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Ostermontag ist ein hoher kirchlicher Feiertag, an dem bundesweit besondere Regeln gelten (Symbolbild).

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Ostermontag 2022: Wann ist der Feiertag? Hintergründe, Brauchtum und Bedeutung - eine Übersicht

  • Jonas Napiletzki
    VonJonas Napiletzki
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Was macht den Ostermontag so besonders? Ist der hohe kirchliche Feiertag auch ein gesetzlicher? Hier finden Sie alles zu Brauchtum, Bedeutung und Datum.

München - In ganz Deutschland, Österreich und vielen anderen europäischen Ländern ist der Ostermontag ein gesetzlicher Feiertag. Die meisten Arbeitnehmer haben an diesem Tag frei und die meisten Geschäfte sind geschlossen.

Wann ist Ostermontag 2022?

Der Ostermontag bezieht sich inhaltlich auf eine bestimmte Bibelstelle, in der Jünger von der Auferstehung Christi erzählen. Somit ist der Ostermontag in erster Linie eine Ergänzung zum Ostersonntag: Der Emmausgang, heute als Osterspaziergang zum Brauch geworden, erinnert an diese Geschichte. In vielen Regionen werden die Feste bunt und fröhlich gefeiert: Bereits am Sonntag vor Ostermontag endet die 40-tägige Fastenzeit. Gemäß dem jüdischen Kalender feiern Christen stets am ersten Wochenende nach dem ersten Frühlingsvollmond Ostersonntag - heuer am 17. April. Der zugehörige Ostermontag liegt somit immer einen Tag nach diesem Datum und variiert dabei jährlich zwischen 23. März und 26. April. In diesem Jahr fällt Ostermontag auf den 18. April 2022.

Ostermontag: Wortherkunft und Entstehung des kirchlichen Feiertags

Während das „Kar“ in Karfreitag vom althochdeutschen Begriff „Kara“ abstammt und Kummer oder Trauer bedeutet, ist ab Ostersonntag ein Stimmungswechsel angesagt. Bunte Eier, ab Ostersonntag wegen eines alten Brauchs erlaubt, und der Name „Ostern“ leiten die Zeit bis Pfingsten und das Ende der Fastenzeit ein. Die Herkunft des Wortes Ostern ist indes nicht eindeutig geklärt: Vieles spricht für eine Ableitung vom altgermanischen „Austro“, was übersetzt „Morgenröte“ bedeutet. Alternative Erklärungen führen das Wort auf die germanische Frühlingsgöttin Ostara als Namensgeberin zurück.

Die im Lukasevangelium erzählte Geschichte besagt konkret, dass sich an diesem Tag zwei Jünger auf dem Weg zum Ort Emmaus nahe Jerusalem befanden. Der Fremde, dem sie begegneten, stellte sich am Abend als Jesus Christus vor, der einen Tag zuvor – am Ostersonntag – auferstanden war. Als Todestag Jesu gilt der Karfreitag.

Obwohl die Grabstätte keinen Leichnam mehr beherbergte, waren die Jünger bis dahin zweifelnd. Erst als ihnen der auferstandene Christi erschien, waren ihre Zweifel beseitigt und sie verbreiteten die frohe Botschaft um die wahrhaftige Auferstehung ihres Herrn. Die römisch-katholische Kirche betont jedoch: „Die Auferstehung Jesu ist jedoch nicht als wundergleiche Totenerweckung zurück in das irdische Leben zu verstehen. Der auferstandene Christus erscheint – so die Erzählungen der Evangelien – in einem verwandelten Leib und ist als solcher nicht unmittelbar zu erkennen.“

Die Besonderheiten des Ostermontags: regionale Bräuche und Feste

Der Ostermontag ist eng an zahlreiche verschiedene Bräuche geknüpft. In Traunstein in Bayern wird der Tag beispielsweise dem Georgiritt begangen. Mit diesem soll in symbolischer Weise der kalte Winter vertrieben werden. Etwa 500 Pferde, festlich geschmückte Wagen und Musikkapellen ziehen durch die Straßen und feiern den Beginn des Frühlings. Einige Gemeinden in Oberbayern pflegen zudem den Brauch des Feldumgangs. Dabei geht der Landwirt zusammen mit allen Hausbewohnern das Roggen- und Weizensaatfeld ab. Kirchlich etabliert haben sich zudem die Osterkerze und - in einigen Gemeinden - die Osterfeuer, die als Symbol für die Wiederauferstehung Jesu verstanden werden können.

Seit etwa 1738 findet zudem der Remlinger Eierlauf in Unterfranken statt. Damals verzichtete Gräfin Dorothea Renata von Castell-Remlingen auf die sogenannten Hubeier, die Teil der bäuerlichen Abgaben waren, und gab diese den Jugendlichen im Dorf. Sie sollten feiern und Spaß haben – daraus entwickelte sich das heutige Volksfest, welches jährlich gefeiert wird.

Ostermontag 2022: In welchen Bundesländern ist gesetzlicher Feiertag?

Der Ostermontag zählt wie auch der Karfreitag in allen Bundesländern als gesetzlicher Feiertag. Arbeitnehmer die am Ostermontag Dienst haben, erhalten je nach Regelung also einen Feiertagszuschlag - anders als beispielsweise am Ostersonntag, der nur in Brandenburg als Feiertag zählt, oder dem Karsamstag, der in keinem Bundesland ein gesetzlicher Feiertag ist. Rund um Ostern bietet es sich deutschlandweit stets an, frei zu nehmen. Mit nur vier Urlaubstagen (Dienstag bis Freitag nach Ostermontag) bekommt man zehn freie Tage. Weitere Tipps zu den Brückentagen 2022 haben wir für Sie hier zusammengefasst.

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Wie Kindern Begriffe wie Tod, Auferstehung und Ostern im Allgemeinen erklärt werden können lesen Sie hier. (nap)

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