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Papst Franziskus.

Zeichen gegen Ausgrenzung

Papst empfängt erstmals Transsexuellen

Rom - Eine Audienz mit Signalwirkung: Papst Franziskus hat offenbar erstmals einen Transsexuellen zu einem persönlichen Treffen empfangen.

Der Pontifex sei am Wochenende mit dem Spanier Diego Neria Lejárraga und seiner Verlobten zusammengekommen, verlautete am Dienstag aus informierten Kreisen. Einem Bericht der spanischen Zeitung "Hoy" zufolge hatte sich der 48-jährige Transsexuelle im Dezember in einem Brief an Franziskus darüber beschwert, dass er nach seiner Geschlechtsumwandlung in seiner Heimatgemeinde in Plasencia ausgegrenzt werde. Ein Priester habe ihn sogar als "Tochter des Teufels" beschimpft. Der Papst habe den Spanier dann an Heiligabend angerufen und ein Treffen mit ihm vereinbart.

Im offiziellen Terminkalender des Kirchenoberhaupts tauchte der Termin nicht auf. Ein Vatikan-Sprecher wollte das Treffen am Dienstag weder bestätigten noch dementieren.

Der Grünen-Abgeordnete Volker Beck äußerte sich erfreut über die Meldung. "Ich begrüße diesen Schritt ausdrücklich. Es ist gut, dass der Papst sich für die Vielfalt der Schöpfung interessiert, von der es in der Bibel heißt, sie sei sehr gut", erklärte Beck. Es sei an der Zeit, dass sich die katholische Kirche "im Sinne christlicher Nächstenliebe Transsexuellen, aber auch Lesben und Schwulen mit Respekt begegnet".

Offiziell lehnt die katholische Kirche Geschlechtsumwandlungen ab, aber Franziskus hat sich bereits in der Vergangenheit für einen offeneren Umgang mit Menschen ausgesprochen, die sich von der Kirche ausgegrenzt fühlen. "Wenn jemand homosexuell ist und guten Willens nach Gott sucht, wer bin ich, darüber zu urteilen?", fragte der 76-jährige Argentinier einmal. Von der katholischen Doktrin, wonach homosexuelle Handlungen grundsätzlich abzulehnen seien, rückte er aber nicht ab.

afp

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