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Winterurlaub in Krisenzeiten: Skifahren in Österreich wird deutlich teurer

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Von: Martina Lippl

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Skigebiete in Österreich tüfteln an Sparplänen für die Skisaison 2022/2023. Die Skipässe werden aber teurer.
Skigebiete in Österreich tüfteln an Sparplänen für die Skisaison 2022/2023. Die Skipässe werden aber teurer. © janhetman/imago

Wintersportorte in Österreich bereiten sich auf einen harten Winter vor. Energiesparen ist angesagt. Ski-Urlauber müssen wohl tiefer in die Tasche greifen.

Wien – Skifahren in Österreich wird in der Wintersaison 2022/23 ein teures Vergnügen. Liftkarten sind mancherorts erneut deutlich teurer geworden. Im Durchschnitt sind die Preise für einen Tagesskipass für Erwachsene zwischen neun und zehn Prozent gestiegen. Dazu sind die meisten Skigebiete im winterlichen Sparmodus: die Sitzheizung in den Liften, ein reduzierter Einsatz der Schneekanonen und auch kürzere Betriebszeiten sind zum Saisonstart bei Liftbetreibern Gespräch.

Österreich: Skigebiete müssen in der Wintersaison 2022/23 Energie sparen

Selbst im Nobel-Skiort Kitzbühel soll gespart werden. Die Sitzheizung im Tiroler Skigebiet soll nur bei Temperaturen unter null Grad eingeschaltet werden und es soll keinen Nachtskilauf geben. Der Kitzbüheler Bürgermeister kündigte bereits an, gegen den „Luxusverbrauch“ und reiche Strom-Verschwender im Wintersportort vorzugehen. Zumal Geld für viele Ferienhausbesitzer kaum eine Rolle spiele.

In den Salzburger Skigebieten ist noch ungewiss, ob auf die Sitzheizung verzichtet wird, der Liftbetrieb langsamer läuft oder es Einschränkungen in der Betriebszeit gibt. Sicher ist: Der Tagesskipass wird teurer. Eine Tageskarte für die Skigebiete Zell am See, Kaprun, Saalbach-Hinterglemm und Leogang-Fieberbrunn kostet in der Hauptsaison 66 Euro. Das Preisplus bewege sich je nach Skigebiet zwischen 6,5 und 11 Prozent, berichtet der ORF.

Österreich: St. Anton erhöht Preise um fast 10 Prozent

Im Skigebiet St. Anton im Tiroler Oberland, werden die Ticketpreise im Winter demnach überdurchschnittlich angezogen. Eine Tageskarte wird um rund zehn Prozent teurer sein, der Preis wird von 61 Euro auf 67 Euro steigen, hieß es seitens der Arlberger Bergbahnen.

Die Energiekrise zwingt Skigebiete zum Energiesparen. Die Palette an Maßnahmen ist groß. Jeder Bereich steht auf dem Prüfstand. Dazu gehört auch das Warmwasser in den Toiletten. Um Sparanreize im Tourismus zu schaffen, gibt es beim Thema Heizstrahler einen Kompromiss. Sie dürfen nur verwendet werden, wenn kein Energiekostenzuschuss in Anspruch genommen werde, erklärte Österreichs Tourismus-Staatssekretärin Susanne Kraus-Winkler in einer Pressemitteilung vom 18. Oktober.

Skigebiete in Österreich: Das kommt auf Winterurlauber zu

Österreich: Einsatz von Schneekanonen auf dem Prüfstand

Neben dem Liftbetrieb gilt auch der Einsatz von Schneekanonen als energieintensiv. Laut dem ORF verbraucht das Skigebiet Saalbach-Hinterglemm (Pinzgau) pro Wintersaison für die Beschneiung so viel Strom wie 5000 Haushalte in einem Jahr. Doch künstlicher Schnee ist für eine erfolgreiche Wintersaison unverzichtbar. Viele Betreiber setzen inzwischen auch auf Ökostrom. In einer Pressemitteilung verweist Tourismus Tirol auf Photovoltaik-Module beispielsweise im Skigebiet Wilder Kaiser an Gebäuden und Liften.

Winterurlaub in Österreich: Deutsche wollen am Urlaub sparen

Obwohl Ski-Urlauber in Österreich tiefer in die Tasche greifen müssen, macht sich Optimismus mit Blick auf die Wintersaison 2022/23 breit. „Die Menschen sehnen sich nach einem Winterurlaub“, heißt es laut einer von „Österreich Werbung“ in Auftrag gegebenen Studie, bei der mehr als 10.000 Menschen in mehreren Ländern befragt wurden. Österreich liegt demnach unter den Top-Destinationen. Die Urlaubslaune sei gestiegen. 17 Millionen Menschen würden ihren Urlaub in Österreich planen. Damit lägen die Zahlen wieder auf Vor-Corona-Niveau.

In Deutschland will allerdings laut einer Umfrage rund ein Viertel (26 Prozent) auf Skifahren oder einen Urlaub im Schnee verzichten. Das ergab eine YouGov-Umfrage im Auftrag des Bekleidungsherstellers Schöffel vor Kurzem. 23 Prozent wollen demnach ihren Winterurlaub einschränken. Die Befragten wollen grundsätzlich nicht mehr so weit verreisen, die Aufenthaltsdauer verkürzen, weniger zum Après-Ski gehen oder nicht mehr so häufig in eine Hütte einkehren. Im Rahmen der Umfrage wurden online deutschlandweit 2041 Erwachsene zwischen dem 19. und 21. September befragt.

Eine renommierte Uni in Österreich vollzieht derweil aufgrund der Energiekrise eine drastische Maßnahme. (ml)

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