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Virologin Ciesek erkennt in Omikron neue Dimension: „Das haben wir bisher noch nicht gesehen“

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Von: Luisa Billmayer

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Die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek hat die Omikron-Lage kurz vor Weihnachten analysiert.
Die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek hat die Omikron-Lage kurz vor Weihnachten analysiert. © Jürgen Heinrich/Imago

Was bedeutet Omikron für die Weihnachtsfeiertage? Virologin Sandra Ciesek sieht ein Paradoxon zwischen politischen Maßnahmen und wissenschaftlicher Empfehlung.

„Das ist einfach so eine wahnsinnig schnelle Geschwindigkeit, das haben wir bisher in der Pandemie noch nicht gesehen“, sagte die Virologin Sandra Ciesek zur Ausbreitung der Omikron-Variante im NDR-Info-Podcast. Es sei schon erstaunlich, dass die Existenz der neuartigen Corona-Variante erst seit drei Wochen bekannt ist und „jetzt haben wir schon mehrere Länder, wo diese Variante dominant ist“, sagte Ciesek in der neuesten Folge (Nr. 106, 21. Dezember, 2021) des Podcasts „Coronavirus-Update“. In dieser Lage zähle eigentlich jeder Tag, so die Virologin.

Ciesek über Omikron: „Das haben wir bisher noch nicht gesehen“

Problematisch sieht die Expertin vor allem, dass Menschen, die geimpft oder genesen sind - also mit der 2G-Regel einige Freiheiten haben - nicht ausreichend gegen Omikron geschützt seien. „Je mehr Fälle von Omikron wir im Verhältnis haben werden, desto weniger wird uns die 2G-Regel wirklich nutzen“, stellte Ciesek klar.

Eine Booster-Impfung reduziert das Risiko, schwer an Corona zu erkranken. Doch eine Garantie kann auch Ciesek leider nicht aussprechen. „Auch ein Booster ist kein 100-prozentiger Schutz“, so die Virologin. „Irgendwann werden wir wohl alle dieses Virus treffen.“

Video: Antworten auf die wichtigsten Fragen zu Omikron

„Bisher ist der wahrscheinlichste Wert: 70- bis 80-prozentiger Schutz vor symptomatischer Infektion. Aber ohne Booster ist der Schutz zu schwach. Wir müssen daher offensive Boosterkampagne fahren und die Maßnahmen der Kontaktreduktion verschärfen“, schrieb Gesundheitsminister Karl Lauterbach dazu am Sonntag (19. Dezember) bei Twitter.

Ciesek im NDR-Podcast: Virologin gibt Feiertagsempfehlung ab

Mit Blick auf die Feiertage hat Ciesek noch Empfehlungen: „Ich finde es wichtig, wirklich zu überprüfen, welche Kontakte sind essenziell, auf welche kann ich verzichten.“ Auch Reisen sieht die Virologin kritisch. Ihrer Ansicht nach sei es angebracht, über die Feiertage „ein paar Gänge zurückzuschalten“, um mitzuhelfen, dass Omikron sich langsamer verbreitet.

Problematisch sieht Ciesek auch ein Paradoxon, indem sich die Gesundheitsbehörden und die Politik befinden. Aus gesundheitspolitischer Sicht seien präventive Maßnahmen zu ergreifen, bevor sich die Situation verschärfe. Genau das sei aber juristisch schwierig, weil sich weitere Einschränkungen nur dann gerichtlich begründen ließen, wenn sich die Corona-Lage bereits verändert habe - also zum Beispiel die Fallzahlen bereits gestiegen sind. „Wie man das auflösen kann, ist mir bisher persönlich unklar“, so Cieseks Fazit. Daher empfiehlt die Virologin, sich einzuschränken oder auf manches zu verzichten, auch wenn die Politik noch nicht reagiert hat. (lb) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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