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Omikron-Subtyp BA.2: Wie gefährlich ist die Coronavirus-Variante?

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Von: Martina Lippl

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Omikron BA.2: Untervariante breitet sich rasant aus.
Omikron BA.2: Die Untervariante breitet sich rasant aus und verdrängt auf der ganzen Welt BA1. © Leonello Calvetti/imago

Der Omikron-Subtyp BA.2 setzt sich in Deutschland durch. Er ist deutlich ansteckender als die bisher dominierende Variante BA.1. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

München – Viren mutieren, das liegt in ihrer Natur und ist inzwischen wohl den meisten bekannt. Das Coronavirus Sars-CoV-2 macht davon keine Ausnahme. Omikron hatte allerdings so keiner auf dem Radar. Die Coronavirus-Variante tauchte erstmals Ende November auf und verbreitete sich schnell weltweit. Nun brodelt es wieder: Der Omikron-Subtyp BA.2 ist noch schneller. Das könnte die aktuelle fünfte Corona-Welle in die Länge ziehen.

Omikron-Subtyp BA.2: Ist die Untervariante gefährlicher?

Der Omikron-Subtyp BA.2 hat in vielen Ländern – Dänemark, Großbritannien und Südafrika – den Subtyp BA.1 bereits verdrängt. In Deutschland ist der Anteil von knapp 25 Prozent auf 38 Prozent gestiegen, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) in seinem aktuellen Wochenbericht vom Donnerstag mitteilt. Die Werte beziehen sich jedoch auf die Vorwoche, in diesem Fall auf die Kalenderwoche 8. Der Anteil wird jetzt wahrscheinlich schon deutlich höher sein.

Forscher versuchen zu verstehen, warum die Omikron-Untervariante BA.2 jetzt die Variante BA.1 so schnell verdrängt. Der stetige Anstieg der Prävalenz von BA.2 in mehreren Ländern deutet darauf hin, dass es einen Wachstumsvorteil gegenüber anderen zirkulierenden Varianten hat, sagt Mads Albertsen, Bioinformatiker an der Universität Aalborg in Dänemark im Fachmagazin Nature. „BA.2 hat offensichtlich hohes Wachstumspotential“, sagt auch der Bremer Epidemiologe Hajo Zeeb, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet. Das könne an besserer Übertragbarkeit und/oder noch stärkerer Immunflucht liegen, also der Fähigkeit, Antikörpern von Geimpften und Genesenen zu entgehen.

Corona: Wie viele Omikron-Subtypen gibt es?

Coronavirus-Variante Omikron (VOC)Häufige Sub-Varianten/ Unterlinien
OmikronBA.1
OmikronBA.1.1
OmikronBA.2
OmikronBA.3

Corona: Omikron BA.2 „deutlich ansteckender“

Erste Studien aus Dänemark und Großbritannien deuten laut RKI daraufhin, dass die Untervariante BA.2 deutlich übertragbarer ist als die Omikron-Variante BA.1. Der Unterschied der Übertragbarkeit scheint viel kleiner zu sein, als beispielsweise der Unterschied zwischen BA.1 und Delta. Für den Unterschied zwischen BA.1 und BA.2 bemühte der Charité-Virologe Christian Drosten einen Autovergleich: Beide hätten fast gleich breite Reifen, aber im Fall von BA.2 habe der Motor „schon ein paar PS mehr“

Corona: Schwere Krankheitsverläufe bei Omikron BA.2?

Auch wenn BA.2 infektiöser scheint - etwa 1,4-mal - gibt es bisher keine Anzeichen für schwere Krankheitsverläufe. Die Beobachtungen kommen allerdings aus Ländern mit vielen Geimpften und Genesenen wie Südafrika, Großbritannien und Dänemark. Virologe Drosten sagte kürzlich, er hoffe auf Erkenntnisse aus Hongkong, wo viele Ältere sehr zögerlich mit der Impfung gewesen seien und wo sich in dieser Gruppe durch Omikron eine hohe Krankheitslast zeige. Auch in Deutschland gilt die Sorge von Experten der relativ großen Gruppe älterer Menschen ohne Impfschutz. Die WHO weist auch auf vorläufige Labordaten aus Japan hin: Bei Hamstern ohne Immunschutz verursachte BA.2 im Vergleich zu BA.1 schwere Krankheiten.

Corona: Was bedeutet die Omikron-Subvariante für Deutschland?

Die rasante Ausbreitung von BA.2 könnte das Gesundheitssystem noch einmal kritisch belasten. Gerade, weil die Corona-Regeln ab dem 4. März in Deutschland gelockert werden.

„Aufgrund der leichteren Übertragbarkeit der Sublinie BA.2 kann eine deutlich langsamere Abnahme oder erneute Zunahme der Fallzahlen nicht ausgeschlossen werden“, schreibt das RKI. Ein wichtiger Faktor für den weiteren Verlauf sei, wie stark Kontakte im Rahmen der geplanten Lockerungen zunehmen.

Das RKI vermeldete nach einem längeren Rückgang der Inzidenz am Freitag wieder einen leichten Anstieg. Ist das schon der erste Hinweis auf eine Trendwende? Fachleute befürchten seit Wochen, dass die Ausbreitung von BA.2 die Omikron-Welle verlängern und den Rückgang der Fallzahlen verlangsamen könnte.

Omikron: Wie unterscheiden sich BA.2 und BA.1?

Die Untervarianten BA.2 und BA.1 unterscheiden sich in ihrer genetischen Sequenz – an insgesamt 27 Stellen im Genom. Der Omikron-Subtyp BA.2 weist zahlreiche Mutationen – vor allem im Spike-Protein – auf. Diese Mutationen machen BA.2 offenbar leichter übertragbarer und damit ansteckender. Beide Omikron-Varianten tricksen das Immunsystem aus, weichen Antikörpern aus. Trotz Impfung erkranken Menschen an Covid. Bei Geboosterten – also dreifach Geimpften – ist der Verlauf in der Regel mild.

Schützt eine Infektion mit Omikron BA.1 vor BA.2?

Dänischen Erkenntnissen zufolge ist es zwar möglich, sich nacheinander mit BA.1 und BA.2 anzustecken. Es wird aber davon ausgegangen, dass dies relativ selten vorkommt – und dann vor allem bei jüngeren, ungeimpften Menschen. Die WHO hält fest, erste Daten deuteten auf einen starken Schutz durch eine BA.1-Ansteckung vor erneuter Infektion mit BA.2 hin – zumindest in dem kurzen Zeitraum, für den es bisher Daten gibt. Corona-Impfungen schützen bei BA.2 immer noch sehr gut vor einem schweren Verlauf. Auch 24vita.de* berichtet über den Omikron-Subtyp. (ml mit Material der dpa)*Merkur.de und 24vita.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

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