+
Papst Franziskus wird bei seiner Ankunft in San Cristobal de las Casas in Chiapas von den Gläubigen gefeiert. Foto: Paola Martinez

Besuch in Mexiko

Papst Franziskus klagt über historische Ausgrenzung der Indios

Bei seinem Besuch im armen Südosten Mexikos erinnert der Papst an geschehenes Unrecht und preist das indigene Erbe des Landes. Symbolträchtig wird die Messe auch in Indio-Sprachen verlesen.

Papst Franziskus hat bei einem Besuch im armen indigenen Südosten Mexikos über die historische Unterdrückung der Ureinwohner des Landes geklagt.

"Eure Völker sind oft in systematischer und struktureller Weise verkannt und ausgegrenzt worden", sagte Franziskus während einer Predigt vor Zehntausenden Menschen im Bundesstaat Chiapas. Der Pontifex war als Teil seines mehrtägigen Besuchs in Mexiko in die verarmte Region gereist.

Viele Menschen hätten Werte, Kultur und Traditionen der Indios als minderwertig abgetan, bedauerte Franziskus vor rund 100 000 überwiegend indigenen Gläubigen in der symbolträchtigen Kolonialstadt San Cristóbal de las Casas in Chiapas. "Andere - trunken von Macht, Geld und den Gesetzen des Marktes - haben Euch Eurer Länder beraubt oder haben diese verschmutzt. Wie traurig!", klagte der Argentinier.

Die Gesellschaft bat der Jesuit und Nachkomme italienischer Einwanderer, sich bei den Indio-Völkern zu entschuldigen. Seine Predigt eröffnete Franziskus symbolisch mit Worten in einer indigenen Sprache. Auch Teile der Messe wurden in Sprachen der Ureinwohner der Region gelesen. An dem Gottesdienst unter freiem Himmel nahmen unter anderem Vertreter der Mayas aus dem benachbarten Guatemala teil.

Franziskus war zuvor von den Regionalbehörden in der Hauptstadt von Chiapas, Tuxtla Gutiérrez, empfangen worden. Indio-Vertreter überreichten dem Papst dort Geschenke und einen Stab als Zeichen der Ehrerbietung. Danach flog der 79 Jahre alte Argentinier in das benachbarte San Cristóbal de las Casas.

Im Mittelpunkt des Besuches in Chiapas standen für Franziskus Treffen mit den Indio-Gemeinden, die ein Drittel der Bevölkerung Chiapas' ausmachen. Die Region gilt als eine der ärmsten Mexikos. Vor dem Rückflug nach Mexiko-Stadt wollte der Papst unter anderem mit indigenen Familien gemeinsam zu Mittag essen.

Franziskus war in der vergangenen Woche zu einem mehrtägigen Besuch nach Mexiko gereist. Der Besuch ist der erste von Franziskus in dem Land mit der zweitgrößten katholischen Bevölkerung der Welt.

Ofizielle Seite zum Papst-Besuch in Mexiko

Offizielles Programm

Übersicht Reisen Papst Franziskus

Basilika der Jungfrau von Guadalupe

Mexikanische Bischofskonferenz

AA zu Mexiko

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Gericht: Polizeibewerber in NRW muss nicht über 1,68 Meter groß sein
Weil er nur 1,66 Meter groß ist, wurde ein 32-jähriger Polizeibewerber vom Auswahlverfahren ausgeschlossen. Er klagte gegen die Mindestgröße und gewann. 
Gericht: Polizeibewerber in NRW muss nicht über 1,68 Meter groß sein
Erdbeben in Mexiko: Zwölf Personen aus eingestürzter Schule gerettet
Genau 32 Jahre nach dem Jahrhundertbeben wird Mexiko erneut von einem Erdbeben dramatischer Stärke erschüttert. In der Hauptstadt stürzen Hochhäuser ein, Menschen werden …
Erdbeben in Mexiko: Zwölf Personen aus eingestürzter Schule gerettet
Abgelehnter Asylbewerber klettert auf Brücke - Großeinsatz
Um auf seine Situation aufmerksam zu machen, klettert ein abgelehnter Asylbewerber auf einen der Stahlbogen der Hohenzollernbrücke in Köln. Eine Protestaktion mit großen …
Abgelehnter Asylbewerber klettert auf Brücke - Großeinsatz
Polizei warnt vor diesem Volksfest-Mitbringsel: Tödliche Gefahr
Ein metallbeschichteter Luftballon kam am Dienstagabend mit einer Oberleitung am Stuttgarter Hauptbahnhof in Berührung. Solch ein Kontakt kann lebensgefährlich sein. 
Polizei warnt vor diesem Volksfest-Mitbringsel: Tödliche Gefahr

Kommentare