Der Stopp für den AstraZeneca-Impfstoff sorgte in den Impfzentren für hektisches Umplanen - und Pannen.
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Der Stopp für den AstraZeneca-Impfstoff sorgte in den Impfzentren für hektisches Umplanen - und Pannen.

„Können nur um Entschuldigung bitten“

Nach AstraZeneca-Stopp: Chaos im Impfzentrum - Schwere Panne bei persönlichen Daten

Der plötzliche Stopp für das AstraZeneca-Vakzin sorgte in den Impfzentren für Wirbel. In der Hektik unterlief einer Mitarbeiterin aus Nordrhein-Westfalen eine schwere Datenpanne.

Ennepetal - Und auf einmal musste es schnell gehen. Die Entscheidung, die Corona-Impfungen mit dem AstraZeneca-Stoff mit sofortiger Wirkung auszusetzen, traf viele Impfzentren vollkommen überraschend. Den Beschluss hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Montag auf Rat des Paul-Ehrlich-Instituts gefasst. Eine Vorsichtsmaßnahme, nachdem im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung von AstraZeneca acht Fälle von Hirnvenenthrombosen aufgetreten waren. Jetzt wird der Wirkstoff erneut geprüft und kann vermutlich bald wieder eingesetzt werden.

Doch für Impfzentren in ganz Deutschland bedeutete der Schritt zunächst in jedem Fall großes Umorganisieren - und es musste schnell gehen. In der Eile unterlief einer Mitarbeiterin im Impfzentrum Ennepe-Ruhr-Kreis nahe Dortmund ein schwerwiegender Fehler. Sie verschickte eine Mail an 1493 Personen, um die jeweiligen Impftermine abzusagen. Das Problem: Sie setzte die privaten E-Mail-Adressen sichtbar in CC. Ein klarer Verstoß gegen die Datenschutzgrundverordnung.

Datenpanne in Impfzentrum - fast 1500 E-Mail-Adressen plötzlich einsehbar

Bei E-Mails an große Verteiler müssen die Adressen in das „BCC“-Feld eingegeben werden. Nur so wird sichergestellt, dass die Namen und Adressen nicht für alle sichtbar sind. Verschiedene User auf Twitter und der App Jodel hatten zunächst auf die Panne aufmerksam gemacht. „Das Impfzentrum Ennepe-Ruhr hat soeben 1493 Impftermine abgesagt. Woher ich das weiß? 1493 Mail-Adressen sichtbar in CC“, schreibt ein Nutzer auf Jodel zum Beispiel.

Ein Sprecher der zuständigen Kreisverwaltung bestätigte das Missgeschick gegenüber t-online. Die Mitarbeiterin habe alle Betroffenen schnell informieren wollen, dabei habe sie die Adressen ins falsche Feld kopiert. „Das ist passiert, das soll nicht passieren, und wir können nur um Entschuldigung bitten“, ergänzte er. Der Fall dürfte jetzt auch die Landesdatenschutzbehörde in Nordrhein-Westfalen beschäftigen. „Nach Vorliegen aller relevanten Informationen sowie der Stellungnahme der verantwortlichen Stelle werden wir entscheiden, welche Maßnahmen zu treffen sind“, bestätigte diese ihr Eingreifen gegenüber t-online.

Impf-Stopp für AstraZeneca-Vakzin - wie es jetzt für den britisch-schwedischen Impfstoff weitergeht

Auch anderenorts hatte die unerwartete Aussetzung des AstraZeneca-Impfstoffs für unübersichtliche Zustände gesorgt. Impfzentren überall in Deutschland mussten kurzfristig Termine absagen oder umplanen. Denn nur teilweise kann auf andere Impfstoffe ausgewichen werden. Auch Personen, die schon die zweite Impfung erhalten sollten, müssen nun auf die Entscheidung der Europäischen Arzneimittelbehörde warten, die den AstraZeneca-Stoff gerade erneut einer Prüfung unterzieht. (mam)

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