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Opferzahl bei Erdbeben-Katastrophe in Südasien weiter gestiegen

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- Tokio - Die Zahl der Todesopfer in Folge des verheerenden Sumatra-Bebens und gewaltiger Flutwellen steigt immer weiter. Nach neuesten Informationen der japanischen Nachrichtenagentur Jiji Press in der Nacht zum Montag (Ortszeit) kamen etwa 8500 Menschen ums Leben.

Das weltweit schwerste Erdbeben seit 40 Jahren hat am Sonntag vor der indonesischen Insel Sumatra riesige Flutwellen in Südasien ausgelöst und Tausende von Menschen das Leben gekostet. Bis zum Sonntagabend stieg die Zahl der Todesopfer stündlich. Etwa 8500 Menschen kamen bei der Naturkatastrophe am Zweiten Weihnachtsfeiertag ums Leben, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Jiji Press in der Nacht zum Montag (Ortszeit). Auch Touristenzentren mit zurzeit etwa 6 000 deutschen Urlaubern wurden zerstört. Über mögliche deutsche Opfer lagen zunächst keine Angaben vor. Zahlreiche Hilfsorganisationen entsandten bereits Retter in die Krisenregionen.

Zu der Erdbeben-und Flut-Katastrophe hat das Auswärtige
für Angehörige von Reisenden ein Hotline
mit der Rufnummer 030-50001000 eingerichtet.

Während auf Sri Lanka vor der Ostküste Indiens rund 3200 Menschen durch die Flutwellen (Tsunamis) starben, sei die Zahl der Toten in Indien auf etwa 2500 gestiegen. In Indonesien seien inzwischen 2400 Tote gezählt worden. Tausende Menschen wurden verletzt, Millionen wurden obdachlos und zahllose vermisst. Das Auswärtige Amt richtete einen Krisenstab ein, Reiseveranstalter sagten Flüge in die Region ab.

Die Erde bebte am Morgen mit einer Stärke von 8,9 auf der Richterskala in zehn Kilometer Tiefe unter dem Meer westlich der indonesischen Insel Sumatra. Die heftigen Erdstöße lösten meterhohe Flutwellen aus, die bis an die Küsten Malaysias, Thailands und Indiens rollten.

Im Süden Thailands, darunter auf der auch bei Deutschen beliebten Ferieninsel Phuket, fanden mindestens 118 Menschen den Tod. "Es sieht hier aus wie nach einem Wirbelsturm", sagte eine Augenzeugin in Thailand der dpa. Die Naturkatastrophe habe mehr als eine Million Menschen in Südasien obdachlos gemacht, teilte die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmond-Föderation (IFRC) am Sonntag in Genf mit.

Die herantosenden Fluten setzten ganze Orte in der Region unter Wasser, zahlreiche Häuser wurden zerstört, Boote kenterten, Autos wurden von den Wellen mitgerissen. Der thailändische Regierungssprecher Jakrapob Penkair sagte der dpa, am härtesten sei die wegen des Unwetters noch immer völlig unzugängliche Insel Phi-Phi zwischen Phuket und dem Festland betroffen.

Das Beben war auch in Malaysia und Singapur zu spüren. Auf einer Insel im Nordwesten Malaysias fielen 16 Menschen der Flutwelle zum Opfer. Auf den Malediven starb ein britischer Tourist vor Schreck, als der Tsunami auf ihn zuraste.

 Mit Bestürzung und Hilfsangeboten haben Politiker aus aller Welt auf die Katastrophe reagiert. Bundeskanzler Gerhard Schröder sagte am Sonntag den betroffenen Ländern die Unterstützung Deutschlands zu. Die Bundesregierung bewilligte als humanitäre Soforthilfe eine Million Euro. Vor Ort werden die Botschaften umgehend verstärkt, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes. Papst Johannes Paul II. forderte internationale Hilfsmaßnahmen. Die Europäische Union stellte eine Soforthilfe von drei Millionen Euro bereit.

Caritas International und die Diakonie Katastrophenhilfe stellten für die Opfer der Erdbeben in Asien 300 000 Euro als erste Hilfe zur Verfügung. Einheimische Mitarbeiter und Hunderte freiwillige Helfer seien bereits im Einsatz. Auch die Welthungerhilfe hat am Sonntag damit begonnen, Opfer des Erdbebens mit Hilfsgütern zu versorgen. Die deutsche Hilfsorganisation humedica schickte ein erstes Ärzteteam mit medizinischer Ausstattung für 3000 Menschen nach Sri Lanka.

Deutsche Reiseveranstalter sagten für die nächsten Tage ihre Flüge in das Katastrophengebiet ab. Das Touristikunternehmen Thomas Cook schickt vier leere Flugzeuge in die Region, um Touristen nach Hause zu bringen. Europas größter Reisekonzern TUI sagte am Sonntag alle Reisen nach Phuket (Thailand), Sri Lanka und auf die Malediven bis 31. Dezember ab. Die Rewe-Pauschaltouristik (ITS, Jahn Reisen und Tjaereborg), die derzeit etwa 1600 Urlauber dort betreut, stornierte alle Abflüge für die drei Ziele am 26. und 27. Dezember.

Bis zu 10 000 britische Touristen könnten sich derzeit in den betroffenen Regionen Südostasiens aufhalten. Das berichtete die BBC am Sonntag unter Berufung auf die britische Tourismusbranche. Nach Angaben des Verbandes italienischer Reiseveranstalter befinden sich etwa 6 500 Italiener in den Krisenregionen. Der italienische Zivilschutz richtete eine Kriseneinheit ein.

Zu der Erdbeben-und Flut-Katastrophe hat das Auswärtige
für Angehörige von Reisenden ein Hotline
mit der Rufnummer 030-50001000 eingerichtet.

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