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Papst Franziskus in Fatima.

Heiligsprechung von drei Hirtenkindern

Papst Franziskus in Fatima: Die mysteriösen Prophezeiungen hinter seinem Besuch

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Fatima - Hinter dem Besuch von Papst Franziskus in Fatima stehen mysteriöse Prophezeiungen der Muttergottes vor 100 Jahren. Das müssen Sie zu den Geheimnissen wissen.

Papst Franziskus hat am Samstag in Fatima (Portugal) zwei Hirtenkinder heiliggesprochen: Francisco Marto (1908-1919) und Jacinta Marto (1910-1920). Wohl eine Million von Gläubigen waren zu diesem Ereignis zusammengekommen.

Der Grund für diese Heiligsprechung sind Erscheinungen der Muttergottes, die sich nach Ansicht des Vatikans vor genau 100 Jahren in dem Dorf Fatima zugetragen haben. Mit Fatima sind auch mysteriöse Prophezeiungen der Gottesmutter verbunden, die den Aufstieg des Kommunismus, den von Hitler losgetretenen zweiten Weltkrieg und ein Attentat auf den Papst vorhersagte. Nicht wenige Menschen glauben, dass die Prophezeiungen von Fatima auch Ereignisse betreffen, die uns noch bevorstehen.

Aber was war in Fatima eigentlich passiert? Bevor man die Erscheinungen (und die Prophezeiungen, die sich auch auf der offiziellen Vatikan-Seite finden) genauer betrachtet, sollte man verstehen, vor welchem historischen Hintergrund sich diese ereigneten. Damals tobte der Erste Weltkrieg in Europa. Portugal kämpfte – nach anfänglicher Neutralität – an der Seite der Alliierten gegen die Achsenmächte. In erster Linie um die Kolonien in Afrika zu verteidigen und den wichtigen Handel mit Großbritannien aufrechtzuerhalten. Neben den vielen Männern, die fernab an der Front fielen, starben während des Ersten Weltkrieges auch in Portugal Menschenmassen. Im letzten Kriegsjahr brachte die spanische Grippe 200.000 Menschen den Tod. In Portugal herrschte seit der Errichtungen der ersten Republik im Jahr 1910 eine antiklerikale Regierung, die die katholische Kirche unterdrückte: Kirchen und katholische Schulen wurden geschlossen. Das öffentliche Tragen religiöser Kleidung wurde verboten. Ebenso das Läuten der Kirchenglocken und das Abhalten religiöser Feiern in der Öffentlichkeit. Zwischen 1911 und 1916 wurden 2.000 Mönchen, Priester und Nonnen von antichristlichen Gruppierungen ermordet.

Am 13. Mai 1917 begannen die Erscheinungen von Fatima

Am 13. Mai 1917 – vor genau 100 Jahren – begann im Dorf Fatima eine Reihe von Ereignissen, die das Örtchen bald auf der ganzen Welt bekanntmachten. An diesem Tag - so hält die katholische Kirche fest - erschien den Hirtenkindern Lucia dos Santos (10), Jacinta (7) und Francisco Marto (8) erstmals die Muttergottes. Lucia beschrieb das, was an diesem Tag passierte, später so:

„Hoch oben am Hang der Cova da Iria spielte ich mit Jacinta und Francisco. Plötzlich sahen wir etwas wie einen Blitz. ,Wir sollten besser heimgehen', sagte ich zu meinen Cousins, ,das war ein Blitz; es wird vermutlich ein Gewitter geben!'

'Ja', antworteten sie.

Wir trieben die Schafe den Hang hinunter der Strasse zu. Als wir auf halbem Weg den Hang hinunter und schon beinahe auf der Höhe einer uralten Steineiche waren, sahen wir einen zweiten Blitz und erblickten eine Dame, ganz in Weiss gekleidet. Sie war strahlender als die Sonne und um sich herum ein Licht verbreitend, heller und stärker als ein sonnendurchfluteter Kristall. Von dieser Erscheinung überrascht, blieben wir stehen. Wir waren ihr so nahe, dass wir uns im Licht, das sie umgab, oder besser gesagt, das aus ihr hervorging, befanden.

