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Omikron-Variante in Deutschland: Experten sind sicher - „Welle wird kommen“

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Von: Tom Offinger

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Noch bestimmt die Omikron-Variante nicht das Pandemie-Geschehen in Deutschland, doch das könnte sich bald ändern, wie Epidemiologen befürchten.

Berlin/München - Die Maßnahmen scheinen sich bezahlt zu machen: Seit einigen Tagen sinken Inzidenz und Infektionszahlen in Deutschland, während die Booster-Kampagne ohne große Nebengeräusche voran läuft. Doch Epidemiologen warnen schon vor der nächsten Gefahr: Eine Welle an Omikron-Infektionen schwappt derzeit über Großbritannien und Dänemark und könnte bald auch Deutschland erreichen. Die Auswirkungen könnten schwerwiegend sein.

Omikron-Variante: Epidemiologe sicher - „Welle wird kommen“

Bisher hält sich die Omikron-Variante des Coronavirus in Deutschland noch zurück: Nur knapp 100 Fälle sind derzeit in der Bundesrepublik bekannt, langfristig dürften es aber deutlich mehr werden. „Die Omikron-Welle wird kommen“, ist sich Epidemiologe Timo Ulrichs gegenüber ntv.de sicher. Gerade ungeimpfte Menschen und Bundesländer seien dann besonders betroffen, argumentiert der Experte, im Januar oder Februar dürfte die Welle dann ihren Hochstand erreichen. „Wir können noch beeinflussen, wann sie kommt und wie hoch die Welle wird“, gibt Ulrichs zu Bedenken.

Ulrichs ist nicht der einzige Epidemiologe, der eine Verschlimmerung der Situation prophezeit. „Ich befürchte, dass Omikron in spätestens zwei bis drei Wochen wieder zu einem Anstieg bei den Infektionszahlen führt, vermutlich auch bei den Klinikeinweisungen“, erklärte jüngst auch Gérard Krause vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa). Laut Christian Karagiannidis, dem Leiter des DIVI-Intensivregisters, könnten die Fallzahlen sogar pünktlich zu den Weihnachtsfeiertagen wieder steigen.

Die derzeit gültigen Corona-Maßnahmen würden Deutschland zumindest etwas Zeit verschaffen, um möglichst viele Menschen boostern zu lassen, erklärt Ulrichs bestimmt. Die Booster-Impfung sei eine äußerst wirksame Waffe gegen Omikron, merkt Ulrichs an. Geboosterte Menschen würden nicht mehr so stark zum Infektionsgeschehen beitragen, gleichzeitig verringere sich auch die Belastung für das Gesundheitssystem. „Wir haben aktuell rund 5000 Covid-Intensivpatienten bundesweit. Zu keinem Zeitpunkt in der Pandemie hatten wir so wenige freie Betten. Die Omikron-Welle wird auf Kliniken stoßen, die längst am Limit sind“, warnte auch Karagiannidis jüngst gegenüber der Funke-Mediengruppe.

Omikron-Variante: Großbritannien und Dänemark stoßen an ihre Grenzen

Welche Auswirkungen die Omikron-Variante tatsächlich haben kann, wird derzeit in Großbritannien und Dänemark ersichtlich. Die Briten mussten bereits 1800 Omikron-Fälle melden, Dänemark verzeichnet derweil so viele Fälle wie noch nie seit Beginn der Pandemie. 270 Dänen hätten sich bereits nachweislich mit der Mutante angesteckt, bei 3000 weiteren besteht zumindest der Verdacht.

Eines ist nach ersten Beobachtungen hingegen sicher: Die Omikron-Variante verbreitet sich mit extremer Geschwindigkeit. Eine genaue Prognose ist dennoch schwierig, Untersuchungen aus Dänemark und Großbritannien legten jedoch nahe, dass sich die Zahl der Omikron-Ansteckungen alle drei bis vier Tage verdoppele, meint Richard Neher vom Biozentrum der Universität Basel in einem Interview, welches auf der Seite der Universität veröffentlicht wurde.

Die nächsten Wochen dürften ein entscheidender Wegweiser im Kampf gegen Omikron und das Coronavirus im Allgemeinen sein. (to)

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