle. Die Delta-Variante sei viel ansteckender. „Wir beobachten das sehr genau“, so Mückenstein.

Wien dagegen hatte zuvor ein Zutrittsverbot für Ungeimpfte ins Spiel gebracht. „Besser nur Geimpfte haben Zutritt, als Schließungen. Niemand will mehr einen Lockdown sehen. Es ist vernünftig, wenn Freizeit- und Sportstätten das jetzt schon einführen“, sagte Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) im Interview mit der Kronen Zeitung. In der Hauptstadt sind die Fallzahlen besonders hoch. Laut einer Modellrechnung würden die Corona-Fälle in der zweiten September-Hälfte steigen. Wien kündigte sogar einen Sonderweg an.

 „Wir haben noch vier bis sechs Wochen Zeit, die Impfquote zu erhöhen“, sagte Hacker im Kronen-Zeitung-Interview.

Österreich: Corona-Neuinfektionen nach Bundesländern (Stand: 16. August 2021)

  • Wien: 245
  • Vorarlberg: 31
  • Tirol: 69
  • Steiermark: 89
  • Salzburg: 59
  • Oberösterreich: 118
  • Niederösterreich: 124
  • Kärnten: 36
  • Burgenland: 3
Österreich bereitet sich auf die Wintersaison vor. Der Österreichische Skilehrerverband hat eine Impfpflicht beschlossen (Symbolfoto).

Österreich: Skischulverband führt Impfpflicht für angehende Skilehrer ein

Der Österreichische Skischulverband (ÖSSV) hat sich bereits auf die Einführung einer Impfpflicht geeinigt. „Nur so kann gewährleistet werden, dass die Kurse ordnungsgemäß und ausreichend sicher stattfinden können“, heißt es in der Pressemitteilung. Die Impfpflicht gilt für alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen an den „Schneesportlehrerausbildungen“.

Die Skilehrerverbände Tirol, Salzburg, Steiermark, Kärnten, Oberösterreich, Niederösterreich und Wien haben die Impfpflicht beschlossen. Der ÖSSV empfiehlt sogar in der kommenden Saison nur noch geimpfte „SchneesportlehrerInnen einzustellen, um auch unseren Gästen größtmögliche Sicherheit zu gewähren“.

Der Vorarlberger Skilehrerverband zieht dabei nicht mit. Vorarlberg habe sich dem Weg nicht angeschlossen, ist in der Mitteilung zu lesen. Gründe dafür sind zunächst noch unbekannt. (ml) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA  

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