Orkantief Carmen bringt Fels ins Rollen

Offenbach - Heftige Folgen des Sturmtiefs “Carmen“: Auf der Ostsee gerät ein Fischkutter in Seenot, in Trier durchschlägt ein Felsbrocken die Wand eines Hauses. Am Wochenende wird es wieder wärmer.

Das Orkantief “Carmen“ hat spektakuläre Folgen gehabt, letztlich aber weniger Schäden angerichtet als befürchtet. Im Flachland erreichten die Böen Sturmstärke, auf den Gipfeln des Schwarzwaldes wehten “Carmen“ als Orkan. Am Wochenende soll es laut Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach windig bleiben, aber wärmer werden. Der Süden bekommt bei bis zu 20 Grad und gelegentlichem Sonnenschein sogar Biergartenwetter. Die Mitte Deutschlands erwartet ergiebigen Regen.

Im Sturm war ein Ostseefischer am Donnerstagabend in Seenot geraten und in einer dramatischen Aktion gerettet worden. Sein Kutter “Möwe“ sank. Das Boot war in vier Meter hohen Wellen vor Fehmarn nach einem Motorschaden gekentert. Der 40-Jährige hatte keine Schwimmweste an. Er konnte sich aber auf die Außenwand seines Kutters ziehen. Der Mann erlitt eine leichte Unterkühlung und einen Schock. Der Sturm war mit bis zu 115 Stundenkilometern über den Norden gefegt.

Milde Temperaturen am Wochenende

In Trier schlug ein Felsbrocken ein Loch in eine Hauswand. Der Sandstein hatte sich wohl wegen eines entwurzelten Baumes gelöst und war an einen Steilhang rund 25 Meter hinuntergerollt, teilte die Polizei mit. Der Einschlag riss ein etwa 40 mal 40 Zentimeter großes Loch in das Einfamilienhaus. Die Bewohner kamen mit dem Schrecken davon. Auf dem 1493 Meter hohen Feldberg im Schwarzwald wurden Spitzen-Windgeschwindigkeiten von 155 Kilometern pro Stunde gemessen. Die Polizei meldete einige umgestürzte Bäume und Steinschlag.

Überall in Deutschland wird es am Wochenende mild bei Temperaturen zwischen 10 und 18 Grad. “Am Sonntag bekommen die Menschen im Süden und Südosten sogar einen fast frühlingshaften Tag“, sagte DWD- Meteorologe Simon Trippler. Nach den Erfahrungen der Meteorologen kommt es um den 11. November - dem Namenstag des Heiligen Martin - häufig zu einer milden Phase, deshalb heißt dieses Phänomen “Martins- Sommer“. Lange hält er sich aber nicht: Schon in der kommenden Woche wird es kälter, und auch Nachtfröste sind wieder möglich.

dpa

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