„Da sagte Unsere Liebe Frau: 'Fürchtet euch nicht! Ich tue euch nichts Böses'.

'Woher seid Ihr?'

'Ich bin vom Himmel.'

'Und was wollt Ihr von mir?'

'Ich bin gekommen, euch zu bitten, dass ihr an den sechs folgenden Monaten jedes Mal am 13. des Monats zur gleichen Zeit wie heute hierher kommt. Später werde ich euch sagen, wer ich bin und was ich will. Und dann werde ich noch ein siebtes Mal kommen.'

'Werde ich auch in den Himmel kommen?"

'Ja. du wirst in den Himmel kommen."

'Und Jacinta?'

'Sie auch!'

'Und Francisco?'

'Ja, auch er, aber er muss viele Rosenkränze beten.'

Da kam mir in den Sinn, eine Frage über zwei Mädchen zu stellen, die oft in mein Elternhaus kamen, und die vor kurzem gestorben waren.

'Ist Maria das Neves schon im Himmel?'

'Ja. sie ist im Himmel'

Und Amelia?'

'Sie muss im Fegefeuer bleiben, bis ans Ende der Welt. -

Wollt ihr euch Gott schenken, bereit, jedes Opfer zu bringen und jedes Leiden anzunehmen, das er euch schicken wird, als Sühne für die vielen Sünden, durch welche er beleidigt wird, und um die Bekehrung der Sünder zu erlangen?'

'Ja, das wollen wir.'

Ihr werdet bald viel zu leiden haben, aber die Gnade Gottes wird euch helfen und euch die Kraft geben, die ihr braucht.'

Als sie diese letzten Worte sagte, öffnete sie zum ersten Mal ihre Hände, und von dort ging ein solch starkes Licht aus, dass es uns in die Brust und bis in das Innerste unserer Seele drang und wir uns selbst in Gott, der dieses Licht war, schauen konnten - viel klarer als wir uns im besten Spiegel sehen können. Durch eine innere Anregung, die uns ebenfalls mitgeteilt wurde, fielen wir nun auf die Knie und wiederholten ganz innerlich:

,O heiligste Dreifaltigkeit, ich bete dich an; mein Gott, mein Gott, ich liebe dich im heiligsten Sakrament!'

Nach einigen Augenblicken fügte Unsere Liebe Frau hinzu:

'Betet täglich den Rosenkranz, um den Frieden der Welt und das Ende des Krieges zu erlangen!' ,Können Sie mir sagen, ob der Krieg noch lange dauern oder ob er bald enden wird?'

'Ich kann es noch nicht sagen, da ich dir noch nicht gesagt habe, was ich möchte.'

Dann erhob sie sich langsam gegen Osten, bis sie in der Unermesslichkeit des Himmels verschwand. Das Licht, das sie umgab, schien einen Weg vor ihr in den Himmel zu bahnen, deshalb sagten wir manchmal, dass wir den Himmel offen sahen."

In einer Serie von Erscheinungen zeigte die Jungfrau Maria (die die Kinder als leuchtende, weiße Frau beschrieben) die Hölle. Anschließend sagte sie zwei der Kinder voraus, dass sie bald mit ihr im Himmel sein würden. Sprich: Dass ihr Leben bald schon zu Ende gehe. (Kurze Information für alle Menschen, die prinzipiell nicht an Wunder und Marienerscheinungen glauben wollen: Die beiden Kinder starben tatsächlich bald darauf). 

Wie die drei Kinder berichteten, erschien die Jungfrau Maria ihnen fortan an jedem 13. des Monats. In der Folge warnte die Muttergottes, dass die Menschen ihre Sünden bereuen müssten. Zudem sagte sie den Kindern den Aufstieg des Kommunismus in Russland voraus, den von Hitler losgetretenen Zweiten Weltkrieg und das Attentat auf Papst Johannes Paul II.

