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Omikron-Variante: WHO-Chef mahnt zur Vorsicht – „Erhöhtes Risiko einer Wiederansteckung“

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Von: Clara Marie Tietze, Luisa Billmayer, Martina Lippl

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Die Omikron-Variante ist auf dem Vormarsch. Wie gefährlich ist sie für Geimpfte und Genesene? Alle News hier im Ticker.

Update vom 8. Dezember, 19.35 Uhr: Die Omikron-Variante des Coronavirus könnte nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu einer höheren Reinfektionsrate, aber milderen Krankheitsverläufen führen. „Die jüngsten Daten aus Südafrika deuten auf ein erhöhtes Risiko einer Wiederansteckung“ von Genesenen sowie einer Ansteckung von Geimpften hin, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch in Genf. Es gebe jedoch auch Hinweise auf weniger schwere Krankheitsverläufe als bei der Delta-Variante.

Für eindeutige Schlussfolgerungen seien jedoch weitere Untersuchungen nötig. Tedros mahnte trotz der möglicherweise milderen Krankheitsverläufe weiterhin zur Vorsicht: „Jede Nachlässigkeit wird Menschenleben kosten.“ Inzwischen sei die Omikron-Variante bereits in mindestens 57 Ländern nachgewiesen worden.

WHO-Chef Tedros Adhanom gab ein Update zur Omikron-Variante.
WHO-Chef Tedros Adhanom gab ein Update zur Omikron-Variante. © Eventpress SK via imago images

Auch der Leiter der WHO-Notfallabteilung, Michael Ryan, schloss sich der Warnung an. Vorläufigen Daten zufolge könnte die neue Variante demnach ansteckender sein als die Delta-Variante. Das bedeute zwar nicht, dass das „Virus unaufhaltsam ist“, so Ryan. Allerdings müssten die Anstrengungen zur Unterbrechung der Übertragungsketten verdoppelt werden. Bei einer höheren Ansteckungsgefahr könnten mehr Menschen erkranken, die Gesundheitssysteme überlastet werden „und mehr Menschen sterben“, erklärte Ryan.

Omikron-Hiobsbotschaft zu Impfstoff-Wirkung: Top-Virologin Ciesek und Drosten äußern sich

Update vom 8. Dezember, 15.30 Uhr: Wie gefährlich ist die neue Corona-Variante Omikron wirklich? Und wirken die aktuell verfügbaren Impfstoffe in gleicher Intensität wie gegen die bisher bekannten Virus-Mutationen? Nachdem sich am Vormittag bereits Virologin Sandra Ciesek und Virologe Christian Drosten (siehe vorheriges Update) geäußert hatten, veröffentlicht nun auch Gesundheitsminister Karl Lauterbach seine Meinung. Über Twitter erklärt der zukünftige Bundesgesundheitsminister: „Die Daten zur Gefahr durch die Omicron Variante werden mehr und klarer. Trotzdem gilt nach allem, was wir bisher an Erkenntnissen haben, dass Booster-Impfungen einen guten Schutz liefern. Auf jeden Fall vor schwerer Krankheit. Wahrscheinlich auch vor Infektion. Das muss Ziel sein.“

Update vom 8. Dezember, 14.10 Uhr: Nachdem Virologin Sandra Ciesek eine Hiobsbotschaft veröffentlicht hatte (siehe Update vom 8. Dezember, 10.13 Uhr), äußert sich nun auch Virologe Christian Drosten. Über Twitter erklärt der Experte in Bezug auf die Wirksamkeit der aktuellen Impfstoffe im Zusammenhang mit der neuen Corona-Variante Omikron: „Eine 40-fache Reduktion der Neutralisationsaktivität bedeutet NICHT, dass die Impfung 40-mal weniger schützt. Der reale Immunitätsverlust ist viel geringer. Im Moment ist Dreifachimpfung der beste Schutz. Neue Impfstoffe erst nach der Winterwelle. Nicht warten, sondern boostern.“

Währenddessen veröffentlicht der Corona-Vakzin-Hersteller Biontech/Pfizer ebenfalls eine erste Einschätzung zur Wirksamkeit des Impfstoffs gegen die neue Corona-Variante. Dabei teilten die Hersteller mit, dass sie bei ihrem gemeinsam entwickelten Impfstoff davon ausgehen, dass sie eine an die neue Variante angepasste Version bis Ende März 2022 bereitstellen können.

