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Papst Benedikt XVI. hat nach den jüngsten Flüchtlingswellen Richtung Italien auf einer Pastoralreise in Friaul und Venetien zu mehr Solidarität mit Fremden und Migranten aufgerufen.

Papst fordert Solidarität mit Flüchtlingen

Venedig - Italien erlebt eine gewaltige Flüchtlingswelle und der Papst mahnt mehr Gastfreundlichkeit gegenüber Fremden an. Auf einer Pastoralreise spricht sich Benedikt XVI. für mehr Solidarität mit Migranten aus.

Papst Benedikt XVI. hat nach den jüngsten Flüchtlingswellen Richtung Italien auf einer Pastoralreise in Friaul und Venetien zu mehr Solidarität mit Fremden und Migranten aufgerufen. “In Jesus werdet ihr die Kraft finden, Euch den anderen gegenüber zu öffnen“, sagte der Pontifex am Sonntag bei einer Messe vor rund 300 000 Gläubigen in Mestre, einem Vorort Venedigs. Offensichtlich mit Blick auf die Umwälzungen in Nordafrika und der arabischen Welt sprach er von einer “neuen geopolitischen Situation“. Italien erlebt derzeit wieder eine gewaltige Flüchtlingswelle.

Lampedusa: Flüchtlingselend in Italien

Lampedusa: Flüchtlingselend in Italien

Seit Beginn der Unruhen in Nordafrika kamen allein auf der kleinen Felsinsel Lampedusa südlich von Sizilien rund 30 000 Bootsflüchtlinge an - großteils aus Tunesien. Zunehmend fliehen jedoch auch Menschen vor dem andauernden blutigen Bürgerkrieg in Libyen. In den vergangenen Jahren hatte die konservative italienische Regierung von Silvio Berlusconi mit einer rigiden und umstrittenen Abschiebepolitik die Massenflucht übers Mittelmeer vorübergehend eingedämmt. Der Papst war im Nordosten Italiens mit vielfältigen Verkehrsmitteln unterwegs - Flugzeug, Helikopter, Auto und Papamobil sowie einem hochpolierten, holzgetäfelten Motorboot. Beim Besuch in der Lagunenstadt Venedig durfte auch eine Gondelfahrt nicht fehlen.

In einer weißen Gondel ließ sich das Oberhaupt der katholischen Kirche am Sonntagabend über den Canal Grande vom Markusplatz zur Basilika Santa Maria della Salute bringen. Dort wollte er unter anderem Vertreter aus Kultur und Wirtschaft treffen und eine Kapelle weihen. 400 Gondelfahrer hatten sich im Voraus darum beworben, den Heiligen Vater zu transportieren. Die Gondel sollte aus staatlichem Besitz stammen, hatten italienische Medien vorab berichtet. Man wolle so vermeiden, dass der Gondoliere die Fahrt mit dem Papst für seine Geschäfte ausnutzt, um etwa seine Gondel hinterher zu einem hohen Preis an einen Sammler zu verkaufen.

dpa

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