Die Erwachsenen in und um Fatima reagierten auf die Erzählungen der Kinder so, wie das wohl sehr viele Menschen getan hätten: Sie glaubten ihnen kein Wort. Die Kinder wurden eingesperrt, bestraft und auch bedroht, damit sie endlich aufhörten, diesen Unfug von der Muttergottes zu erzählen. Damit rechnete wohl auch die Gottesmutter Maria, die den Kindern für den 13. Oktober 1917 ein gewaltiges Wunder prophezeite, das die Erde erschüttern sollte. Dadurch wollte sie den Worten der Kinder bei den Menschen Glauben verschaffen.

Die Hirtenkinder von Fatima: Von links Lucia, Francisco und Jacinta Marto.

Zehntausende Menschen machten sich an jenem Tag auf nach Fatima, die Rede ist von bis zu 70.000. Nicht wenige von ihnen mögen sich schon auf die Blamage für die Kinder gefreut haben, wenn erwartungsgemäß nichts passierte. Zu ihnen gehörte sicher auch ein Mann namens Avelino de Almeida, ein Atheist und Journalist der kirchenkritischen Zeitung O Seculo.

Doch es kam anders. Ganz anders. Was am 13. Oktober 1917 in Fatima passierte, beschrieb Avelino de Almeida so: Die drei Kinder knien im Regen vor einer Steineiche und sprechen mit einer Person, die offenbar nur sie sehen können. Plötzlich hört der Regen auf. Lucia dos Santos ruft den Menschen zu, dass sie ihre Regenschirme schließen sollen. Dann reißt der Himmel auf. Der bis dato in puncto Wunderglaube gänzlich unverdächtige Avelina de Almeida berichtet:„Die Sonne bewegte sich am Himmel. Sie bewegte sich rasch auf und ab, was nach kosmischen Gesetzen unmöglich ist. Sie tanzte am Himmel.“ Zehntausende Menschen fielen auf die Knie und beten. Nach dem „Sonnenwunder von Fatima“ lassen sich einige von ihnen sogar zum Priester weihen.

Bis heute ist unklar, was damals passierte: Kam es zu einer Massenhysterie? Das erscheint schwer glaubhaft. Sollen wirklich zehntausende Menschen – darunter viele Menschen, die mit Religion nichts am Hut hatten – dieselbe Vision gehabt haben? Gab es ausgerechnet an diesem 13. Oktober 1917 “zufällig“ ein bisher unerklärliches kosmisches Phänomen, oder wirkte Gott – wie von der Muttergottes angekündigt – an diesem Tag ein Wunder, um die Berichte der Kinder zu verifizieren? Leider gibt es nur Zeitungsberichte und – es handelte sich ja um das Jahr 2017 – kein Foto oder einen Film des Phänomens, das Augenzeugen zufolge nur kurz gedauert haben soll.

Eine einzigartige Geschichte: Die drei Geheimnisse der Fatima

Damit hört die Geschichte von Fatima aber nicht auf. Lucia dos Santos ging später in ein Kloster und brachte alles, was die Muttergottes ihr und den anderen beiden Kindern - die 1918 an der spanischen Grippe starben – erzählt hatte. Im Kloster schrieb Schwester Lucia, wie sie nun hieß, die Geheimnisse erstmals auf. Nach ihrem Willen sollten diese nicht vor 1960 veröffentlicht werden. 

Das erste Geheimnis bezieht sich auf einen weiteren Krieg nach dem Ende des Ersten Weltkrieges - und während des Pontifikates von Papst Pius XII. (1939 bis 1958). Dieser sollte nach einer wunderbaren Lichterscheinung ausbrechen. Am 25. Januar 1938 zwischen 9 und 11 Uhr abends wurde in ganz Westeuropa ein gigantisches Nordlicht beobachtet, das die Menschen in Aufruhr versetzte. Schwester Lucia schrieb damals aus ihrem Kloster an den Bischof von Leiria, dies sei das vor dem neuen Weltkrieg vorausgesagte Zeichen gewesen. Wenige Wochen später ließ Adolf Hitler die deutschen Truppen in Österreich einmarschieren. Ein europäischer Krieg wegen des Sudetenlandes wurde im Spätsommer 1938 auf der Münchner Konferenz vermieden. Am 2. März 1939 wurde Pius XII. zum Papst gewählt. Am 1. September 1939 begann der Zweite Weltkrieg.

