Konkurrenz zur NASA?

I wer‘ narrisch! Österreicher proben für den Mars

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Weht auf dem roten Planeten bald eine rot-weiß-rote Fahne? Ein österreichisches Team probt offenbar für eine Mars-Mission.

Wien - Der Wettlauf zum Mars hat schon lange begonnen: Amerikaner, Europäer, Russen und Chinesen wollen den roten Planeten erobern – und jetzt auch die Österreicher! Schmarrn? Oder steckt im Boden des roten Planet tatsächlich in ein paar Jahren ein rot-weiß-rotes Fahnderl? Das ist nicht sehr wahrscheinlich, aber trotzdem trainiert ein Team des österreichischen Weltraumforums (ÖWF) schon seit Jahren für eine Mars-Mission! Und das unter möglichst realistischen Bedingungen. 2006 beispielsweise in der Wüste von Utah (USA), 2013 in Marokko und jetzt im Oman!

Läuft alles planmäßig, dann landet die österreichische Mars-Mission, die den musikalischen Namen Amadee-18 trägt, am 8. Februar in der Wüste der Region Dhofar im Süden des Sultanats! Und dort wird dann drei Wochen lang getestet, welche Ausrüstung auf dem Mars etwas taugen könnte und wie Raumfahrer auf dem fernen Planeten – die Entfernung zur Erde schwankt zwischen 56 und 401 Millionen Kilometern – überleben können. 

Vor Ort beteiligt sind 15 Experten aus acht Ländern. Sechs von ihnen sind sogenannte Analog-Astronauten – speziell ausgebildete Raumanzugtester, die an technischen Versuchen beteiligt sind. Profi-Astronaut ist keiner, alle opfern ihren Urlaub für die Mission, die in jedem Fall anstrengend wird. Denn alle werden in 45 Kilo schweren Anzügen durch die Wüste stapfen. Die simulieren echte Raumanzüge zwar nur, sind aber auch nicht ganz billig. „Ihr Wert entspricht dem eines Ferraris“, schätzt ÖWF-Sprecherin Monika Fischer. 

3D-Drucker überlebenswichtig auf dem Mars

Auf dem Programm der Wissenschaftler stehen 15 Experimente. Besonders im Fokus: Der Einsatz von 3D-Druckern. „Ohne so ein Ding kann man niemanden zum Mars schicken“, so Missionsleiter Gernot Grömer. Denn mittels eines 3D-Druckers sollen Astronauten auf dem Mars im Notfall Ersatzteile produzieren können. Zum Beispiel für den überlebenswichtigen Raumanzug. Das ist bisher nicht möglich. Getestet werden auch windbetriebene Marsfahrzeuge und ein aufblasbares Treibhaus, das auf dem Mars für frisches Gemüse sorgen soll. Außerdem wird die Kommunikation Mars-Erde simuliert – jede Nachricht braucht zehn Minuten in jeweils einer Richtung. Auch wenn das Kontrollzentrum tatsächlich nur in Innsbruck sitzt.

Als Konkurrenz zu NASA, die ihre Astronauten in Mexiko auf eine Mars-Mission vorbereitet, und ESA sehen sich die Österreicher übrigens nicht. Eher als Nischenanbieter – und Vermittler: „Viele Forscher testen ihre Ideen bei uns. Und bieten sie, wenn sie erfolgreich sind, der NASA an.“ Die Amerikaner peilen eine bemannte Mars-Mission für die 2030er Jahre an. China will es schon 2020 schaffen.

Rubriklistenbild: © ESA/ESOC/dpa

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