1. Startseite
  2. Welt

„Viel Virus, viel Krankheit“: Drosten warnt wegen Omikron besonders Ungeimpfte

Erstellt:

Von: Franziska Schwarz

Kommentare

RKI-Chef Lothar Wieler und VIrologe Christian Drosten tragen Mundnasenschutz und blicken am Rande einer Corona-Pressekonferenz vom Januar 2021 gemeinsam in Unterlagen.
Der Virologe Drosten im Gespräch mit RKI-Chef Wieler (Archivbild) © Jens Schicke/Imago

Aus Südafrika gibt es inzwischen vorläufige Daten zur neuen Corona-Variante. Auf Deutschland ist das aber nicht so einfach übertragbar, sagt der Virologe Christian Drosten.

Berlin - Delta ist unser Problem diesen Winter – aber Omikron wird es vielleicht bis zum Sommer 2022 sein. Da ist sich Charité-Chefvirologe Christian Drosten sicher. Vermutlich werde die neue Corona-Mutation hierzulande ab Januar zum Problem, sagte der 49-Jährige in der jüngsten Folge des NRD-Podcasts mit ihm.

Drosten verwies auf die hohe Verbreitungsgeschwindigkeit von Omikron. Es zeige sich eine Verdopplung der Fälle in Südafrika oder England etwa alle drei bis vier Tage. Falls sich das für Deutschland bestätige, „dann ist das eine Entwicklung, die schneller ist als jede politische Entscheidungsmöglichkeit. Dann hätten wir bald ein ernstes Problem.“

Drosten besorgt wegen Omikro: „Viel Virus, viel Krankheit“

Mit „Viel Virus, viel Krankheit“ warnte Drosten zugleich, wegen Berichten über milde Verläufe in Südafrika nicht in Euphorie zu verfallen. Dort handle es sich um Wiederansteckungen von Menschen, die den Erreger schon mehrfach hatten. Nicht zu vergleichen mit der Situation hier. Seine Warnung an Ungeimpfte: „Es könnte sein, dass die Krankheitsschwere nicht nur nicht verringert ist. Es könnte sogar sein, dass es erschwert wird, die Krankheitsschwere.“ Das liege an der höheren Virusvermehrung bei Omikron.

Die milden Verläufe könnten auch damit zu tun haben, dass vor allem Jüngere betroffen seien, sagte etwa der US-Immunologe Anthony Fauci. Drosten riet insbesondere zum Boostern, da er annehme, dass dies gegen Omikron besser schütze als eine überstandene Infektion.

Pandemie-Ende an Ostern? Corona-Experte Drosten skeptisch

Belastbare Daten zu Omikron lägen bislang aber noch nicht vor, betonte der Wissenschaftler. Vieles sei noch Vermutung. Seiner Einschätzung nach gibt es ab dem zweiten Quartal 2022 womöglich eine neue Generation angepasster Impfstoffe. Hersteller wie Biontech haben entsprechende Arbeiten bereits angekündigt.

Bisher seien ihm hierzulande ungefähr 25 bis 30 Omikron-Fälle bekannt - aus dem Austausch mit Kollegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) unter seinem Leiter Lothar Wieler hatte zuletzt von einer Handvoll bisher bestätigten Fällen gesprochen. „Und darum würde ich im Moment auch nicht sagen, bis Ostern ist in Deutschland die Pandemie vorbei, wenn Omikron übernimmt.“ (frs mit Material von dpa und AFP)

Auch interessant

Kommentare