Das zweite Geheimnis  handelt von der Bekehrung des kommunistischen Russlands, dessen Aufstieg die Muttergottes vorhergesagt habe. Nach dem Zweiten Weltkrieg herrschte Stalin über ein kommunistisches Großreich, das von Sibirien bis Ostdeutschland reichte. Die Marienerscheinung soll zur Abwendung von Unheil die Weihe Russlands durch den Papst und die mit ihm versammelten Bischöfe an ihr Unbeflecktes Herz gefordert haben. 

Die ersten beiden Geheimnisse wurden veröffentlicht. Zwei Päpste, Johannes XXIII. und Paul VI. lasen das Dritte Geheimnis, entschieden sich aber gegen eine Veröffentlichung.

Erfüllte Prophezeiung? Rettete die Muttergottes von Fatima Papst Johannes Paul II. das Leben?

Zeitsprung ins Jahr 1981, genauer: Zum 13. Mai, also dem Tag, an dem die Marienerscheinungen in Fatima einst begannen. Papst Johannes Paul II. fährt am Nachmittag zur Generalaudienz auf den Petersplatz in Rom. Mehrere Kinder halten ihm Heiligenbildchen der Muttergottes von Fatima hin. Der Papst bückt sich, um sie zu segnen. Und das rettet ihm vermutlich das Leben. Um 17.19 Uhr zielt der Attentäter Ali Agca auf den Kopf des Papstes. Einen Kopfschuss aus dieser Nähe hätte der Johannes Paul II. nicht überlebt. Der erste Schuss aus seiner halbautomatischen Browning-Pistole geht daneben und verletzt eine Ordensfrau. Ali Agca zielt nochmals. Diese Mal auf den Bauch des Papstes. Und trifft. Johannes Paul II. bricht zusammen. Der Wagen des Papstes rast mit Höchstgeschwindigkeit vom Petersplatz in die Gemelli-Klinik.. Die Verletzung scheint so schwer, dass die Ärzte fürchten, Johannes Paul werde die Notoperation nicht überstehen. Sein Sekretär, Don Stansislaw Dziwisz spendet ihm bereits die Krankensalbung. Doch der Papst überlebt. Francesco Crucitti, der Chef des Ärzteteams, das ihn gerettet hat, sagt: „Es scheint so, als ob eine magische Hand die Kugel von ihren lebenswichtigen Organen abgelenkt hat. Die Kurve beschreibt eine seltsame Kurve in ihrem Körper.“ Tatsächlich hatte die Kugel außer dem Darm kein wichtiges Organ, keine größeren Blutgefäße und auch nicht die Wirbelsäule getroffen.

Überlebte Papst Johannes Paul II. das Attentat 1981 dank der Muttergottes von Fatima?

Papst Johannes Paul II. sinnt über die Ereignisse nach. Ihm fällt ein: Das Attentat ereignete sich am 13. Mai, dem Tag, an dem die Erscheinungen in Fatima begannen. Wie ihm die Polizei erklärte, war er nur deswegen noch am Leben, weil er sich gebückt hatte, um die Bilder der Muttergottes von Fatima zu segnen. 25 Jahre später wird eine Untersuchungskommission des italienischen Parlaments feststellen: Das Attentat auf den Papst wurde im Kreml auf Weisung von Leonid Breschnew vom sowjetischen Geheimdienst GRU in Auftrag gegeben – in Zusammenarbeit mit dem bulgarischen Geheimdienst und dem Ministerium für Staatssicherheit der DDR. Also vom Oberherren jenes kommunistischen Terror-Regimes dessen Aufstieg die Muttergottes in Fatima vorhergesagt hatte.

Der Papst lässt sich die Unterlagen zum Fall Fatima aus dem Vatikan-Archiv bringen. Sein Sekretär überreichte ihm das in einem Umschlag versiegelte dritte Geheimnis. 

