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Omikron-Subtyp BA.2: Doch große Unterschiede zur dominanten Variante? Studie liefert neue Daten

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Von: Bedrettin Bölükbasi

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Abbildung des Coronavirus auf einem Achtungs-Schild, darunter die Bezeichnung „Omikron Subtyp BA.2“ (Symbolbild)
Abbildung des Coronavirus auf einem Achtungs-Schild, darunter die Bezeichnung „Omikron Subtyp BA.2“ (Symbolbild) © Bihlmayerfotografie/Imago

Sollte der Omikron-Subtyp BA.2 Grund zur Sorge bereiten? Eine Studie aus Japan stuft die Variante deutlich riskanter ein als zuvor gedacht.

München - Hochansteckend, aber milderer Krankheitsverlauf: So wird die Omikron-Mutation des Coronavirus bislang charakterisiert. Vor allem aufgrund der letzteren Eigenschaft droht laut Experten keine Überlastung der Krankenhäuser. Außerdem blieb auch ein befürchteter steiler Anstieg der Todesfälle aus. Insgesamt resultierte dies trotz hoher Infektionszahlen somit in einem optimistischen Bild und ließ auch weitreichende Lockerungen der Pandemie-Regeln zu.

In den letzten Wochen schlich sich nun ein neuer Begriff in den Pandemie-Sprachgebrauch ein. Bei Omikron wird jetzt zwischen der ursprünglichen Variante BA.1 und dem neuen Subtypen BA.2 unterschieden. Zuvor legten wissenschaftliche Ergebnisse nahe, dass BA.2 keine großen Unterschiede zu BA.1 aufweist. Eine neu erschienene japanische Studie zeichnet allerdings ein anderes Bild.

Omikron-Subtyp: Studie aus Japan findet bei BA.2 große Unterschiede - „Risiko für globale Gesundheit höher“

Der von Experten aufmerksam beobachtete Omikron-Subtyp BA.2 scheint sich nach neuen Erkenntnissen in bestimmten Eigenschaften deutlich von der in Deutschland bislang dominanten Corona-Subvariante BA.1 zu unterscheiden. Darauf weisen im Preprint - also ohne Überprüfung durch Fachkollegen - veröffentlichte Studiendaten mehrheitlich japanischer Forscher hin. Zu den Unterschieden gehören demnach etwa eine wohl deutlich höhere Übertragbarkeit von BA.2 sowie die Immunantwort und die Pathogenität, also die Fähigkeit, Krankheiten auszulösen, betreffende Differenzen.

Auf Basis der erfassten Unterschiede bei menschlichen Zellproben im Labor und Infektionsversuchen etwa bei Hamstern schlagen die Autoren einen eigenen Buchstaben des griechischen Alphabets für BA.2 vor - über diese Namensgebung für relevante Corona-Varianten bestimmt die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die Untersuchungen, so die Autoren der Studie, legten insgesamt den Schluss nahe, „dass das Risiko von BA.2 für die globale Gesundheit potenziell höher ist als das von BA.1“.

Omikron-Subtyp BA.2: Ausbreitung in Deutschland auf geringem Niveau - Impfschutz offenbar gleich

Der wissenschaftliche Leiter des Divi-Intensivregisters, Christian Karagiannidis, schrieb mit Blick auf die Studie am Mittwoch bei Twitter: „Wir müssen BA.2 sehr gut im Auge behalten. Es scheint biologische Unterschiede zu BA.1 zu geben.“ BA.2 gilt in der Debatte um mögliche Corona-Lockerungen als Unsicherheitsfaktor, weil der Subtyp als noch leichter übertragbar gilt. Unter anderem in Ländern wie Dänemark hat sich BA.2 schon stark ausgebreitet.

Fachleute halten das auch in Deutschland für möglich, was aus ihrer Sicht die Omikron-Welle verlängern könnte. In Deutschland breitet sich BA.2 nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) nach aktuellem Kenntnisstand bislang auf recht niedrigem Niveau aus. In seinem letzten Wochenbericht weist das RKI in der Woche bis zum 30. Januar einen BA.2-Anteil von 8,1 Prozent aus. Im Bericht heißt es weiter: „Hinsichtlich der klinischen Charakteristik gibt es derzeit keine Hinweise darauf, dass sich Infektionen mit BA.2 von Infektionen mit BA.1 unterscheiden.“

Auch der US-Mediziner Eric Topol reagierte mit einem Tweet auf den Preprint. Bislang gelte die Annahme, die BA.2-Variante unterscheide sich in Bezug auf Pathogenität und Immunflucht nicht wesentlich von BA.1. Die neue Analyse lege nun nahe, dass dies möglicherweise doch der Fall ist. Zugleich verwies Topol auf Daten der britischen Gesundheitsbehörde UKHSA: „Nichtsdestotrotz sollte der jüngste Bericht der UKSHA, der zeigt, dass der Impfschutz gegen BA.2 genauso gut ist wie gegen BA.1, als recht beruhigend angesehen werden.“ (bb mit Material von dpa)

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