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Papst Benedikt hat am Mittwoch erstmals getwittert.

Premiere bei Twitter

Papst Benedikts erster Tweet

Rom - Papst Benedikt XVI. hat am Mittwoch erstmals über Twitter seine Gläubigen gegrüßt. Was das Kirchenoberhaupt in seinem ersten Tweet geschrieben hat:

Der Papst ist im Zeitalter der sozialen Kommunikation im Internet angekommen: Benedikt XVI. veröffentlichte am Mittwoch seine erste Botschaft beim Kurznachrichtendienst Twitter in exakt 140 Zeichen. „Ich segne euch alle von Herzen“, schrieb der 85-Jährige am Vormittag zunächst auf Englisch. Die Worte sendete er von einem Tablet-Computer aus. Wenige Minuten später folgten übersetzte Fassungen in sieben weiteren Sprachen, darunter Deutsch und Arabisch. Dort war der Wortlaut dann: „Von Herzen segne ich euch.“ Kurz fragte Benedikt seine Follower: „Wie können wir das Jahr des Glaubens in unserem Alltag besser leben?“ und riet Gläubigen, mit Jesus im Gebet zu sprechen.

Die Zahl der Abonnenten seiner Tweets nahm nach der ersten Aktivität stark zu. Mehr als eine Million Nutzer hatten am Mittwoch bereits einen der Twitter-Kanäle des katholischen Kirchenoberhaupts abonniert, rund 20.000 die deutschsprachige Ausführung. Mit der ersten Nachricht ist nun ein kleiner digitaler Wettlauf der religiösen Führer eröffnet. In diesem muss der Papst aber noch aufholen: Dem Dalai Lama folgen bereits mehr als 5,7 Millionen Buddhisten und andere Interessierte.

Nutzer können dem Papst Fragen stellen

Der Vatikan selbst ist schon länger bei Twitter aktiv. Auf dem neuen Profil will der Papst seine Worte nach Angaben des Staatssekretariats selbst formulieren und so vor allem junge Menschen mit kirchlichen Themen erreichen. Nutzer sollen ihm per Botschaft an @pontifex auch Fragen stellen oder ihn um Rat fragen können. Mehrere Hundert Millionen Nutzer haben nach Angaben des Unternehmens ein Twitter-Profil. Sie können Nachrichten mit höchstens 140 Zeichen schreiben - das ist weniger als in einer SMS.

Zahlreiche Gläubige bedankten sich auf dem digitalen Wege und schrieben ihm Nachrichten wie: „Wir werden dich immer in unsere Gebete einschließen.“ Andere stellten Forderungen wie etwa, künftig verheiratete Männer und Frauen zum Priesteramt zuzulassen.

Digitaler Willkommensgruß von der evangelischen Kirche

Auch die evangelische Kirche begrüßte den Papst: „Auch von uns ein herzliches Willkommen auf Twitter“, schrieb die Redaktion des Portals evangelisch.de, das von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und den Landeskirchen getragen wird.

Die frühere politische Geschäftsführerin der Piratenpartei, Marina Weisband, die jüdischen Glaubens ist, fragte bei Twitter: „Wenn der @pontifex seine Twitter-Freunde segnet, bin ich dann jetzt auch gesegnet?“ In Anspielung auf die Debatten ums Urheberrecht fügte sie an: „Kann man den Segen retweeten? Ist Segen frei kopierbar?“

Auch launige Kommentare bekam der Papst zu hören. Komiker Oliver Pocher schrieb als Antwort auf die erste Nachricht: „Mein Pressesprecher hat Euch gerade eine Nachricht geschrieben!!!“ Ein Nutzer namens Konsonaut schrieb: „Wenn der #pontifex sich vertippen sollte, müssen wir den Duden umschreiben!“

dapd

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