Was er darin las, verstand er sofort als Hinweis auf das Attentat: „Nach den zwei Teilen, die ich schon dargestellt habe, haben wir links von Unserer Lieben Frau etwas oberhalb einen Engel gesehen, der ein Feuerschwert in der linken Hand hielt; es sprühte Funken, und Flammen gingen von ihm aus, als sollten sie die Welt anzünden; doch die Flammen verlöschten, als sie mit dem Glanz in Berührung kamen., den Unsere liebe Frau von ihrer rechten Hand auf ihn ausströmte: den Engel, der mit der rechten Hand auf die Erde zeigte und mit lauter Stimme rief: Buße, Buße, Buße! Und wir sahen in einem ungeheuren Licht, das Gott ist […] einen in Weiß gekleideten Bischof; wir hatten die Ahnung, dass es der Heilige Vater war. Verschiedene andere Bischöfe, Priester, Ordensmänner und Ordensfrauen [sahen wir] einen steilen Berg hinaufsteigen, auf dessen Gipfel sich ein großes Kreuz befand aus rohen Stämmen wie aus Korkeiche mit Rinde. Bevor er dort ankam, ging der Heilige Vater durch eine große Stadt, die halb zerstört war, und halb zitternd mit wankendem Schritt, von Schmerz und Sorge bedrückt, betete er für die Seelen der Leichen, denen er auf seinem Weg begegnete. Am Berg angekommen, kniete er zu Füßen des großen Kreuzes nieder. Da wurde er von einer Gruppe von Soldaten getötet, die mit Feuerwaffen und Pfeilen auf ihn schossen. Genauso starben nach und nach die Bischöfe, Priester, Ordensleute und verschiedene weltliche Personen, Männer und Frauen unterschiedlicher Klassen und Positionen. Unter den beiden Armen des Kreuzes waren zwei Engel, ein jeder hatte eine Gießkanne aus Kristall in der Hand. Darin sammelten sie das Blut der Märtyrer auf und tränkten damit die Seelen, die sich Gott näherten.“

Ein Jahr nach dem Anschlag bedankt er sich mit einer Wallfahrt nach Fatima bei seiner Beschützerin – und im Vorfeld einem besonderen Geschenk. Er hatte die Kugel, die seinen Körper durchschlagen und ihn beinahe getötet hatte, vergolden lassen. Nach dem Attentat lag sie auf dem Boden des Autos. Die Marienstatue in Fatima trägt die Kugel des Papst-Attentäters heute in der Krone auf ihrem Haupt.

Schwester Lucia mit Papst Johannes Paul II.

Nach einer Unterredung mit Schwester Lucia entschied Papst Johannes Paul II., am 25. März 1984, eine Weihe der Welt an das Unbefleckte Herz Mariens zu vollziehen. Die Muttergottes hatte die Weihe Russlands 1917 ausdrücklich gefordert, um größeres Unheil abzuhalten. Schwester Lucia kündigte an: Nun wird Gott ein Wunder tun. Wenige Monate später wurde Michail Gorbatschow neuer Machthaber im Kreml. Sein Kurs von „Glasnost und Perestroika“ (“Offenheit und Umgestaltung“) führte zu einem neuen Tauwetter im Kalten Krieg, zum Fall der Berliner Mauer und letztlich zum Zusammenbruch des kommunistischen Machtblocks in Russland und Osteuropa. Die orthodoxe Kirche erlebte in Russland eine echte Wiedergeburt.

Vatikan-Kenner und Fatima-Experte Michael Hesemann bezeichnet Letzteres sogar als “das größte Wunder unserer Zeit“. Er präzisiert: „Das atheistische, materialistische Sowjetrussland bekehrte sich und wurde wieder orthodox!“

Am 26. Juni 2000 wurde das dritte Geheimnis in Rom durch Kardinal Joseph Ratzinger und Erzbischof Tarcisio Bertone bekannt gemacht (Text siehe unten). Anfang 2005 starb Schwester Lucia. Wenige Wochen später auch Papst Johannes Paul II. Mittlerweile läuft im Vatikan der Seligsprechungsprozess für Schwester Lucia. Dass die beiden anderen Hirtenkinder Francisco und Lucia vor ihr selig- und heiliggesprochen wurden, liegt daran, dass diese bereits 1920 starben. 

