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Papst Benedikt XVI. am Montag bei einer Audienz im Vatikan.

Papst fordert stärkeren Schutz von Christen

Rom - Deutlich wie selten zuvor hat Papst Benedikt XVI. die Verfolgung von Christen vor allem in islamischen Ländern angeprangert und Regierungen in aller Welt zum besseren Schutz der christlichen Religion aufgefordert.

Die staatlichen Stellen müssten sicherstellen, dass Christen ohne Angst vor Gewalt oder Diskriminierung ihren Glauben praktizieren könnten, sagte das katholische Kirchenoberhaupt am Montag in einer Rede vor Botschaftern. Die Religionsfreiheit sei ein fundamentales Menschenrecht, das gesetzlich und auch im Alltag geschützt werden müsse.

Der Papst erinnerte an die jüngsten Angriffe auf Christen in Ägypten, Irak und Nigeria und forderte von den Regierungen effektive Maßnahmen zum Schutz religiöser Minderheiten. Benedikt XVI. rief die pakistanische Regierung zur Aufhebung der Blasphemiegesetze auf, die die Beleidigung des Islams mit der Todesstrafe belegen. Diese Gesetze würden in Pakistan als Vorwand für Gewalt gegen Nicht-Muslime benutzt, sagte das katholische Kirchenoberhaupt.

Der Papst erinnerte an den kürzlich ermordeten Gouverneur der pakistanischen Provinz Punjab, Salam Taseer. Hintergrund der Tat war offenbar die Kritik des Politikers an den umstrittenen Blasphemiegesetzen. Außerdem hatte er sich für eine Christin eingesetzt, die aufgrund dieser Gesetze zum Tode verurteilt wurde. In der Bevölkerung hat es viel Sympathie mit dem Attentäter gegeben. “Ich ermutige die Führung dieses Landes erneut, die notwendigen Schritte zu ergreifen und das Gesetz aufzuheben“, sagte Benedikt.

Mit Blick auf die blutigen Anschläge im Irak und in Ägypten, die immer mehr Christen zur Flucht ins Ausland treibt, sagte Benedikt, die Christen seien ureigene Mitglieder der Gesellschaften in jenen Ländern und hätten das Recht, in ihrer Heimat in Sicherheit und mit vollen Bürgerrechten zu leben.

Erlaubnis für Kirchenbauten gefordert

Die Regierungen auf der arabischen Halbinsel forderte der Papst auf, Christen den Bau von Kirchen zu erlauben. China ermahnte das Kirchenoberhaupt, sein “staatliches Monopol“ auf den Glauben beenden.

Aber auch auf Europa und den Rest des Westens richtete der Papst besorgt seinen Blick. Die Religionsfreiheit sei auch an jenen Orten gefährdet, in der die Religion so an den Rand gedrängt sei, dass man sie als fremdartig oder destabilisierend betrachte.

Nicole Winfield

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