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König Juan Carlos und Königin Sofia von Spanien empfingen Papst Benedikt XVI. am Freitagmorgen.

Papst-Besuch: Dichtes Programm in Madrid

Madrid - Dichtes Programm für den Papst auf dem Weltjugendtag in Madrid: Mit einem Besuch bei dem spanischen Königspaar begann Benedikt XVI. seinen zweiten Tag in der spanischen Hauptstadt.

Ergreifender Höhepunkt mit Papst Benedikt XVI. auf dem Weltjugendtag in Madrid: Das Kirchenoberhaupt verfolgte am Freitagabend gemeinsam mit Hunderttausenden von Gläubigen und Schaulustigen eine feierliche Kreuzwegandacht.

Junge Christen aus aller Welt, vor allem aus Ländern und Regionen in Not wie dem Irak, Haiti und Israel, trugen das Kreuz auf den Stationen zum Cibeles-Platz. Zu bewundern waren historische und wertvolle Heiligenstatuen. Sie waren eigens aus mehreren spanischen Regionen nach Madrid gebracht und entlang des Kreuzwegs aufgestellt worden.

Papst Benedikt XVI. zu Besuch in Spanien

Papst Benedikt XVI. zu Besuch in Spanien

“Die Passion Christi drängt uns, das Leiden der Welt auf unsere Schultern zu nehmen“, führte Benedikt den versammelten jungen Christen vor Augen. Er sprach von der Gewissheit, “dass Gott nicht jemand ist, der dem Menschen und seinem Missgeschick distanziert und fern gegenübersteht.“ Auf dem Platz hatte der Papst am Vorabend bereits mit Hunderttausenden ein großes Begrüßungsfest gefeiert.

Am Morgen hatte Benedikt Geistliche zu einer radikalen Antwort auf eine “Art Gottesfinsternis“ in der heutigen Welt aufgerufen. “Angesichts des Relativismus und der Mittelmäßigkeit erhebt sich die Notwendigkeit dieser Radikalität“, sagte er vor jungen Ordensfrauen im Kloster von El Escorial nordwestlich von Madrid. Eine auf das Evangelium zurückgehende Radikalität bestehe darin, in Christus verwurzelt und fest im Glauben zu bleiben.

Weltjugendtag: Ausschreitungen bei Anti-Papst-Demo

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Vor jungen Universitätsprofessoren nannte das Oberhaupt der katholischen Kirche anschließend die Hochschule den idealen Ort, wo man jenseits von Ideologien “die eigentliche Wahrheit über den Menschen sucht“. Dies sei ein “Weg des Verstandes und der Liebe, der Vernunft und des Glaubens“, der den Menschen als ganzen einbeziehen müsse. Er warnte zugleich vor den Gefahren einer Wissenschaft, die sich selbst keine Grenzen setze. “Wenn nur die Nützlichkeit und der unmittelbare Pragmatismus zum Hauptkriterium erhoben werden, können die Verluste dramatisch sein.“

Mit einem Besuch beim spanischen Königspaar hatte Benedikt seinen zweiten Tag in der spanischen Hauptstadt begonnen. Juan Carlos und Sofía sowie Kronprinz Felipe, Prinzessin Letizia und die älteste Königstochter Elena empfingen den Papst im Zarzuela-Palast.

Nach einem Mittagessen mit einem Dutzend junger Leute von allen Kontinenten traf der Papst mit dem sozialistischen Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero zusammen. Spaniens Regierung kündigte an, den Vatikan um Unterstützung bei der geplanten Umgestaltung der Grabstätte des Ex-Diktators Francisco Franco (1939-1975) bitten zu wollen. Madrid will das Mausoleum im Valle de los Caídos (Tal der Gefallenen) zu einem “Ort der Versöhnung“ machen. Das Grab befindet sich in einer Basilika, die in einen Felsen geschlagen ist.

Im Zentrum von Madrid kam es in der Nacht zum Freitag erneut zu Auseinandersetzungen zwischen Papstgegnern und der Polizei. Dabei wurden vier Menschen verletzt. Die Zwischenfälle ereigneten sich, als 200 Menschen im Zentrum von Madrid gegen das Vorgehen der Polizei bei einer Kundgebung von Papstgegnern am Vorabend demonstrieren wollten.

Die Beamten gingen mit Schlagstöcken gegen die Demonstranten vor, als Auseinandersetzungen zwischen Papstgegnern und Teilnehmern des Weltjugendtags drohten. Vatikan-Sprecher Federico Lombardi nannte die Anti-Papst-Aktionen der letzten Tage gelassen eine “marginale“ Sache. Benedikt setzt sein Madrid-Programm am Samstag mit einer Messe fort.

dpa

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