Omikron: Top-Virologin mit Hiobsbotschaft

Update vom 8. Dezember, 10.13 Uhr: Auch Virologin Sandra Ciesek vom Universitätsklinikum Frankfurt hat keine guten Nachrichten. Die Corona-Impfstoffe zeigten gegen Omikron eine drastisch schwächere Abwehrreaktion. Das hätten erste Labor-Tests ergeben.

„Die Daten bestärken, dass die Entwicklung eines an Omikron angepassten Impfstoffs sinnvoll ist“, twitterte Ciesek. Die Virologin wies aber auch daraufhin, dass aus ihrer Auswertung nicht herauszulesen ist, ob Geimpfte bei Omikron vor einem schweren Verlauf geschützt sind. Denn die Immunantwort beruht nicht nur auf Antikörpern, sondern beispielsweise auch auf T-Zellen.

Den Angaben von Ciesek zufolge ist die Antikörperantwort gegen Omikron drastisch reduziert im Vergleich zur Delta-Variante - auch bei Menschen mit Auffrischimpfung gibt es eine Reduktion.

Wer zweimal mit Biontech, zweimal mit Moderna oder mit Astrazeneca und Biontech kreuzgeimpft ist, habe nach sechs Monaten keinerlei Immunschutz durch die Antikörper mehr gegen die neue Omikron-Variante. „0 Prozent Neutralisation bei Omicron“, schreibt Ciesek.

So wirkt der Booster bei Omikron

Nach einem Booster - zweimal mit Biontech geimpft und dann mit Biontech geboostert - sieht es etwas besser aus. Drei Monate nach dem Booster werde Omikron noch zu 25 Prozent neutralisiert. Zum Vergleich: Bei Delta neutralisiert der Booster zu 95 Prozent. Cieseks Fazit: Der Schutz nach Booster lässt gegen Omikron um den Faktor 37 im Vergleich zu Delta nach. Die Daten sind bislang nicht von Fachkollegen begutachtet und nicht in einem Fachmagazin veröffentlicht.

Erste Omikron-Daten zu Impfschutz von Biontech aus Südafrika

Update vom 8. Dezember, 7.29 Uhr: Wirkt der derzeitig verfügbare Impfstoff gegen die neue Coronavirus-Variante Omikron? Biontech-Chef Sahin geht davon aus, dass am Mittwoch oder Donnerstag Daten zur Wirksamkeit des Impfstoffs vorliegen könnten.

Alex Sigal, Professor am Africa Health Research Institut, twitterte bereits erste vorläufige Ergebnisse. Der Impfstoff von Biontech/Pfizer-Vakzins bietet demnach offenbar nur einen teilweisen Schutz gegen die Omikron-Variante. Die Neutralisierung von Omikron habe im Vergleich zu einem früheren Covid-Stamm „sehr stark abgenommen“, erklärte Sigal.

„Die Resultate sind besser als ich erwartet habe. Je mehr Antikörper man hat, desto besser sind die Chancen, gegen Omikron geschützt zu sein“, twittert Sigal. „Omikron ist ein Problem, dass wir mit den Werkzeugen, die wir haben, lösen können.“

Die vorliegenden Daten sind noch nicht von Fachleuten überprüft worden. Außerdem ist die Zahl der Testpersonen recht gering, was die Aussagekraft der Ergebnisse einschränken könnte. Das Labor habe Blut von zwölf Personen untersucht, heißt es.

Virologin gibt düstere Prognose zu Omikron ab

Update vom 7. Dezember, 22.35 Uhr: Die Zahl der Infektionen mit der Omikron-Variante nimmt auch in Deutschland zu. Nun warnt die Virologin Isabella Eckerle, Professorin an der Genfer Universität, vor der Variante und einer möglichen fünften Welle. Auf Twitter schreibt Eckerle: „Noch viel Unsicherheit in Bezug auf #Omicron, aber ich traue mich zu behaupten, dass es ziemlich sicher kommt & 5. Welle verursacht.“

Die Virologin spricht von einer „effizienten Übertragung, wahrscheinlich mehr als #Delta“ und davon, dass man sich gut vorbereiten müsse. Auch Eckerle stellt klar: „Die Daten sind noch sehr dünn“, trotzdem gingen „alle neuen Puzzleteile, die gerade dazu kommen“ in die falsche Richtung. Die Virologin hofft, dass sie mit ihrer Einschätzung falsch liegt und die Virusvariante einen milden Krankheitsverlauf bringt. Leider sähen die „aktuellen Daten aus Südafrika nicht danach aus“.

Drosten warnt vor Omikron: „Bald ein ernstes Problem“

Update vom 7. Dezember, 20.05 Uhr: Erst gerade hatte sich der US-Regierungsberater Fauci dazu geäußert, dass die Omikron-Variante des Coronavirus „nahezu sicher“ nicht schlimmer ist, als die Delta-Mutation (siehe Update vom 7. Dezember, 17.21 Uhr). Nun schaltet sich Virologe Christian Drosten ein, um den Ernst der Lage klarzumachen: „Das Deltavirus ist unser Problem bis in den Januar rein, das Omikronvirus ist unser Problem bis Sommer.“

Auch ihn besorge die hohe Verbreitungsgeschwindigkeit, so Drosten im NDR-Podcast „Das Coronavirus-Update“. Wenn sich die bisher gemessene Verdopplungszeit der Infektionen von drei bis vier Tagen auch in Deutschland zeige, „dann ist das eine Entwicklung, die schneller ist als jede politische Entscheidungsmöglichkeit. Dann hätten wir bald ein ernstes Problem“, erklärt der Chefvirologe. Seine Hoffnung setzt er dabei in politische Maßnahmen wie die 2G-Regelung.

Drosten wegen Omikron besorgt: „Viel Virus, viel Krankheit“

Eine Warnung spricht Drosten besonders an Ungeimpfte aus: Man solle sich nicht davon täuschen lassen, dass die Krankheitsverläufe in Südafrika eher mild sind. Denn dort würden sich Menschen anstecken, die bereits ein- oder gar zweimal mit dem Coronavirus infiziert waren. Man müsse deshalb nicht von einer Verringerung der Krankheitsschwere, sondern wahrscheinlich so von einer Verschlimmerung dieser ausgehen.

Vereinfacht sagt Drosten: „Viel Virus, viel Krankheit“ und legt jedem Bürger die Impfung und auch die Booster-Impfung nahe. Denn er selbst geht davon aus, dass die Impfimmunität inklusive Booster-Impfung besser vor einem schweren Krankheitsverlauf mit der neuen Omikron-Variante schützt, als eine bereits überstandene Infektion. Belastbare Studien gebe es dazu bisher aber nicht, räumt der Virologe ein.

Christian Drosten
Der Virologe Christian Drosten ist zum Mann des Jahres 2021 gekürt worden. © Michael Kappeler/dpa

US-Immunologe Fauci: Omikron nahezu sicher „nicht schlimmer als Delta“

Update vom 7. Dezember, 17.21 Uhr: Wie gefährlich ist die Omikron-Variante wirklich? Gesicherte Daten dazu gibt es aktuell noch nicht. Dennoch legt sich US-Experte Anthony Fauci nun fast schon fest: „Es ist nahezu sicher, dass sie nicht schlimmer ist als Delta“, sagt er am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Demnach gebe es sogar Hinweise, dass Omikron sogar weniger schwerwiegend sein könnte. So habe man in Südafrika beobachten können, dass „das Verhältnis zwischen der Zahl der Infektionen und der Zahl der Krankenhausaufenthalte wohl geringer ist als bei Delta“.

Komplett festlegen möchte sich der Mediziner jedoch nicht, da man gesicherte Ergebnisse erst in mehreren Wochen erwarten könne, so die AFP. Was jedoch jetzt schon sicher scheint: Omikron sei „eindeutig hochgradig übertragbar“, erklärt Fauci. In Bezug auf die Impfstoffwirkung bei der neuen Corona-Variante, rechnet der Regierungsberater in spätesntens einer Woche mit Ergebnissen.

WHO warnt: Jeder zehnte Europäer bald Corona-Infektion hinter sich

Update vom 7. Dezember, 12.53 Uhr: „Omikron ist in Sicht und auf dem Vormarsch, und wir sind zurecht besorgt und vorsichtig“, sagte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge am Dienstag. Das jetzige Problem sei jedoch die weiterhin dominierende Delta-Variante. „Wie wir heute gegen Delta erfolgreich sind, ist ein Sieg über Omikron morgen.“ Man müsse gegen alle Varianten auf einmal vorgehen, um die Pandemie zu stabilisieren.

Jeder zehnte Europäer wird eine nachgewiesene Corona-Infektion hinter sich haben - bis Ende dieser Woche. So die jüngsten Zahlen aus dem Europa-Büro der WHO. Die Zahl der Neuinfektionen hätte sich in den letzten zwei Monaten mehr als verdoppelt. Sie steige in allen Altersgruppen, sei aktuell aber am höchsten unter den Fünf- bis 14-Jährigen.

