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Omikron: Virusvariante und Impfungen als Gamechanger in der Coronakrise - Neue Studie macht Hoffnung

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Von: Anna Lehmer

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Auf dem Bildschirm eines Smartphones ist der Text «Omicron COVID-19-variant» zu lesen.
Auf dem Bildschirm eines Smartphones ist der Text «Omicron COVID-19-variant» zu lesen. © Pavlo Gonchar/dpa

Die Infektionszahlen steigen, die Länder lockern: Was wie ein Widerspruch klingt, wurde nun von britischen Forschern erklärt. Omikron und Impfungen sind demnach die entscheidenden Gamechanger.

London - Seit nun mehr als zwei Jahren ist das Coronavirus fester Bestandteil unseres Lebens. Ende 2019 verzeichneten chinesische Gesundheitsämter eine ungewöhnliche Lungenerkrankung, die sich rasend schnell verbreitete. Nur kurze Zeit später wurde das Virus weltweit nachgewiesen. Viele Lockdowns und Jahre später ist die Menschheit bei der SARS-CoV-2-Variante Omikron angelangt, die die bis dato vorherrschende Delta-Variante im Eiltempo verdrängte. Omikron wurde als weitaus ansteckender gehandelt, zudem konnte es den bereits erhaltenen Immunschutz unterwandern. Die Angst war groß und dennoch gab es einen Lichtblick: Erste Daten aus Südafrika zeigten, dass schwere Krankheitsverläufe nach der Ansteckung mit Omikron seltener nachgewiesen wurden.

Omikron: Britische Analyse erklärt milderen Verlauf der Coronavariante

Lange Zeit waren sich die Forscher unsicher, ob der mildere Verlauf durch die harmlosere Coronavariante Omikron oder doch durch die bestehende Immunität der Bevölkerung verursacht wird. Eine britische Studie, die im Fachmagazin Lancet veröffentlicht wurde, bringt nun neue Erkenntnisse ans Licht. Mithilfe von Fallakten von über 1,5 Millionen Menschen konnten die Experten nachweisen, dass das Risiko schwerwiegender Folgen nach einer SARS-CoV-2-Infektion bei Omikron wesentlich geringer ist als bei Delta. Impfungen reduzieren demnach die Wahrscheinlichkeit eines schweren Verlaufs, ebenso spielt bei einer Erkrankung das Alter eine große Rolle.

Coronavirus: Forscher sammeln Daten von Millionen Menschen

Bei der Datenerhebung wurden Patienteninformationen zu Impfstatus, Impfstoff, Alter, Wohnort, Geschlecht und Ethnie gesammelt. Ebenso mussten die Menschen mit Wohnsitz in England nachweisen, dass sie sich in der Zeit vom 29. November 2021 bis 9. Januar 2022 mit Delta oder Omikron infiziert hatten. Anschließend beobachteten die Wissenschaftler, wie viele dieser Menschen zwei Wochen nach ihrer Infektion in ein Krankenhaus eingewiesen worden waren und wie viele vier Wochen später verstarben.

Britische Analyse schürt Hoffnungen: Weniger Menschen wegen Omikron im Krankenhaus

Die Forscher der University of Cambridge, des Imperial College London und weiteren Einrichtungen konnten dabei zuversichtliche Erkenntnisse gewinnen. Das Risiko, wegen einer Omikron-Infektion im Krankenhaus behandelt werden zu müssen, sinkt im Vergleich zu Delta um 59 Prozent. Das Sterberisiko reduziert sich sogar um 69 Prozent. Allerdings deutet die Analyse darauf hin, dass sich diese Werte je nach Altersgruppe unterscheiden. Für über 80-Jährige fällt der Effekt nur in geringerem Maß aus. Bei Personen über 50 Jahren beträgt die Verringerung der Hospitalisierungsrate circa 50-75 Prozent. Bei den über 20-Jährigen wurde ein signifikanter Omikron-Effekt nachgewiesen. Bei Kindern (0-9 Jahre) hingegen macht es keinen Unterschied, ob sie sich mit Omikron oder Delta infizieren.

Omikron verringert Sterblichkeitsrate drastisch

Auch in Hinblick auf die Sterblichkeitsrate ist das Alter nach wie vor entscheidend. Der britischen Analyse zufolge starben im Zeitraum der Datenerhebung 0,26 Prozent der Personen zwischen 50 und 59 Jahre, die sich nachweislich mit Delta infiziert hatten. Bei einer Ansteckung mit Omikron betrug die Sterblichkeitsrate nur noch 0,05 Prozent. Bei den über 80-Jährigen wurde ein höherer Wert bestätigt. Die Rate mit Delta lag mit 15,9 Prozent deutlich über dem Wert im Zusammenhang mit Omikron (5,1). Bei beiden Varianten bot eine frühere Infektion einen gewissen Schutz vor dem Tod, sowohl bei geimpften als auch bei ungeimpften Fällen.

Impfungen schützen vor schwerem Krankheitsverlauf

Wie schon bei Delta vermutet, verringern Impfungen das Risiko eines schweren Verlaufs und damit die Hospitalisierungsrate. mRNA-Impfstoffe und die Booster-Impfung reduzieren den Wissenschaftlern zufolge die Wahrscheinlichkeit um 70 Prozent, was Omikron deutlich ungefährlicher gestaltet. Eine vorherige Infektion erhöht den Schutz nochmals um 53 Prozent, bei den ungeimpften Personen sinkt das Risiko einer schweren Erkrankung sogar um 82 Prozent. Die Immunität in der Bevölkerung als auch Omikron selbst sind der Grund, warum trotz steigender Infektionszahlen die Regierungen einen sogenannte Freedom Day ausrufen. In Bayern wurde dieser auf den 2. April verschoben. (ale)

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