Sind die Prophezeiungen von Fatima mittlerweile erfüllt? Oder stehen uns noch Vorhersagen ins Haus? Papst Benedikt XVI. erklärte 2010 bei einem Besuch in Fatima , dass die Prophezeiungen auch in die Zukunft weisen. „So würde ich sagen, werden auch hier über die große Vision des Leidens des Papstes hinaus, die wir in erster Linie auf Papst Johannes Paul II. beziehen können, Realitäten der Zukunft der Kirche aufgezeigt, die sich nach und nach entfalten und zeigen. Daher ist es richtig, dass man über den in der Vision gezeigten Moment hinaus die Notwendigkeit eines Leidens der Kirche sieht, das sich natürlich in der Person des Papstes widerspiegelt, aber der Papst steht für die Kirche und daher werden Leiden der Kirche angekündigt. Der Herr hat uns gesagt, dass die Kirche auf verschiedene Weise immer leiden würde bis zum Ende der Welt.“

Bei der Heiligsprechung in Fatima hat Papst Franziskus an eine andere Aussage von Schwester Lucia erinnert - die er bei dem Gottesdienst mit Millionen Pilger als als erfüllt sieht: „In ihren Erinnerungen (III, Nr. 6) lässt Schwester Lucia Jacinta, der eben eine Vision gewährt wurde, zu Wort kommen: ‚Siehst du nicht die vielen Straßen, die Wege und Felder voller Menschen, die vor Hunger weinen, weil sie nichts zu essen haben, und den Heiligen Vater in einer Kirche vor dem Unbefleckten Herzen Mariens im Gebet? Und so viele Leute, die mit ihm beten?‘. Danke, Brüder und Schwestern, dass ihr mich begleitet habt! Ich konnte nicht umhin, hierher zu kommen, um die Jungfrau und Mutter Maria zu verehren und ihr ihre Söhne und Töchter anzuvertrauen.“

Die Prophezeiungen von Fatima: Der Text der drei Geheimnisse

Das sind die Prophezeiungen von Fatima, wie Schwester Lucia sie einst niederschrieb. Der Text der drei Geheimnisse findet sich auf der offiziellen Seite des Vatikans (wo auch Scans der handschriftlichen Notizen von Schwester Lucia zu finden sind).

„Das Geheimnis besteht aus drei verschiedenen Teilen, von denen ich zwei jetzt offenbaren will. Der erste Teil war die Vision der Hölle. Unsere Liebe Frau zeigte uns ein großes Feuermeer, das in der Tiefe der Erde zu sein schien. Eingetaucht in dieses Feuer sahen wir die Teufel und die Seelen, als seien es durchsichtige schwarze oder braune, glühende Kohlen in menschlicher Gestalt. Sie trieben im Feuer dahin, empor geworfen von den Flammen, die aus ihnen selber zusammen mit Rauchwolken hervorbrachen. Sie fielen nach allen Richtungen, wie Funken bei gewaltigen Bränden, ohne Schwere und Gleichgewicht, unter Schmerzensgeheul und Verzweiflungsschreie, die einen vor Entsetzen erbeben und erstarren ließen. Die Teufel waren gezeichnet durch eine schreckliche und grauenvolle Gestalt von scheußlichen, unbekannten Tieren, aber auch sie waren durchsichtig und schwarz. Diese Vision dauerte nur einen Augenblick. Dank sei unserer himmlische Mutter, die uns vorher versprochen hatte, uns in den Himmel zu führen (in der ersten Erscheinung). Wäre das nicht so gewesen, dann glaube ich, wären wir vor Schrecken und Entsetzen gestorben. Wir erhoben den Blick zu Unserer Lieben Frau, die voll Güte und Traurigkeit sprach: - Ihr habt die Hölle gesehen, wohin die Seelen der armen Sünder kommen. Um sie zu retten, will Gott in der Welt die Andacht zu meinem Unbefleckten Herzen begründen. Wenn man tut, was ich euch sage, werden viele Seelen gerettet werden, und es wird Friede sein. Der Krieg wird ein Ende nehmen. Wenn man aber nicht aufhört, Gott zu beleidigen, wird unter dem Pontifikat von Papst Pius XII. ein anderer, schlimmerer beginnen. Wenn ihr eine Nacht von einem unbekannten Licht erhellt seht, dann wißt, daß dies das große Zeichen ist, daß Gott euch gibt, daß Er die Welt für ihre Missetaten durch Krieg, Hungersnot, Verfolgungen der Kirche und des Heiligen Vaters bestrafen wird. Um das zu verhüten, werde ich kommen, um die Weihe Rußlands an mein unbeflecktes Herz und die Sühnekommunion an den ersten Samstagen des Monats zu verlangen. Wenn man auf meine Wünsche hört, wird Rußland sich bekehren und es wird Friede sein. Wenn nicht, wird es seine Irrlehren über die Welt verbreiten, wird Kriege und Kirchenverfolgungen heraufbeschwören. Die Guten werden gemartert werden, der Heilige Vater wird viel zu leiden haben, verschiedene Nationen werden vernichtet werden, am Ende aber wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren. Der Heilige Vater wird mir Rußland weihen, das sich bekehren wird, und der Welt wird eine Zeit des Friedens geschenkt werden.(7)“

