1. Startseite
  2. Welt

Omikron: Krisenstabs-Chef nennt Zeitpunkt für das Abebben - doch Experte schließt „weitere Wellen“ nicht aus

Erstellt:

Von: Christina Denk

Kommentare

In vielen europäischen Länder schießen die Infektionszahlen wegen Omikron in die Höhe. So auch in Deutschland. Doch wie lange noch? Experten sehen ein Ende.

Berlin - Über Länder wie Deutschland, Italien und Österreich rollt gerade die Omikron-Welle hinweg. Die Inzidenzen schießen in die Höhe. Deutschland verzeichnete zuletzt zwei Inzidenz-Rekorde. In Italien liegen immer mehr Menschen auf den Intensivstationen. In anderen Gebieten scheint sich die Lage dagegen schon wieder zu entspannen. Großbritannien sah erstmals wieder rückläufige Infektionszahlen, nachdem das Land stark von Omikron geplagt war. So meldete die Insel am 4. Januar 218.705 neue Coronavirus-Fälle. Am 13. Januar waren es nach einem stetigen Rückgang nur noch 105.679. Ähnliche Tendenzen sieht man in amerikanischen Großstädten, wie Washington und Chicago. Doch wie wird die Omikron-Welle in Deutschland weiter verlaufen?

Ist die Welle in ein paar Wochen vorbei? - Einschätzungen über Länge und Ausbreitung von Omikron

Zwei bis fünf Wochen - so lang wird die Omikron-Welle die Infektionszahlen in Deutschland nach Einschätzungen von Krisenstabschef Carsten Breuer hochhalten. „Wir können es im Moment nicht genauer vorhersagen, wir kennen auch die Wucht nicht“, sagte der Generalmajor am Freitag in Potsdam. Er zeigt sich jedoch zuversichtlich, dass ein Bollwerk gegen die Omikron-Welle errichtet werden kann - auch mit mehr Impfungen. „Die Welle - man muss inzwischen eigentlich eher von einer Wand reden, auf die wir uns einstellen - ist beherrschbar.“ Eine Vorbereitung wäre das Impfen. In Deutschland wird indes weiter über eine Impfpflicht diskutiert.

Andreas Gassen, Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, ist sich dagegen sicher, dass fast jeder Bürger in den nächsten Monaten mit der Omikron-Variante in Kontakt kommen wird: „Es wäre illusionär anzunehmen, wir könnten verhindern, dass sich weite Teile der Bevölkerung mit Omikron infizieren. Dafür ist das Virus zu ansteckend“, erklärte Gassen. Die meisten Geimpften würden eine Infektion kaum bemerken. Eine Einschätzung zur Omikron-Welle gaben auch RKI-Chef Wieler und Christian Drosten auf einer PK ab.

Weitere Wellen nach Omikron: Epidemiologe gibt Ausblicke auf die Pandemie

Wenn die Omikron-Welle Deutschland noch zwei bis fünf Wochen beherrscht, wie sehen die Prognosen für die weitere Zukunft aus? Der Bremer Epidemiologe Hajo Zeeb schließt weitere Wellen des Coronavirus nicht aus. „Wir müssen halt immer darauf gefasst sein, dass sich Varianten ergeben, die uns einen Strich durch die Rechnung machen“, sagte Zeeb der dpa. Ungünstig sei vor allem die derzeitige Ansteckung vieler Menschen gleichzeitig. „Damit ist die Wahrscheinlichkeit einfach statistisch schon höher, dass sich neue Varianten entwickeln können.“ Die schnelle Ansteckung sei zwar ein „beschleunigter Weg in die endemische Situation“ und noch ansteckendere Varianten unwahrscheinlich, „aber Varianten mit der gleichen Infektiosität und dann ungünstigeren klinischen Parameter, das kann es schon geben“, sagte Zeeb.

Angesichts der raschen Folge von Delta- und Omikron-Welle mahnte Zeeb Genesene außerdem zur Vorsicht. „Es ist auf jeden Fall so, dass die das Risiko haben, noch mal zu erkranken.“ Omikron sei „fast ein anderes Virus“. Eine hohe Impfrate im Hinblick auf kommende Varianten sei daher notwendig. Sowohl eine Impfpflicht als auch weit gestreuten, niedrigschwelligen Impfangebote könnten zur schnellen Impfung beitragen. „Wir sehen, dass wir wahrscheinlich weitere Impfungen brauchen“, so Zeeb. Er hatte zuletzt in einem Gastbeitrag für IPPEN.MEDIA auch ein umfassende Neuaufstellung der Pandemie-Vorkehrungen gefordert. Daten zu einem vierten Pieks hatten zuletzt jedoch den Hoffnungen einen Dämpfer verpasst. (chd mit dpa) *Merkur.de ist Teil von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare