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Die Tauernautobahn führt von Salzburg bis zum Knoten Villach in Kärnten: Kriminelle lauern hier zurzeit an Tankstellen und Raststätten.

Österreichische Polizei gibt Warnung aus

Räuber-Alarm auf der Tauernautobahn

Sie schlagen bei der Reifenpanne zu oder bieten Liegengebliebenen vermeintlich Hilfe an: Die österreichische Polizei warnt vor dreisten Dieben auf der Tauernautobahn.

München - Und plötzlich blieb ihnen die Luft weg. Ein Ehepaar, das auf dem Weg in den Süden war und kurz hinter Salzburg den Benzintank des Autos aufgefüllt hatte, musste nur Minuten später auf der Tauernautobahn A10 mit einem platten Reifen anhalten. Das Paar wurde im Mai jüngstes Opfer eines fiesen Raubzugs, vor dem mittlerweile sogar die österreichische Polizei landesweit warnt: Diebstahl beim Reifenwechseln – Räuberalarm!

Die Masche ist nicht neu, doch bei den Trickdieben äußerst angesagt und variierbar. Entweder schlagen sie beim Reifenwechseln zu, klauen dabei durchs Fenster die Wertsachen wie Geld oder Schmuck. Oder sie bieten gönnerhaft den Liegengebliebenen ihre Hilfe an. Gerhard Groß von der Autobahnpolizei Anif bei Salzburg warnt: „Meistens sind ihre Opfer ältere Leute.“

Räuber spähen ihre Opfer aus

Zunächst spähen die Räuber ihre Opfer an Autobahntankstellen oder Rastplätzen aus. In einem unbeobachteten Momenten beschädigen die Unbekannten immer den rechten hinteren Reifen. Entweder ist der Reifen dann sofort platt, oder das Auto bleibt nach zwei bis fünf Kilometern nach Besuch einer Tankstelle oder Raststätte auf der Autobahn liegen. Die Täter fahren im letzteren Fall dem Fahrzeug nach, und wenn die Opfer dann auf dem Pannenstreifen eine Zwangspause einlegen, wird Hilfe angeboten.

Die Anifer Autobahnpolizei erwartet eine Zunahme dieser Autobahnkriminalität in den kommenden Wochen. „Es wird sicher mit dem Urlauberverkehr in der Ferienzeit wieder stärker“, sagt Groß. Mögliche Tatorte seien inzwischen alle österreichischen Autobahnen. Die Trickdiebe wollen dabei nur eins: Bargeld. Ausweise, Führerscheine, Kredit- oder sonstige Karten, die sich in einem Geldbeutel befinden, werden normalerweise über die Leitplanke geworfen. Oft kommen diese zu ihren Besitzern zurück.

Es war zwar kein Vermögen, das die letzten Opfer auf der Tauernautobahn verloren haben, aber zumindest ein schmerzhafter Betrag. Einen dreistelligen Betrag hätten sie verloren, berichtet Polizeisprecherin Nina Laubichler. Dazu kommt der ganze Stress mit dem platten Reifen.

So können Sie sich schützen

Die bayerische Polizei kennt selbstverständlich ebenfalls die Masche der Kriminellen, die sie inzwischen auf jeder Route in den Süden probieren. Hier der Rat der Experten: Wer in den Urlaub fährt, sollte nach jedem Rastplatz- oder Tankaufenthalt die Reifen auf Druckverlust oder Beschädigungen kontrollieren. Die Trickdiebe haben es darauf abgesehen, die Reifen so zu manipulieren, dass die Panne erst auf der Autobahn eintritt.

Vorsicht, wenn dann schnell Helfer dazukommen. Oft versucht einer, die Reisenden in ein Gespräch zu verwickeln, währen ein anderer Wertsachen aus dem Wagen klaut.

Dem kann insofern vorgebeugt werden, indem man Wertsachen verteilt, alte Geldbeutel im Handschuhfach als eine Art Köder hinterlegt, inklusive abgelaufener Kreditkarten und einer Packung alter Lire. Falls dennoch etwas gestohlen wird, sofort die Sperrtelefonnummer anrufen (11 61 16).

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mc

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