[…]

„Nach den zwei Teilen, die ich schon dargestellt habe, haben wir links von Unserer Lieben Frau etwas oberhalb einen Engel gesehen, der ein Feuerschwert in der linken Hand hielt; es sprühte Funken, und Flammen gingen von ihm aus, als sollten sie die Welt anzünden; doch die Flammen verlöschten, als sie mit dem Glanz in Berührung kamen, den Unsere Liebe Frau von ihrer rechten Hand auf ihn ausströmte: den Engel, der mit der rechten Hand auf die Erde zeigte und mit lauter Stimme rief: Buße, Buße, Buße! Und wir sahen in einem ungeheuren Licht, das Gott ist: "etwas, das aussieht wie Personen in einem Spiegel, wenn sie davor vorübergehen" einen in Weiß gekleideten Bischof "wir hatten die Ahnung, daß es der Heilige Vater war". Verschiedene andere Bischöfe, Priester, Ordensmänner und Ordensfrauen einen steilen Berg hinaufsteigen, auf dessen Gipfel sich ein großes Kreuz befand aus rohen Stämmen wie aus Korkeiche mit Rinde. Bevor er dort ankam, ging der Heilige Vater durch eine große Stadt, die halb zerstört war und halb zitternd mit wankendem Schritt, von Schmerz und Sorge gedrückt, betete er für die Seelen der Leichen, denen er auf seinem Weg begegnete. Am Berg angekommen, kniete er zu Füßen des großen Kreuzes nieder. Da wurde er von einer Gruppe von Soldaten getötet, die mit Feuerwaffen und Pfeilen auf ihn schossen. Genauso starben nach und nach die Bischöfe, Priester, Ordensleute und verschiedene weltliche Personen, Männer und Frauen unterschiedlicher Klassen und Positionen. Unter den beiden Armen des Kreuzes waren zwei Engel, ein jeder hatte eine Gießkanne aus Kristall in der Hand. Darin sammelten sie das Blut der Märtyrer auf und tränkten damit die Seelen, die sich Gott näherten.“

Literatur zu den Geheimnissen und der Prophezeiung von Fatima

Mehr Informationen gibt es in dem Buch „Die Seherin von Fatima: Meine Gespräche mit Schwester Lucia“ von Kardinal Tarcisio Bertone.

Ein Klassiker in deutscher Sprache ist „Das letzte Geheimnis von Fatima: Marienerscheinungen, der Papst und die Zukunft der Menschheit“, von Vatikan-Experte Michael Hesemann. 

Aktuell ist das Buch „Fatima: Geschenk und Geheimnis“ von Ulrich Filler erschienen.

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