Auch die Zahl der Todesfälle hätte sich in dem Zeitraum mehr als verdoppelt. Zugleich bleibe sie deutlich unter vorherigen Höchstständen, betonte die WHO. Ohne die Impfungen wäre die Sterblichkeit erheblich schlimmer gewesen. Die WHO zählt 53 Länder zur Region Europa, darunter neben der EU auch weiter östlich gelegene Staaten wie Russland, die Ukraine und Türkei.

Experte: Omikron in Großbritannien binnen Wochen dominant

Update vom 7. Dezember, 11.42 Uhr: „Ich bin ziemlich sicher, dass sie wahrscheinlich innerhalb von Wochen dominant werden wird“: Jeffrey Barrett warnt, dass Omikron in Großbritannien wohl bald die Überhand gewinnen wird. Man könne jetzt sagen, dass die Corona-Variante sich in dem Land schneller ausbreitet als Delta, sagte der Experte vom Wellcome-Sanger-Institut am Dienstag dem Radiosender BBC weiter.

Corona in Deutschland: Omikron-Fall an einer Grundschule in NRW

Update vom 7. Dezember, 9.30 Uhr: Noch ist unklar, wie gefährlich die neue Variante Omikron tatsächlich ist. Die Zahl der entdeckten Fälle steigt auch in Deutschland kontinuierlich an. Nun gibt es offenbar eine bestätigte Infektion an einer Grundschule in Düsseldorf. Wie der WDR berichtet, soll ein Grundschulkind mit der neuen Corona-Variante infiziert sein. Offiziell für die Öffentlichkeit bestätigt ist die Infektion jedoch noch nicht. Schon seit längerem habe das Kind die Schule nicht mehr besucht, wie der WDR berichtet, habe die komplette Schule in der vergangenen Woche im Distanzunterricht gelernt.

Demnach habe sich die Schulleitung zu dem Schritt entschlossen, nachdem an der Schule insgesamt 28 Corona-Fälle aufgetreten waren. Wie der WDR unter Berufung auf die Schulleiterin berichtet, habe es nach diesem Schritt erheblichen Widerstand von einigen Eltern gegeben. Diese hatten auf den Präsenzunterricht gedrängt. Seit dieser Woche soll der Unterricht nun tatsächlich wieder in Präsenz stattfinden.

Nahaufnahme der Hände: In einem Klassenzimmer einer Grundschule in Bielefeld spielt ein Kind mit Pop-Its.
In einer deutschen Grundschule wurde ein Omikron-Fall registriert (Symbolbild). © Guido Kirchner/dpa

Update vom 7. Dezember, 6.49 Uhr: Großbritannien-Reisende kommen seit 5 Uhr an diesem Dienstagmorgen nur noch mit einem negativen Corona-Test ins Land. Die Regelung gilt für alle Menschen ab einem Alter von zwölf Jahren. Der PCR- oder Antigen-Test darf nicht älter als 48 Stunden sein.

Damit soll die Ausbreitung der Omikron-Variante verlangsamt werden, teilte das britische Gesundheitsministerium mit. Zuvor hatte die Regierung bereits einen PCR-Test bei der Ankunft gefordert. Bis zum negativen Ergebnis gilt eine Quarantänepflicht.

Boris Johnson will bei Omikron mit Kontaktbeschränkungen abwarten

Kritiker hatten die Reisebeschränkungen als nicht zielführend bezeichnet, da Omikron bereits in Großbritannien zirkuliert. Wichtiger seien Kontaktbeschränkungen im Inland, forderten sie.. Doch darauf will sich die Regierung von Premier Boris Johnson bislang nicht einlassen. „Wir warten noch immer darauf zu sehen, wie gefährlich sie ist, welchen Effekt sie auf Todesfälle und Krankenhauseinweisungen hat“, sagte Johnson am Montag.

Eine 3D-Simulation des neuartigen Coronavirus
Die Corona-Variante Omikron (Symbolbild) bereitet Sorgen. © Besa Art/Imago

Omikron-Neuinfektionen bei Genesenen und Geimpften? Neue Daten aus Südafrika stellen 2G in Frage

Update vom 6. Dezember, 22.22 Uhr: „Wir verzeichnen eine Infektionsrate, wie wir sie seit Beginn der Epidemie noch nicht gesehen haben“, erklärte Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa am Montag. Die neu entdeckte Omikron-Variante scheine auf dem Vormarsch zu sein, warnte er und fügte hinzu: "Ich rufe alle Südafrikaner auf, sich unverzüglich impfen zu lassen".

