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Münchner Virologe mahnt zur Eile bei Affenpocken - „Müssen unbedingt herausfinden, was hier passiert“

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PHOTOMONTAGE *** Schild mit der Aufschrift Affenpocken
Die aktuelle Ausbreitung der Affenpocken ist noch schlecht erforscht © IMAGO / Bihlmayerfotografie

Virologe Sutter mahnt bei Affenpocken zur Eile: Das Virus sei harmloser als das Menschenpockenvirus - seine Epidemilogie könne sich aber verändern.

München - „Wir finden jetzt eine neue epidemiologische Situation vor“, sagt der Virologe Gerald Sutter zur aktuellen Ausbreitung der Affenpockenfälle. Im Spiegel sagt er zwar, dass das Affenpockenvirus deutlich harmloser sei als das Menschenpockenvirus. Doch er warnt auch: „Die Epidemiologie einer Virusinfektion kann sich völlig ändern, wenn der Erreger plötzlich in einem neuen Umfeld auftaucht.“

Affenpocken: Virologe will schnell die Übertragungswege besser verstehen

Schon beim Ebolavirus habe man beobachten können, dass sich die Epidemiologie einer Virusinfektion verändern könne. Deshalb mahnt er zur Eile. „Wir müssen unbedingt herausfinden, was hier eigentlich gerade passiert.“ Aus Afrika kenne man nur sehr kurze Infektketten, die sich nach maximal sechs Infizierten totlaufen. „Ob das jetzt allerdings bei dem großen internationalen Ausbruch auch so ist, ist die große Unbekannte“, sagt er.

Konkret müsse die Wissenschaft jetzt folgendes leisten: „Dafür ist es entscheidend, die Übertragungswege besser zu verstehen und möglichst viele Kontaktpersonen der Infizierten zu finden.“ Doch er schränkt ein: „Auch wenn das schwierig ist und wir wahrscheinlich nicht alle werden identifizieren können.“

Affenpocken: Virologe Sutter - „Es wird ganz sicher keine neue Pandemie geben“

Immerhin sieht Sutter keine neue Corona-Szenarien am Horizont: „Um das noch einmal ganz klar zu sagen: Es wird ganz sicher keine neue Pandemie geben.“

„Aber ich habe schon Angst, dass sich das Affenpockenvirus bei uns festsetzen könnte“, meint der Virologe. „Auch wenn es sich nicht um ein extrem gefährliches Virus handelt, will man das einfach nicht. Stellen Sie sich vor, was los wäre, wenn wir hier eine neue große Pocken-Impfkampagne machen müssten! Deshalb muss jetzt alles dafür getan werden, das zu verhindern.“ (kat)

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