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Papst Franziskus in der Osternacht.

Zwölf Erwachsene getauft

Osternacht: Papst fordert "Weg der Begegnung"

Rom - Papst Franziskus hat in Rom die Osternacht gefeiert. Gefolgt von zahlreichen Kardinälen trug das Oberhaupt der katholischen Kirche am Samstagabend eine Kerze in den unbeleuchteten Petersdom.

Erst nachdem Franziskus drei Mal die lateinischen Worte "Lumen Christi" (Licht Christi) gesprochen hatte, wurde die große Basilika des Vatikan erleuchtet.

In der Osternacht gedenken Christen in aller Welt der Auferstehung Christi nach seinem Tod am Kreuz. Papst Franziskus rief die Katholiken offenbar auch mit Blick auf die Anschläge in Brüssel dazu auf, nicht zu resignieren. Sie müssten "die Hoffnung in den von Traurigkeit beschwerten Herzen" wiederbeleben. Anderenfalls wäre die Kirche "unfähig, der Welt die Hoffnung zu geben, nach der sie dürstet".

Der Papst forderte, die Gläubigen müssten den "Weg der Begegnung und des Vertrauens gehen". "Wir können das Leben nicht finden, wenn wir traurig und ohne Hoffnung bleiben und Gefangene von uns selbst bleiben", sagte Franziskus. Während der Messe taufte er zwölf Erwachsene aus Italien, Albanien, Kamerun, Südkorea, Indien und China.

Segen "Urbi et Orbi" am Sonntag

Am Sonntag will Franziskus er auf dem Petersplatz die Ostermesse halten und seinen Segen "Urbi et Orbi" (Der Stadt und dem Erdkreis) spenden. Am Samstag hatte er sich den Tag über nicht gezeigt, obwohl viele Menschen in den Vatikan geströmt waren. Im Gedenken an den Tod von Jesus Christus sei der Karsamstag ein "Tag der Stille", hatte er erklärt.

Am Karfreitag hatte der Papst zum Abschluss des Kreuzweges in Rom Kindesmissbrauch durch katholische Geistliche scharf verurteilt. Außerdem ging er auf die Flüchtlingskrise ein und kritisierte in dem Zusammenhang die "Unentschlossenheit und Gefühllosigkeit Europas".

Der päpstliche Segen „Urbi et Orbi“

Der apostolische Segen „Urbi et Orbi“ gehört zu den bekanntesten Riten der römisch-katholischen Kirche. Die lateinische Formel bedeutet „der Stadt und dem Erdkreis“ und geht auf die Antike zurück. Das imperiale Bewusstsein im Römischen Reich setzte die Stadt Rom (urbs) mit dem Erdkreis (orbis) gleich. Die Kirche fügte sie erstmals im 13. Jahrhundert in das offizielle Ritual ein, auch um den weltumfassenden Anspruch der Kirche zu dokumentieren.

Den feierlichen Segen erteilt der Papst als Bischof von Rom und als Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche. Mit päpstlicher Erlaubnis können auch Kardinäle, Bischöfe oder Priester den Segen erteilen. Gespendet wird er zu besonderen Anlässen von der Loggia, dem Mittelbalkon des Petersdomes in Rom: am Ostersonntag, am ersten Weihnachtstag und nach der Wahl eines Papstes. Die Zeremonie ist für alle Gläubigen mit einem Sündenablass verbunden. Tausende strömen jeweils auf den Petersplatz, Millionen verfolgen das Geschehen weltweit über Radio, Fernsehen oder Internet.

AFP/dpa

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