Nach den jüngsten Angaben haben sich die Infektionsfälle innerhalb einer Woche auf rund 16.000 am vergangenen Freitag verfünffacht. Inzwischen fällt rund ein Viertel der Corona-Tests in Südafrika positiv aus - vor zwei Wochen waren es nur zwei Prozent.

Die meisten Infektionen gibt es in der Provinz Gauteng, in der auch die Hauptstadt Pretoria und die Wirtschaftsmetropole Johannesburg liegen. In Gauteng wurden im November die ersten Omikron-Fälle entdeckt.

Omikron-Neuinfektionen bei Genesenen und Geimpften? Neue Daten aus Südafrika stellen 2G in Frage

Erstmeldung vom 6. Dezember: München - In Deutschland gilt aktuell an vielen Orten die 2G-Regel. Die neue Omikron-Variante des Coronavirus* könnte trotz dieser Vorsichtsmaßnahme eine Gefahr bedeuten. Denn: Eine überstandene Corona-Infektion schützt nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht vor einer Infektion mit der neuen Omikron-Variante. „Wir denken, dass eine vorherige Infektion nicht gegen Omikron schützt“, sagte die Infektiologin Anne von Gottberg von Südafrikas Nationalem Institut für übertragbare Krankheiten (NICD) am Donnerstag (2. Dezember) bei einer Pressekonferenz des WHO-Regionalbüros Afrika.

Omikron-Variante: Kann die Impfung Infektionen vermeiden oder nur abschwächen?

Die Frage werde weiter erforscht, sagte die Wissenschaftlerin. Erste Beobachtungen sprächen aber dafür, dass schon einmal Infizierte durch Omikron erneut an Covid-19 erkranken könnten. Dann fielen die Symptome aber offenbar oft weniger schwer aus. Die vorhandenen Corona-Impfstoffe dürften laut von Gottberg weiter gegen schwere Erkrankungen schützen. Wie wirksam die Impfstoffe tatsächlich gegen die neue Variante sind, ist noch nicht abschließend klar.

Was nützt die 2G-Regel bei der Omikron-Variante des Coronavirus noch?
Was nützt die 2G-Regel bei der Omikron-Variante des Coronavirus noch? © Christoph Hardt/imago

Der Chef des US-Impfstoffherstellers Moderna*, Stéphane Bancel, äußerte sich Ende November pessimistisch: Er gehe von einer „erheblichen Abnahme“ der Schutzwirkung aus, sagte er der Financial Times. Schließlich beträfen 32 der 50 Mutationen bei Omikron das Spike-Protein, mit dem das Coronavirus in Zellen eindringt.

Einschätzung von Biontech-Gründer Sahin: Wie wirksam ist die Impfung gegen die Omikron-Variante?

Biontech-Mitgründer Ugur Sahin* schließt nicht aus, dass Omikron mehr Infektionen bei Geimpften verursachen könnte. Sehr wahrscheinlich schützten die aktuellen Impfungen aber weiter gegen schwere Verläufe. „Unsere Botschaft ist: Verfallen Sie nicht in Panik, der Plan bleibt derselbe. Beschleunigen Sie die Verabreichung der dritten Dosis.“

Weiteren Aufschluss über Omikron sollen Labortests geben, deren Ergebnisse in zwei bis drei Wochen vorliegen dürften. Eine geringere Wirkung der bestehenden Impfstoffe gegen Omikron bedeute aber nicht, dass sie gar keine Wirkung haben, betonen Fachkreise. „Alle Menschen, die sich impfen lassen, fangen nicht bei Null an, wenn sie einer neuen Variante begegnen“, sagte etwa der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, Ende November. Derweil prüfen einige deutsche Bundesländer die Ausnahme von der 2G-Plus-Regel für Booster-Geimpfte.

Mittlerweile wurde die Omikron-Variante nach WHO-Angaben bereits in mehr als 20 Ländern nachgewiesen, darunter Deutschland. Am Donnerstag meldete Indien die ersten zwei Omikron-Fälle. Im südlichen Bundesstaat Karnataka seien zwei Männer im Alter von 66 und 46 Jahren positiv auf die Corona-Variante* getestet worden, teilte ein Vertreter des Gesundheitsministeriums mit. Nun würden auch all ihre Kontakte ersten und zweiten Grades getestet. (AFP/lb) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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