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Immer mehr Säuglinge in Kliniken: Omikron-Welle lässt Hospitalisierungen in Großbritannien ansteigen

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Von: Jennifer Lanzinger

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UK Leipzig geburtenstärkste Klinik
Ein Baby greift mit den Fingern nach seinem Fuß. © Fabian Strauch/dpa/Symbolbild

Immer mehr Säuglinge müssen in der Omikron-Welle in Großbritannien mit einer Corona-Infektion in einer Klinik behandelt werden. Eine Auswertung zeigt nun einen Anstieg zu vergangenen Corona-Wellen.

London - Es ist der Albtraum aller Eltern: das eigene Kind muss mit einer Corona-Infektion in einer Klinik behandelt werden. Genau dieses Szenario ereignet sich aktuell in Großbritannien häufiger, als in den anderen drei Corona-Wellen zuvor. Experten verdeutlichen den Anstieg der Hospitalisierung innerhalb der einzelnen Corona-Wellen. Die Babys scheinen jedoch zum Glück nicht schwerer von der Virus-Infektion betroffen zu sein.

Immer mehr Säuglinge in Kliniken: Omikron-Welle lässt Hospitalisierungen in Großbritannien ansteigen

Bereits kurz nach der Entdeckung der Omikron-Variante hatten Experten in Südafrika einen Anstieg von erkrankten Kindern gemeldet. Auffallend viele von ihnen mussten mit einer Corona-Infektion in einer Klinik behandelt werden. Ein Phänomen, das sich nun offenbar auch in Großbritannien zuträgt. Wie das Ärzteblatt nun unter Berufung auf eine Auswertung des COVID-19 Clinical Information Network (CO-CIN) der britischen Gesundheitsbehörden berichtet, müssen aktuell mehr Säuglinge in Großbritannien durch Ärzte in einer Klinik behandelt werden als noch in den vergangenen drei Corona-Wellen.

Generell trifft eine Coronavirus-Infektion Kinder seltener schwer als Erwachsene. Auch in der aktuell anhaltenden Omikron-Welle sind Kinder viel seltener auf eine Klinik-Behandlung angewiesen als junge Erwachsene oder gar deutlich ältere Personen. Auch der Verlauf einer Corona-Erkrankung bei Säuglingen und Kindern ist in den überwiegenden Fällen milder als bei älteren Personen.

Omikron-Welle in Großbritannien: Mehr Säuglinge in Kliniken als während Delta-Welle

Wie die aktuelle Auswertung aus Großbritannien jedoch zeigt, müssen vor allem unter Einjährige häufiger in einer Klinik behandelt werden, als ältere Kinder. Wie das Ärzteblatt unter Berufung auf das CO-CIN weiter berichtet, lag die Säuglings-Hospitalisierung demnach in der ersten Corona-Welle bei knapp über 30 Prozent (32,9 Prozent). In der zweiten Welle habe diese 30,4 Prozent betragen, in der Delta-Welle 30,2 Prozent. In der aktuell anhaltenden Omikron-Welle sei der Anteil auf 37,8 Prozent angestiegen. Ein kürzliches Update der Auswertung habe sogar einen Wert von 42,2 Prozent ergeben.

Wie die Auswertung jedoch auch zeigt, sind auch hier die Kinder weniger häufig von einem schweren Verlauf betroffen. Trotz einer Behandlung in der Klinik würden die Säuglinge insgesamt zu einem milderen Verlauf tendieren. Auch Todesfälle seien in Großbritannien nicht verzeichnet worden. In einer älteren Altersgruppe bei Kindern habe es einen Todesfall gegeben, ein Mädchen in der Altersgruppe von 5 bis 11 Jahren sei der Corona-Erkrankung erlegen.

Immer mehr Säuglinge in Omikron-Welle im Krankenhaus: Was ist der Grund dafür?

Die genauen Hintergründe der steigenden Hospitalisierungsrate bei Säuglingen in Großbritannien sind noch unklar. Wie das Ärzteblatt jedoch eine mögliche Erklärung des Mediziners Alasdair Munro von der University of Southampton anführt, könnten ältere Kinder sowohl durch Impfungen aber auch durch zumeist asymptomatische Infektionen in früheren Wellen eine Immunität erworben haben. Neugeborene hätten diese Immunität noch nicht. Ihr Immunsystem sei noch nicht auf die Omikron-Variante vorbereitet, so der Experte weiter.

Auch Deutschland hat aktuell mit steigenden Infektionszahlen zu kämpfen. Erneut meldete das Robert Koch-Institut einen neuen Höchstwert.

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