Oralverkehr am Kolosseum?

Rom - Kuss oder mehr? Ein Homosexueller ist in Rom verurteilt worden. Er soll nach Ansicht des Gerichts in einer Julinacht 2007 vor dem berühmten Kolosseum Oralverkehr mit einem anderen Mann gehabt haben.

Er muss eine Geldstrafe von über 2000 Euro zahlen. Wie italienische Medien am Donnerstag berichteten, bestreiten die Männer dies jedoch heftig: Sie hätten sich lediglich geküsst. Eine Patrouille der Carabinieri vor Ort will jedoch mehr gesehen haben. Der Anwalt des jungen Mannes hat jetzt Berufung eingelegt und ist laut eigener Aussage “gespannt auf die Begründung des Urteils“, die noch nicht vorliege. Er hoffe, dass in zweiter Instanz die Bilder der Überwachungskameras, die in direkter Umgebung des Kolosseums installiert sind, berücksichtigt würden.

Sie dürften beweisen, dass das Paar sich nur geküsst habe, so der Verteidiger. Gegen einen sexuellen Kontakt zwischen den beiden Männern spreche im Übrigen eine Operation im Genitalbereich, die der Verurteilte ein paar Tage vor dem besagten Abend gehabt haben soll. In der umstrittenen Nacht soll er einen Verband getragen haben. “Wie hätte ich unter diesen Umständen Geschlechtsverkehr haben sollen?“, fragt Kritik am Urteil kommt auch vom Schwulenverband. “Es bleibt zu hoffen, dass das Gericht nicht den bloßen Ausdruck von Gefühlen oder Küsse eines homosexuellen Pärchens als strafbar einschätzt“, heißt es. Die Umgebung des Kolosseums, rund um die Via di San Giovanni di Laterano, gilt als beliebter Homosexuellen-Treffpunkt in Rom.

dpa

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