1. Startseite
  2. Welt

Lauterbach teilt sorgenvoll neue Südafrika-Studie: Omikron dürfte „Risiko auch für Geimpfte“ erhöhen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Bettina Menzel

Kommentare

Karl Lauterbach weist auf aktuelle Studie hin
Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD) ist Arzt und Gesundheitsökonom. Auf Twitter verweist er nun auf eine aktuelle Studie zur neuen Corona-Variante Omikron (Archivbild). ©  Political-Moments / Imago

Über die neue Corona-Variante Omikron ist noch nicht viel bekannt. Eine aktuelle Studie aus Südafrika weist nun auf ein hohes Risiko auch für Geimpfte hin, so Karl Lauterbach am Donnerstag.

Berlin - Die neue Corona-Variante Omikron wurde am 4. November in Südafrika entdeckt – was nicht unbedingt heißen muss, dass die Variante auch dort entstand. Noch ist nicht viel über die Mutation bekannt, doch Wissenschaftler in aller Welt arbeiten auf Hochtouren, um das veränderte Virus zu entschlüsseln. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach verweist nun auf besorgniserregende Erkenntnisse einer aktuellen Studie.

Video: Lauterbach pocht auf 5 Sofortmaßnahmen

Karl Lauterbach: „Das Gefährliche an Omikron ist das Reinfektionsrisiko“

Der SPD-Gesundheitsexperte sieht die Befürchtungen über die mögliche Gefahr der Omikron-Variante in einer aktuellen Studie aus Südafrika bestätigt. Die Studie von Juliet R.C. Pulliam und Kollegen weist darauf hin, dass die Omikron-Variante ein höheres Reinfektions-Risiko birgt. Dies wiederum bedeute auch ein „Risiko für Geimpfte“, so Lauterbach. „Ein Grund mehr für die schnelle Booster-Impfung“, schlussfolgert der Mediziner.

Die Studie basiert auf Daten von 2.796.982 Personen mit laborbestätigtem SARS-CoV-2-Tests, die zwischen März 2020 und 27. November 2021 gesammelt wurden. Bei Personen mit aufeinanderfolgenden positiven Tests im Abstand von mindestens 90 Tagen gingen die Forscher von einer Reinfektion aus. Bei der Studie handelt es sich um ein sogenanntes Preprint, eine Vorveröffentlichung, die noch nicht von Fachkollegen gegengelesen wurde. Während der Corona-Pandemie bürgerte sich die in der Physik gängige Praxis der Publikation von Preprints auch im medizinischen Bereich ein. Dies soll dazu dienen, dass Wissenschaftler in aller Welt zeitnah auf die Forschungsergebnisse zugreifen können. Es bestünde jedoch auch die Gefahr von voreiligen Schlüssen, mahnen Kritiker.

Corona-Variante: Was schon über Omikron bekannt ist

Die Weltgesundheitsorganisation WHO stufte die Omikron-Variante als „besorgniserregend“ ein. Bislang sind rund 50 Veränderungen im Genom bekannt, 32 davon an den Spike-Proteinen. Diese verwendet der Virus, um an der menschlichen Zelle „anzudocken“. Laut Experten soll Omikron mehr Mutationen als die bisher dominante Delta-Variation aufweisen. Es wird vermutet, dass sich Omikron aus einer anderen Virusvariante entwickelt haben könnte als Delta. Noch ist nicht klar, ob Omikron ansteckender als Delta ist, doch erste Erkenntnisse weisen daraufhin. Etwa, dass in der Provinz Gauteng in Südafrika innerhalb kurzer Zeit viele Omikron-Fälle nachgewiesen wurden, was auf eine schnelle Verbreitung hinweisen könnte.

Ob ein schwerer Verlauf durch Omikron wahrscheinlicher ist, lässt sich aufgrund der Datenlage derzeit noch nicht abschließend sagen. Es sei Geduld gefragt, mahnen Experten und warnen vor voreiligen Schlüssen. Karl Lauterbach etwa erklärte auf Twitter, dass Omicron sehr gefährlich sei. Doch es sei noch immer unklar, ob die Gefahr auch für Geimpfte wirklich grösser sei. In den Medien gab es auch Spekulationen, ob der Verlauf der Omikron-Infektion vielleicht weniger schwer ausfallen könnte. Das hält der Gesundheitsexperte für gefährlich: „ Es sieht bisher nicht wirklich nach einem leichteren Verlauf aus. Die Spekulation kann zu einer Unterschätzung der Gefahr führen.“ Zu der Frage, ob die derzeitig verfügbaren Impfstoffe gegen die neue Coronavirus-Variante Omikron wirken, verweist Lauterbach auf eine aktuelle Studie aus Israel.

Auch interessant

Kommentare