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Den Bier-Ausschank auf dem Oktoberfest will Walter Hödl grundlegend verändern. (Symbolbild)

„Eine Mass will doch niemand haben“

Das letzte Mal Wiesn-Mass? Wirt will Oktoberfest-Tradition brechen

Ein Wirt aus Bad Füssing hat die Brauereien auf dem Oktoberfest angezeigt. Sein Vorhaben würde die Wiesn in München grundlegend verändern.

München - Wer schon mal auf dem Oktoberfest zum Bier trinken war, wird die Problematik kennen: von der bestellten Mass bleibt zum Schluss nur das berühmte „Noagerl“ im Krug. Also das letzte bisschen Bier, was schon etwas abgestanden und schal schmeckt. Walter Hödl will die 1-Liter-Bier-Tradition auf dem Oktoberfest jetzt grundlegend ändern. Der Wirt aus Bad Füssing hat in der Abendzeitung über sein Vorhaben gesprochen - und Anzeige gegen die Wiesn-Brauereien erstattet.

München: Wirt will Oktoberfest-Ausschank revolutionieren

Walter Hödl (68) war 19 Jahre lang Festwirt auf dem Bad Füssinger Volksfest. Schon im Jahr 1995 hat er auf seinem Volksfest dafür gesorgt, die „Dreiviertel“-Mass zu verkaufen, und so satte 25 Prozent mehr Bier verkauft, wie die AZ berichtet. Zu dieser Zeit war das eigentlich noch nicht erlaubt - eine neue EU-weite neue Schankgefäßverordnung könnte das jetzt ändern. 

Dieser Besucher des Oktoberfests tanzte am Montagabend mit einer Frau. Doch dann ging er deutlich zu weit - und landete in der Haftanstalt.

Video: 15 Stunden Bier schleppen

München/Oktoberfest: Wirt will die 0,75 Liter Mass einführen

Für Walter Hödl ist die Sache ganz einfach. Seiner Meinung nach würde die ein-Liter-Mass ohnehin keiner wollen: „Eine Mass, also einen Liter, funktioniert doch nur, weil eh nie ein ganzer Liter drin ist,“ sagt er der AZ. Für ihn ist klar, dass die meisten das letzte Viertel ohnehin nicht mehr trinken - dem „Norgerl“ sei Dank. Er fordert deshalb, dass drei Füllstriche am Krug angebracht werden. So hätte man die Möglichkeit, zwischen der klassischen ein-Liter-Mass, einer 0,75-Liter-Mass und einer klassischen „Halben“ zu wählen.

Die Stimmung und das Bier sorgt auf dem Oktoberfest nicht immer nur für gute Laune, sondern auch für brenzlige Situationen. Am Wochenende gerieten mehrere junge Männer aneinander.

Oktoberfest 2019: Wirt will neue Ausschank-Masse einführen

Walter Hödl hat deshalb jetzt Anzeige gegen die Brauereien erstattet. Der konkrete Sachverhalt demnach: „Begünstigung zum wiederholten, vorsätzlich und fortgesetzten Schankbetrug.“ Hödl nach würden sich die Brauereien deshalb dagegen wehren, um schlecht eingeschenkte Mass nicht so leicht erkennbar zu machen. Der AZ nach sieht das Wiesnchef Clemens Baumgärtner (CSU) etwas anders: „Auf der Wiesn gibt‘s a Mass Bier. Das trägt auch zur Geschwindigkeit bei.“ Baumgärtner bezieht sich dabei auf die Bedienungen, die öfters laufen müssten, wenn kleinere Portionen Bier ausgeschenkt würden.

Die Mass Bier auf dem Oktoberfest ist teuer. Doch der Preis für diesen Schnaps hitzt die Gemüter jetzt sehr auf.

München/Oktoberfest: Wirt zeigt Brauereien an 

Inwiefern der „Revoluzzer“ Walter Hödl Erfolg haben wird, ist nicht abzusehen. Gegenüber der AZ äußert sich Wirtesprecher Christian Schottenhammel zumindest nicht ganz abgeneigt: „Für Tipps, wie ich einen höheren Bierumsatz mache, bin ich immer dankbar. Ich sollte den Herrn nach der Wiesn mal kontaktieren.“

Zum dritten Mal wurde auch dieses Jahr der „Wiesn-Gentleman“ vom sozialen Verein „Condrobs“ gekürt. Die Geschichte des diesjährigen Gewinners ist sowohl traurig als auch berührend.

Auf dem Oktoberfest kommt es immer wieder zu kuriosen Situationen. Was sich ein 34-Jähriger nun auf der Wiesn-Wache erlaubt hat, erfordert einiges an Anstrengung, wie tz.de berichtet.

Am Sonntag endete dann schließlich das Oktoberfest 2019. Um 22.30 Uhr wurden am Sonntag die letzten Massen ausgeschenkt. Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner (CSU) zieht eine positive Bilanz. Besonders eine Zahl erfreut. 

*tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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