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Immer mehr Betriebe melden offene Lehrstellen, die sie nicht besetzen können.

Offene Lehrstellen – Firmen werden im Internet aktiv

Noch nie hatten es Unternehmen so schwer, offene Lehrstellen zu besetzen. Tausende Ausbildungsplätze sind auch 2013 wieder frei geblieben. Aber nicht nur kleine Handwerksbetriebe suchen Auszubildende – auch die Industrie braucht künftiges Fachpersonal.

Unternehmen werben für sich als Ausbilder

Immer mehr Unternehmen machen Werbung – aber nicht nur, um ihre Produkte an den Mann zu bringen. Sie trommeln auch für sich selbst als Arbeitgeber. Denn die Unternehmen finden keine Azubis und sitzen auf offenen Lehrstellen. Darum lassen sich gerade die großen Konzerne einiges einfallen. Sie unterhalten eigene Abteilungen, die sich ausschließlich mit der Nachwuchsgewinnung beschäftigen oder beauftragen Agenturen.

Laut der Industrie- und Handelskammer sind inzwischen rund 60 Prozent der Unternehmen im Internet unterwegs, um Azubis zu gewinnen. Dabei reicht die Palette der Aktionen von der Stellenanzeige auf der eigenen Website über Auftritte bei Facebook oder Twitter bis zu Videos, in denen Mitarbeiter von den guten Arbeitsbedingungen im Unternehmen schwärmen.

Zusätzlich versuchen die Firmen, die Jugendlichen schon möglichst früh für sich als Arbeitgeber zu interessieren. Tage der offenen Tür im Unternehmen oder Kooperationen mit Schulen sollen dafür sorgen, dass der umworbene Schüler als Lehrling rekrutiert werden kann. Auch Schnupper-Praktika werden immer öfter angeboten, um später keine offenen Lehrstellen zu haben.

Inzwischen gehen manche Firmen auch unkonventionelle Wege, um Azubis zu gewinnen: Speed-Dating zum Beispiel. Wie beim Äquivalent in der Partnersuche haben mehrere Firmen und Bewerber dabei die Chance, sich in kurzer Zeit kennenzulernen.

Nicht unüblich ist es auch, dass die Unternehmen mit Extras werben. Gerne wird so übertariflicher Lohn geboten. Oder der Azubi bekommt ein Smartphone, einen Firmenwagen – oder eine Betriebswohnung. Damit locken speziell Unternehmen, die ein wenig außerhalb der Ballungsräume liegen.

Offene Lehrstellen – aber nicht für alle

Weil außerdem der Trend zu Abitur und Studium anhält, finden die Unternehmen – kleine wie große – nicht genügend Lehrlinge. Immer mehr Jugendliche wollen nicht im Blaumann sondern mit weißem Kragen arbeiten. Da können die Karrierechancen in Handwerk und Industrie noch so gut sein. Laut der Industrie- und Handelskammer hält sich die Zahl der Studien- und Berufsanfänger inzwischen die Waage. Doch würden in Zukunft deutlich mehr Facharbeiter gebraucht.

Die Gewerkschaften wiederum beklagen, dass viele Jugendliche mit Migrationshintergrund oder von Mittelschulen keine Chance bekämen, eine Lehre anzutreten. Denn auch bei so beliebten Berufen wie Mechatroniker, Informatiker oder Elektroniker, setzen die Unternehmen vermehrt auf Realschul-Absolventen, wenn nicht gar auf Abiturienten. Doch auch, wer keinen hervorragenden Abschluss hat, kann immer offene Lehrstellen finden. Denn im Einzelhandel, der Gastronomie oder im Logistikbereich werden Jugendliche gesucht, die vielleicht nicht so gute Noten, aber dafür umso bessere praktische Fähigkeiten haben.

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